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Urlaub im Süden bedeutet heuer Urlaub in Kärnten


Christian Kresse, Geschäftsführer der Kärnten Werbung, im Gespräch mit GASTRO über die Chance, heimische Gäste langfristig zu binden und die Alpe-Adria als kulinarisches Aushängeschild.

Urlaub im Süden findet für den heimischen Urlauber heuer vorrangig in Kärnten statt. Mit der aktuellen Kampagne „Urlaub im Süden. Für mich, für uns.“ wird aber nicht nur der heimische Gast angesprochen. Wie soll aus dem Einmal-Bucher ein Stammgast weden?

Seit der Wiedereröffnung in der Hotellerie sehen wir, dass sehr viele Gäste in Kärnten sind, die eigentlich andere Länder als Urlaubsmotiv gehabt haben und jetzt vielfach das erste Mal bei uns sind und auch von dem Angebot sehr begeistert sind. Ihre Erwartungshaltung wird vielfach deutlich übertroffen, weil sie von dem umfangreichen Rad- und Wanderangebot in Verbindung mit dem einzigartigen Alpen-Adria Kulinarium, hier im alpinen Raum begeistert sind. Unser Bemühen ist die Vielfältigkeit und diese besondere Verbindung zwischen Berg und See erlebbar zu machen.

Sicherheit ist das aktuelle Schlagwort. Wie werden den Gästen die entsprechenden Maßnahmen kommuniziert und gibt es seitens der Kärnten Werbung eine einheitliche Empfehlung für die Betriebe?

Kärnten hat ab der ersten Woche nach dem Lockdown eine eigene Task-Force ent- wickelt und wir haben ein komplettes Recovery-Programm erstellt, welches nach der Öffnungsphase den Schutz der Gäste, den Schutz der Mitarbeiter und Unternehmer und den Schutz der heimischen Bevölkerung an die oberste Stelle stellt. Wir haben in den letzten Wochen alles getan, um uns in Fragen der Sicherheit bestens vorzubereiten und auch jetzt, vor allem in der Hauptsaison dieses Thema nicht aus den Augen zu verlieren. Es gibt umfangreiche Programme, die alle transparent sind, das Wichtigste, das wir jetzt halten müssen sind Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

Werte wie Heimat, Natur und Nachhaltigkeit prägen die Post-Corona-Zeit, das liest sich wie das Handbuch für einen Österreich-Urlaub – erlebt die gute alte Sommerfrische eine Renaissance?

Zweifelsohne! Studien, die wir gemeinsam als Bundesländer mit der Österreich Werbung in Auftrag gegeben haben, bestätigen, dass es einen noch nie dagewesenen Werte-Wandel bei den Gästen gibt. Reisende entdecken jetzt einfach ein Land neu und fahren auch in Regionen, die sie vielleicht noch nicht kannten und haben jetzt völlig neue Motive für ihren Urlaub. Die Zufriedenheit für Erlebnisse, die für sie unerwartet sind und überraschend kommen, wirkt wie eine neue „Sommerfrische“ und hier kann Österreich, vor allem Kärnten, sein komplettes Potenzial ausspielen.

Die Gastronomie wird als Buchungsfaktor immer wichtiger, wie werden die Gastronomen dabei unterstützt? Slow Food hat ja seinen Ursprung in Kärnten, wie wird das seitens der Gastronomie vermittelt?

Kärnten kann sich mittlerweile bei der weltweiten Slow-Food Bewegung mit Projekten wie Slow-Food Travel und den Slow-Food Villages quasi als Pionier oder beziehungsweise Innovationstreiber weltweit sehen. Wir haben mittlerweile so viele Initiativen, die auf die drei Prinzipien von Slow Food, nämlich gut, sauber und fair setzen. Das „Erlebbar-Machen“ von authentischen und ehrlichen Produkten, Lebensmitteln und Speisen ist das oberste Prinzip und wir sehen, dass es in diese Richtung einen unheimlichen Boom gibt, weil grundsätzlich die Glaubwürdigkeit in Lebensmittel derzeit in ganz Europa vielfach tief erschüttert sind. Hier hat unsere Gastronomie die einzigartige Chance, sich mit ihren Angeboten und Produkten, die eine enge Verbundenheit mit den heimischen Produzenten und der Region widerspiegeln, auszuzeichnen.


Kärnten kann sich mittlerweile bei der weltweiten Slow-Food Bewegung als Pionier sehen.

Christian Kresse
GF Kärnten Werbung


Welche Werkzeuge setzen Sie ein, um mit Ihrer Kampagne die Betriebe genauso zu erreichen wie die Regionen?

Wir wollen authentisch, ehrlich und unverfälscht kommunizieren. Vor allem wollen wir die Dinge bewerben, welche man dann auch tatsächlich in Kärnten findet. Für uns sind die Gästezufriedenheit und positive Erfahrung im Urlaub das wichtigste Prinzip, verbunden natürlich mit dem Thema Sicherheit. Hier haben wir sehr breit kommuniziert, neben TV, Radio, Print und online, zählt aber nach wie vor die Mundpropaganda zu den wichtigsten Instrumenten. Diese bedingt eine hohe Zufriedenheit. Wir sehen, dass die Gäste, die Kärnten bereisen, wirklich auch umfangreich von dem Erlebten berichten.

Digitalisierung war eines der Schlagworte während des Shutdowns, was wird in diesem Bereich künftig getan?

Wir haben ab der ersten Woche den Kontakt zur Branche, zu den Unternehmern mit kontinuierlichen und wöchentlichen Tele-Meetings aufrechterhalten. Zum Teil hatten wir bis zu 600 Betriebe in unseren Konferenzen. Wir haben ständig den Dialog zu unseren Partnern gesucht, entsprechend auch zu den Gästen. Beispielsweise wirkt sich das darin aus, dass wir als Landestourismusorganisation eine eigene Hotline eingerichtet haben, die täglich von 8 bis 20 Uhr besetzt ist und auch wirklich versucht haben jede Frage, in einer herausfordernden Zeit wie dieser, zu beantworten.

Wie lautet Ihre Prognose – wird die Krise eine Chance sein?

Für die Branche geht es in diesem Jahr einfach nur ums nackte Überleben. In der Krise eine Chance zu sehen, halte ich zum Teil einfach noch für zu weit hergeholt. Wir müssen wissen, dass Reisen nach wie vor einer der größten Risikobereiche für die Weiterverbreitung des Virus ist und müssen daher besondere Vorsicht walten lassen. Als „zweite Welle“ sehe ich eine psychologische: Viele Menschen benötigen nach der herausfordernden Phase des Lockdowns Urlaub. Die Zeit außerhalb der Zeit war quasi „ein Finden zu sich selbst“, sich mit Werten beschäftigen, die sie vom Alltag ablenken. Hier hat Kärnten mit seinen Natur-Aktiv Angeboten, vor allem rund um die Themen Wandern, den Seen und der neuen Alpe-Adria Küche die richtigen Antworten gefunden. Urlaub in Kärnten ist jetzt zweifelsohne „in“. www.kaernten.at

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