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Corona lässt Wedl-Bilanz einbrechen

Wedl Jahresbilanz 2020  Das Geschäftsführerteam des Handelshaus Wedl musste 2020 coronabedingt deutliche Umsatzeinbrüche hinnehmen: Klaus Mantl, Lorenz Wedl, Tobias Waidhofer (v.l.n.r.)
Das Geschäftsführerteam des Handelshaus Wedl musste 2020 coronabedingt deutliche Umsatzeinbrüche hinnehmen: Klaus Mantl, Lorenz Wedl, Tobias Waidhofer (v.l.n.r.)

Das Handelshaus Wedl hat dieser Tage seine Jahresbilanz 2020 präsentiert, die wenig überraschend von der Corona-Pandemie geprägt war. Mit einer starken Auftragslage im Jänner und Februar startete Wedl noch positiv in das Jahr 2020. Durch die steigenden COVID-19 Infektionszahlen sowie dem ersten österreichweiten Lockdown nahm die bis dahin erfolgreiche Wintersaison ein abruptes Ende. Erst über die Sommermonate kehrte mit der Öffnung der Hotels und Restaurants wieder etwas Normalität ein. „Im Juli und August generierten wir wieder Umsätze nahezu auf Vorjahresniveau – eine sehr erfreuliche Entwicklung“, bestätigt Lorenz Wedl, Sprecher und Mitglied der Geschäftsführung des Handelshaus Wedl. Hier gab es sehr deutliche regionale Unterschiede: Während an den Seen in Oberösterreich und Kärnten die Sommersaison aufgrund des Tourismus mit Einheimischen sehr stark war, entwickelte sich der Städtetourismus etwa in Wien, Salzburg oder Innsbruck schleppend. „Mit der zweiten Corona-Welle, dem damit verbundenen Lockdown und dem immer wieder verschobenen Start der Wintersaison in 2020/21 erlebten wir im letzten Quartal wieder einen Umsatzeinbruch“, erklärt Wedl.

Gruppenumsatz 2020 um 26,8 Prozent gesunken

In Summe sank der Gruppenumsatz im außerordentlichen Geschäftsjahr 2020 somit um 26,8 Prozent auf 393,0 Mio. Euro (536,8 Mio. Euro im Vorjahr). Im besonders betroffenen Gastro-Großhandel verzeichnete Wedl ein Minus von 32,9 Prozent bei einem Umsatzniveau von 236,7 Mio. Euro (352,9 Mio. Euro im Vorjahr). Die Lockdowns auf internationaler Ebene haben auch den primär vom Export abhängigen Kaffeebereich von Wedl belastet, welcher mit einem Umsatzminus von 37,6 Prozent in 2020 bilanziert.

Chancen ergreifen

Doch das rot-weiß-rote Familienunternehmen sieht nicht nur die negativen Aspekte der Krise, sondern auch die daraus resultierenden Chancen und Möglichkeiten, wie etwa im Digitalisierungsbereich. So erlebt Wedl derzeit durch COVID-19 einen Digitalisierungsschub. „Viele Kunden bestellten auch nach dem ersten Lockdown weiterhin online. Mit dem Resultat, dass wir den E-Commerce Anteil weiter auf rund 37 Prozent des Gesamtzustellumsatz steigern konnten (31% im Jahr 2019)“, so der Geschäftsführer.

Regionalität gewann an Bedeutung

Eine weitere positive Entwicklung, über die sich das Handelshaus erfreulich zeigt, ist das Thema Regionalität, welches in den letzten Monaten noch weiter an Bedeutung gewann. „Auch die heimische Gastronomie und Hotellerie tendiert wieder vermehrt dazu, primär bei österreichischen Betrieben und auch verstärkt regionale Ware zu kaufen. So ist es uns in der Krise gelungen, diverse Neukunden zu akquirieren“, bestätigt der Geschäftsführer.

Auch Endverbraucher künftig im Fokus

Weiters wurden alle Wedl C+C Märkte unmittelbar nach Einsetzen der Krise auch für Endverbraucher geöffnet, um die Warendrehung insbesondere bei frischer Ware und allgemein die Frequenz in den Märkten zu beleben. „Die gewonnene Erkenntnis daraus ist, dass viele private Genießer das angebotene Einkaufserlebnis, die Fachberatung und die Qualität der Wedl-Genusswelten sehr schätzen. Die Krise hat uns gezeigt, dass wir uns breiter aufstellen müssen. Folglich werden wir auch Konzepte ausarbeiten, sodass zukünftig auch private Gourmets vermehrt in unsere Märkte kommen, ohne dabei unsere Hauptzielgruppe aus den Augen zu verlieren“, so Wedl.

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