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Der Kampf um die Saisonniers geht weiter

Köche sind Mangelware Speziell in der Küche fehlen in vielen Betrieben aktuell Mitarbeiter an allen Ecken und Enden.
Speziell in der Küche fehlen in vielen Betrieben aktuell Mitarbeiter an allen Ecken und Enden.

Arbeitskräfte im Tourismus sind nicht erst seit Corona Mangelware, seither aber besonders. Abhilfe schaffen soll jetzt ein Stammsaisonierkontingent. Dadurch würde sich ein weiteres Potential an Drittstaatsaisoniers von knapp 1.000 Personen ergeben, die die Unternehmen dringendst benötigen.


Saisonarbeitskräfte könnten nach Verabschiedung einer aktuellen Gesetzesnovelle Beschäftigungsbewilligungen außerhalb von Kontingenten und ohne Arbeitsmarktprüfung für diese Saison erhalten, wenn diese unter den folgenden Kriterien in Österreich beschäftigt waren:

  • in den vergangenen fünf Kalenderjahren (2017-2021);
  • in zumindest drei Kalenderjahren;
  • im Tourismus/Land-/Forstwirtschaft jeweils mindestens drei Monate;
  • im Rahmen von Kontingenten.

Stammsaisoniers müssten sich bis April 2022 registrieren und stehen anschließend jedes Jahr als Saisoniers in der Branche zur Verfügung.

Speziell Köche sind Mangelware

Die aktuell zulässigen 1.263 Drittstaatsangehörigen machten laut Wirtschaftskammer Österreich nur ein halbes Prozent der im Tourismus Beschäftigten aus und deckten bei Weitem nicht den notwendigen Bedarf. Sowohl Fach- als auch Hilfskräfte würden fehlen. Besonders akut sei der Mangel an Köchen. Tourismus-Obmann Robert Seeber plädiert daher dafür, dass bei der derzeit in Erstellung befindlichen Mangelberufsliste für die Rot-Weiß-Rot-Karte der Koch bundesweit Berücksichtigung findet. Dies sei nur möglich, wenn die Monate des Lockdowns für die Errechnung der Stellenantragsziffer außer Betracht bleiben.

Die Gesetzesnovelle soll Anfang 2022 in Kraft treten, was wiederum die ÖHV kritisiert: „Warum sie erst mit Jahreswechsel in Kraft treten soll, versteht niemand in der Branche: Wer auf Saison gehen will, tritt die Stelle nicht zum Jahreswechsel an. Mitten in der Saison. Das geht an der Praxis vorbei“, meint ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer.

Impfungen oft nicht anerkannt

Dazu käme, dass ein guter Teil der Drittstaatenangehörigen mit Sputnik V oder Sinopharm gegen Corona immunisiert sei – was der Bund nicht anerkenne: „Obwohl sie geimpft sind, müssten sich viele Stammsaisonniers täglich testen lassen. Wie das ohne flächendeckendes Angebot an PCR-Tests in den Ferienregionen gelingen soll, muss uns die Regierung einmal vormachen“, fordert Gratzer eine praxisnahe Lösung.

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