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Keine „Jobs von der Stange“ mehr im Hochschober  

Jobs von der Stange Die Hochschober-Eigentümer Martin Klein und Karin Leeb wollen künftig Arbeitszeiten nicht mehr vorgeben, sondern Mitarbeiter individuell entscheiden lassen, wann sie arbeiten oder lieber Freizeit konsumieren wollen.
Die Hochschober-Eigentümer Martin Klein und Karin Leeb wollen künftig Arbeitszeiten nicht mehr vorgeben, sondern Mitarbeiter individuell entscheiden lassen, wann sie arbeiten oder lieber Freizeit konsumieren wollen.

Der Personalmangel in der Hotellerie war seit jeher ein Thema, Corona hat die Lage zusätzlich verschärft und wenn ein Hotel so abgelegen ist, wie das Hochschober auf der Turracher Höhe, macht es die Sache nicht einfacher. „Wir beschäftigen 110 Mitarbeiter und wollen in Zukunft noch stärker auf deren Bedürfnisse eingehen, damit sie sich bei uns wohlfühlen“, erklärt Eigentümerin Karin Leeb. „Das bedeutet, dass wir keinen ‚Job von der Stange’ mehr anbieten wollen, sondern die Mitarbeiter sagen uns, wann sie arbeiten und wann sie Freizeit haben wollen und wir versuchen so weit wie möglich darauf einzugehen“, so Leeb. „Inzwischen ist dem Großteil der Mitarbeiter ein Mehr an Freizeit wichtiger als ein höheres Gehalt“, weiß die Unternehmerin.


Prinzipiell unterscheidet man im Hochschober dabei unterschiedliche Gruppen von Mitarbeitern:

  • Lehrlinge
  • Fachkräfte mit dem Fokus auf Geldverdienen (= klassische Saisonniers)
  • Fachkräfte mit dem Fokus auf eine Work-Life-Balance
  • langjährige Führungskräfte

Individuelle Arbeits- und Freizeit

Außerdem ist vorgesehen, das Arbeitsjahr neu zu betrachten. Je nach Kalenderjahr bzw. je nach der Dauer der Schließzeit nach einem frühen oder späten Ostertermin, wird das Arbeitsjahr individuell berechnet und der Jahresarbeitszeit ein Jahreseinkommen gegenüber gestellt. So ergeben sich individuelle Lösungen für die Arbeitszeit und Bezahlung:

  • Für Fachkräfte, die den Fokus auf Geldverdienen legen, bedeutet dies: kurze Beschäftigungszeiten und eine höhere Wochenarbeitszeit. Sie bekommen Überstunden und den Urlaub ausbezahlt und werden nach der Saison abgemeldet.
  • Fachkräfte, die mehr Freizeit bevorzugen, können – sofern sie es wollen – in ihrer Jahresvereinbarung eine Wochenarbeitszeit von 25 bis 30 Stunden fixieren.
  • Die langjährigen Führungskräfte des Hotels praktizieren schon jetzt zum Teil eine 4-Tages-Woche.

Zweite Schließzeit angedacht

Um den Mitarbeitern mehr Freizeit zu ermöglichen wird jetzt erstmals auch eine zweite Schließzeit im Jahr – konkret zwischen Allerheiligen und Weihnachten – angedacht. Zusammen mit der Schließzeit von mehreren Wochen im Frühjahr können Mitarbeiter dann zusätzlich zu ihrem Urlaubsanspruch von 25 Tagen noch rund 25 freie Tage pro Jahr konsumieren. Diese zusätzlichen Tage können je nach Vereinbarung zum Beispiel über Zeitausgleich konsumiert werden. Diese zweite Schließzeit werde gerade intern mit allen Betroffenen diskutiert. Damit wolle man den Mitarbeitern nach einem starken Sommer und noch vor einem hoffentlich starken Winter eine Auszeit verschaffen.

Das neue Hochschober-Jahr mit einer zusätzlichen Schließzeit soll für alle Mitarbeiter einen planbaren Freizeitvorteil und somit mehr Lebensqualität unter Berücksichtigung der Gehalts-Variablen bieten, hoffen Karin Leeb und ihr Ehemann Martin Klein. Mit dem neuen Modell werde es zum Beispiel auch möglich, dass die Führungskräfte im Sommer zusätzliche Urlaubstage mit ihrer Familien verbringen können.

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