Kalterer Wein passt immer

Südtirol hatte im Rotweinbereich schon immer einen guten Namen. Was sich neu etabliert, das ist der Weiße, wie sich auch beim Weingut St. Quirinus in Kaltern zeigt.

Insgesamt 8,5 ha Wein-Anbaufläche hat das Weingut St. Quirinus der Familie Sinn im Südtiroler Kaltern, mittlerweile gleichermaßen zu 50:50 Weiß und Rot. Seit 2013 wird von Robert und Michael Sinn selbst gekeltert und 2023 sind es bereits rund 50.000 Flaschen Wein und 5.000 Flaschen Sekt, die am Hof produziert werden -schonend und biodynamisch. Wie das bei vielen Weingütern Südtirols mittlerweile der Fall ist. St- Quirinus ist seit 2006 als Biobetrieb zertifiziert, der Ausbau ist biodynamisch. Dafür wird biodynamischer Kompost verwendet, dass heißt, es wird z.B. Tee gesprüht, wenig Kupfer und Schwefel verwendet, aber Steinerde und Öle als natürlicher Pflanzendünger. Die Maische wird ohne pumpen nach dem „von-oben-nach-unten-Prinzip“ in die Fässer gebracht, was die Verletzung der Schalen verhindert.

Der Temperaturunterschied macht’s aus

Im Reifeprozess ist der Temperaturunterschied wichtig, sagt Robert Sinn, die kühlen Nächte sind wichtig für die Qualität. Und natürlich die Lagen mit den Unterschieden in Zusammensetzung, Höhenlage und Sonneneinstrahlung.

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Die hohe Qualität der Weine gründet auch in den alten Rebstöcken, denn die wurzeln tief und machen die Weine tiefgründiger. Beim Weißen wird am Weingut St. Quirinus nur der Chardonnay in Barrique Fässern ausgebaut, der Rote reift zwischen 12 und 24 Monate im Holzfass. Auch Tonfässer finden sich am Weingut und begonnen wurde hier mit Orange Wein, dem Weißen mit den roten Schalen, der lange Zeit sehr trendig war. Mittlerweile gibt es keinen Ausschlussgrund mehr für die Reifung in den Amphoren, so der Winzer, alle Sorten lagern schon im Ton. Die Amphoren, als alte altgriechische Methode des Weinmachens, die in Sand gelagert werden, liefern hohe Qualität, weil sie den Wein mineralischer machen. „Er bekommt mehr Frucht“, sagt Robert Sinn.

Die ältesten Weinstöcke sind die Lagrainer am See, die bereits 70 Jahre alt sind. „ Der Lagrainer ist der Sir unter den Rotweinen“, so Robert Sinn. Er lagert 12 Monate im Eichenfass.

Kalterer geht immer!

Wie in ganz Südtirol wird auch am Weingut St. Quirinus nur handgelesen und wie fast überall wird auch hier im Mischbetrieb gearbeitet. Neben dem Wein sind es in St. Quirinus die Äpfel, die auf fünf ha angebaut werden und vorwiegend als Tafelobst Verwendung finden, wie zum Beispiel bei der Marende. Der Rest der zirka 150.000 kg wird zu Biopüree verarbeitet. Einer der besten und mit Sicherheit der bekannteste Wein ist der Kalterer Wein und hier zählt Qualität statt Quantität, wie Robert Sinn sagt. Hohe Qualität und vielseitige Verwendbarkeit: Der Kalterer passt immer, sagt er. Zu Pizza, Nudeln, Fleisch und zur Marende.

Auch die Optik zählt

Weil mittlerweile der Urlaub am Weingut immer beliebter wird, sind auch bei St. Quirinus Ferienwohnungen zu finden. Für deren Architektur und die des Kellers ist Walter Angonese, ein Kalterer Architekten und Architekturprofessor verantwortlich. Der Keller beruht auf funktionellen Prinzipien, Energieverschwendung wirkte man in allen Bereichen entgegen. Das Haus selbst ist energetisch autark mit einer Heizung aus regional produzierter Biomasse. Das Regenwasser wird für die Sanitäranlagen und für den Garten gesammelt.

www.st-quirinus.it

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