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Ukraine-Krieg dämpft Tourismuserwartungen für 2022

Ukraine Krieg 2022 Das Aufeinandertreffen der COVID-19-Pandemie und des Ukraine-Krieges ist ein einzigartiges Ereignis. Es liegen keinerlei Erfahrungen dazu vor, inwieweit eine derartige Sondersituation das Urlaubsverhalten der Menschen konkret beeinflusst. Die Aussichten für den Tourismus in Österreich im Jahr 2022 sind damit einmal mehr von hoher Unsicherheit geprägt.
Das Aufeinandertreffen der COVID-19-Pandemie und des Ukraine-Krieges ist ein einzigartiges Ereignis. Es liegen keinerlei Erfahrungen dazu vor, inwieweit eine derartige Sondersituation das Urlaubsverhalten der Menschen konkret beeinflusst. Die Aussichten für den Tourismus in Österreich im Jahr 2022 sind damit einmal mehr von hoher Unsicherheit geprägt.

Nach Beendigung des COVID-19-bedingten Lockdown Mitte Dezember 2021 erholte sich die österreichische Tourismuswirtschaft überraschend schnell und kräftig, auch wenn sich im Vergleich zum Vorkrisenzeitraum 2018/19 von November 2021 bis Februar 2022 eine nachfrageseitige Lücke von einem Drittel (Nächtigungen) bzw. gut einem Viertel (nominelle Umsätze) ergab. Der Optimismus wurde durch Ausbruch des Krieges in der Ukraine aber jäh gedämpft, die Aussichten für den Tourismus in Österreich sind damit einmal mehr von hoher Unsicherheit geprägt. Das geht aus einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforschungs-Institutes (WIFO) hervor.


Mit Ausbruch des Krieges in der Ukraine Ende Februar 2022 verschlechterten sich die Rahmenbedingungen für die österreichische Tourismuswirtschaft aufs Neue. Es ist zu erwarten, dass dieser Konflikt die Nachfrage nach Urlaub in Österreich negativ beeinflussen wird, wobei die indirekten Wirkungen die direkten bei weitem überwiegen dürften.

Gestiegene Preise als weiteres Problem

Dabei schränkt der Preisanstieg in vielen Ländern das Urlaubsbudget vieler Menschen ein. Dies wird zwar selten zu einem gänzlichen Verzicht auf Urlaubsreisen führen, aber die Ausgabenfreudigkeit der Gäste dämpfen. Weniger und kürzere Urlaube, billigere Unterkünfte und Veränderungen in der Wahl von Destinationen und Transportmitteln könnten die Folge sein. Auch wird die Beeinträchtigung des internationalen Flugverkehrs zu einer geringeren Nachfrage aus Fernmärkten führen, zusätzlich könnte die Nachfrage aus diesen Märkten unter der Wahrnehmung Europas als "Kriegsschauplatz" leiden.

Andererseits könnten innerhalb Europas nahe Reiseziele auf Kosten fernerer Destinationen profitieren, woraus sich ein nicht unbeachtliches (zusätzliches) Nachfragepotential für Österreich aus Deutschland und den anderen Nachbarländern ergeben würde; ebenso dürften sich die mit dem Pkw erreichbaren Ziele in Südeuropa in der kommenden Sommersaison einer noch größeren Beliebtheit erfreuen. Der Boom des Binnentourismus in Österreich wird sich diesen Sommer laut WIFO voraussichtlich etwas abschwächen, die Nachfrage aber über dem Vorkrisenniveau verbleiben.

Schnelle Pandemie-Erholung

Dabei fasste die Tourismusbranche nach fast zwei Jahren Pandemie und der Aufhebung des Lockdown Mitte Dezember sowie der unerwartet günstigen Entwicklung gegen Jahresende 2021 neuen Mut. Auch vor dem Hintergrund erwarteter Nachholeffekte und einer ungebrochenen Reiselust im In- und Ausland gestaltete sich der Ausblick auf das Jahr 2022 somit durchaus positiv. Trotz der ab Anfang Jänner 2022 raschen Verbreitung der neuen Virus-Variante Omikron mit neuen Höchstständen an Infizierten, wurde die touristische Nachfrage in Österreich mit den weitgehenden Lockerungen der Pandemiemaßnahmen im Februar wieder angeregt. Damit lag die Nachfrage von Jänner bis Februar 2022 bei Nächtigungen um 27,9 Prozent unter jener des Vergleichszeitraums 2019, gemessen in Ankünften um 29,5 Prozent.

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