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WKÖ fordert Maßnahmenpaket gegen Arbeitskräftemangel

Derzeit gibt es kaum einen Bereich im Tourismus, in dem keine Mitarbeiter in Österreich fehlen.
Derzeit gibt es kaum einen Bereich im Tourismus, in dem keine Mitarbeiter in Österreich fehlen.

Zu Beginn der Wintersaison hat sich die angespannte Situation am touristischen Arbeitsmarkt drastisch zugespitzt. WKÖ-Bundesspartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft, Robert Seeber, fordert daher dringend ein Maßnahmenpaket gegen den Arbeitskräftemangel im Tourismus. Die Anzahl der Beschäftigten in Hotellerie und Gastronomie lag im Oktober 2022 bei 198.826, das sind um 5.323 (2,8%) zwar mehr als im Vergleichsmonat des Jahres 2019, wobei allerdings 40 Prozent davon in Teilzeit tätig sind.

„Angesichts des akuten Mitarbeitermangels erreichen uns täglich verzweifelte Hilferufe, vor allem aus den Wintertoursimusregionen“, berichtet Seeber. Vielfach könne der Bedarf mit den regionalen Mitarbeitern und den Saisonierkontingenten nicht mehr abgedeckt werden. Das aktuelle Tourismus-Jahreskontingent für Drittstaatsangehörige umfasse 2.989 Personen. Das seien nicht einmal 1,5 Prozent der im Tourismus direkt Beschäftigten. Auch die Rot-Weiß-Rot-Karte erweise sich für den Tourismus nur bedingt geeignet. Allein in Tirol fehlten derzeit weit über 1.000 Saisoniers. Zahlreiche Betriebe müssten ihr Angebot einschränken oder seien zur Aufgabe gezwungen. Seeber: „Es braucht daher dringend ein Bündel von Maßnahmen, um den touristischen Arbeitsmarkt zu entlasten, den Druck von den Mitarbeitern und Betrieben zu verringern und dem Anspruch als Qualitätstourismusland gerecht zu werden.“ Einerseits müssten die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Attraktivierung der Rahmenbedingungen für Mitarbeiter im Tourismus verbessert werden und andererseits bedürfe es mehr Flexibilität bei Beschäftigung von Drittstaatssaisoniers und Aushilfskräften.

Saisonierkontingente nicht ausreichend

Seeber fordert daher:

  1. Eine maximale Aufstockung der Drittstaat-Saisonierkontingentplätze im Rahmen der anstehenden Verlängerung der Saisonkontigentverordnung für 2023.
  2. Als Sofortmaßnahme eine Öffnung der Saisonierkontingente, in Fällen, in denen der Bedarf nicht am regionalen Arbeitsmarkt gedeckt werden kann, sprich, wenn das sogenannte „Ersatzkraftverfahren“ negativ verläuft.
  3. Eine unbürokratische steuerrechtliche und sozialversicherungsrechtliche Regelung für temporäre Aushilfskräfte, Pensionisten und Studenten sowie eine steuerliche Begünstigung von Überstunden.
  4. Nutzung des Potentials von Ukrainern in Österreich durch rasche Umsetzung der beschlossenen Erhöhung der Zuverdienstgrenze
  5. Verbesserungen bei der Steuerbegünstigung von Mitarbeiterwohnungen
  6. Schaffung von tourismusgerechten öffentlichen Kinderbetreuungsplätzen.
  7. Eine tourismusgerechte Adaptierung der Rot-Weiß-Rot-Karte

„Der Tourismus braucht unbedingt mehr Personal, um den Druck von der Belegschaft und den Unternehmen zu nehmen. Im Qualitätstourismusland Österreich steht der Mensch und die persönliche Betreuung im Mittelpunkt. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die das Arbeiten in der Branche attraktiv machen und die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Wettbewerb sichern. Wir können es uns nicht leisten, Wertschöpfung aus Personalmangel liegen zu lassen“, appelliert Seeber an die Bundesregierung.

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