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Bartender Wettbewerb für „flüssige Rasierklingen“

Die Schotten schwören auf Whisky, die Franzosen auf Cognac und in China darf ein Schluck Moutai bei keinem Staatsbankett fehlen. Seit 135 v. Chr. wird in und um den Ort Moutai „Baijius“ – der „Weiße Alkohol“ – produziert, der wegen seiner Reinheit, selbst in größeren Mengen genossen, angeblich keine Kopfschmerzen verursachen soll.

„Weißer Blitz“

Moutai darf ein Getränk nur genannt werden, wenn die Zutaten – vor allem rote Hirse (Sorghum) und Wasser – aus dem gleichnamigen Ort im Südwesten Chinas kommen. Hirse, Weizen und Wasser werden fermentiert, gebrannt und anschließend gelagert. Das Ergebnis ist ein Destillat mit fruchtigen Aromen von Apfel und Birne dazu kommt eine gewisse Schärfe und Bitterkeit – ein Aroma, das westliche Gaumen leicht überfordert. Schon US-Präsident Nixon soll vor einem Staatsbesuch in Peking vor diesem „tödlichen Gebräu“ gewarnt worden sein. Moutai werde nur deshalb nicht als Flugzeugbenzin verwendet, weil es so leicht entzündlich sei, meinte sein damaliger Sicherheitsberater Henry Kissinger lakonisch. Und auch die in der Delegation mitgereisten Journalisten beschrieben den zum offiziellen Bankett gereichten Schnaps wenig schmeichelnd als „weißen Blitz“ oder „flüssige Rasierklingen“…

2500 Euro Preisgeld

Asiatische Wurzeln helfen offenbar beim Umgang mit Moutai: Christian Wu mit seinem Siegercocktail.
Asiatische Wurzeln helfen offenbar beim Umgang mit Moutai: Christian Wu mit seinem Siegercocktail.

Bartender Wettbewerb Eine Charakterisierung, die zu Unrecht besteht, meint jedenfalls die Geschäftsführerin von Vienna Distribution, Mag. Maria Kitsati, und lud dieser Tage zum ersten „Moutai Bartender Wettbewerb“ ins One O One in Wien. Profis empfehlen ohnehin, westliche Gaumen mittels Cocktails an den ungewohnten Geschmack von Moutai heranzuführen. Nach einer Online-Vorwahl und dutzenden eingereichten Rezepten ritterten zehn Mixologen um die Gunst der Experten-Jury, bestehend aus Feng Liu (The Birdyard Bar & Eatery), Catey Zhou (Asia Max Trading GmbH), und Jolien Hackett (Selleny`s Bar Hilton Vienna). Das Preisgeld von 2500 Euro für die beste Cocktailkreation ging schließlich an Christian Wu. Der Barmanager der Pho Saigon Kitchen & Bar in Wien überzeugte mit seinem „Passion of Prince“, einer Mischung aus Moutai, Perigord Trüffel, roter Vermouth, geklärtem Kakao – Kirschcordial, drei Schuss Peking Duck Oil sowie geflämmter Haut von der Peking Ente und Pflaumensauce als Garnitur samt Eiswürfeln. Auf Platz zwei landete Fabio Vorraber von der Innsbrucker Bar Liquid Diary mit seinem Cocktail „Night out with Cecile“. Steven Daevel von der Wiener Robertos American Bar holte sich mit seiner Kreation „Bai-by its-jiu“ den dritten Platz.

„Die Teilnehmer wurden nach den folgenden Kriterien beurteilt: Technik, Leistung, Wissen, Geschmack, Aussehen und Kreativität. Bei der Technik bewerte die Jury, wie sauber der Teilnehmer gearbeitet hat und ob er in der Zeit lag. Insgesamt gab es drei Zeitfenster vom Aufbau bis zum Mixen. Besonders wichtig war der Jury auch die Story hinter dem Drink“

begründete die Jury ihre Entscheidung.

Geschmack mit nichts zu vergleichen

„Der Geschmack von Moutai ist für den europäischen Gaumen sicher ungewohnt und mit nichts zu vergleichen. Daher gilt es für dieses Produkt ein Verständnis zu entwickeln, an das wir uns erst herantasten müssen. Ich bin aber davon überzeugt, dass die Barszene jetzt bereit für dieses neue Geschmackserlebnis ist“, so Maria Kitsati abschließend. Erhältlich ist der Baijiu Moutai Prince etwa bei Metro, Ammersin oder Del Fabro.

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