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ÖHV-Kongress: Veränderungen gestalten!

MMag. Dieter Hardt-Stremayr (GF Graz Tourismus), ÖHV-Präsident Walter Veit und Dieter Krasa (Leiter Graz Convention Bureau) präsentierten bereits Graz als Austragungsort des ÖHV-Kongresses 2024, der dort von 14. – 16. April über die Bühne gehen soll.
MMag. Dieter Hardt-Stremayr (GF Graz Tourismus), ÖHV-Präsident Walter Veit und Dieter Krasa (Leiter Graz Convention Bureau) präsentierten bereits Graz als Austragungsort des ÖHV-Kongresses 2024, der dort von 14. – 16. April über die Bühne gehen soll.

Das Motto des diesjährigen ÖHV-Kongresses, der dieser Tage in Salzburg stattgefunden hat, spiegelt die Gesamtsituation im Tourismus und der Hotellerie zu hundert Prozent wider. Noch nie gab es in den letzten Jahrzehnten so gravierende Veränderungen in so kurzer Zeit. Der Pandemie folgte nahtlos die Energiekrise und der Ukraine-Krieg und der Klimawandel wird uns begleiten. Nicht nur Hoteliers und Touristiker sind durch die multiplen Veränderungen betroffen, aber sie ganz besonders. Umso mehr gilt es, Strategien zu finden, diesen Herausforderungen mit langfristigen und innovativen Konzepten zu begegnen.

Wichtige Destinationen

Dieses Thema wurde beim ÖHV Kongress im Zuge einer Arena-Analyse beleuchtet, die zwei Ziele hat: Zum einen geht es darum, frühzeitig Strömungen, die sich abzeichnen, zu beleuchten und zum anderen einen 360-Grad-Rundumblick zu gewinnen. Abgeleitet aus 40 qualitativen Interviews mit erfahrenen Brancheninsidern und Wissenschaftern zeichnet die Studie ein genaues Bild über die Herausforderungen und Chancen, vor denen die Betriebe stehen. „Und damit können und werden wir Veränderung gestalten“, so Dr. Markus Gratzer, ÖHV-Generalsekretär. In diesem Strategiepapier wurden mit den fünf Handlungsfeldern „Betriebswirtschaft, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Mitarbeiter und Destination“ die relevanten und brennendsten Themen aufgegriffen. Wobei den Destinationen besondere Bedeutung zukommt, so die Fachleute, denn das sei jener Ort, wo die Zukunft des Tourismus entschieden wird.

Markus Gratzer und Walter Osztovics von Kovar & Partner, die die Arena Analyse durchführten, präsentierten die Ergebnisse sehr anschaulich und die Quintessenz ist für Gratzer: „Die Ergebnisse der Analyse in die Praxis umsetzen!“ Pro Handlungsfeld werden Maßnahmen erarbeitet und Gratzer fordert auch ein Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit, bei dem alle Player dabei sind. „Wollen wir den Tourismus in Zukunft überleben oder erleben“, war seine aufrüttelnde Frage. „Es liegt an uns, wie wir den Tourismus gestalten“; so Gratzer. Veränderungen gestalten, aber auch in’s Tun kommen, so die Aufforderung an alle!

Die Mitarbeiter…

Ein Thema beherrschte den ÖHV-Kongress durchgehend und das ist wenig überraschend jenes der Mitarbeiter. Dazu gaben Brancheninsider Einblicke dahingehend, warum Mitarbeiter in ihr Unternehmen kommen und vor allem auch bleiben. Hier bedarf es ausgeklügelter und auch manchmal auch kreativer Ideen, um junge Menschen anzusprechen. Aber auch Quereinsteiger sind gefragt und für die sind nochmals andere Parameter ausschlaggebend. Einige erfolgreiche Ansätze wurden dabei präsentiert – von einem „Kitchen Table“, bei dem Gäste und Mitarbeiter aufeinandertreffen, war da die Rede oder auch von einem „buddy“, der Neulinge begleitet, bis sie firm genug sind, um allein zurecht zu kommen. Einig waren sich alle, dass Employer Branding, also die klare Markenbildung eines Unternehmens, ein wesentliches Asset sind, um Mitarbeiter zu finden und zu halten.

Zeitenwende

Die Experten orten Handlungsbedarf auf allen Ebenen, die ÖHV trägt dem Rechnung, wo sie kann, von Betriebswirtschaft und Wissensmanagement über Nachhaltigkeit bis zu Digitalisierung. Was sie nicht leisten kann, wo die Politik gefordert ist, sei eine Standort- und Klimapolitik aus einem Guss, so ÖHV Präsident Walter Veit: „Dort müssen wir hin. Erledigen alle ihre Hausaufgaben, liegen gute Zeiten vor dem Tourismus“, blickt er optimistisch in die Zukunft: „Tourismus war vor 70 Jahren anders als heute und wird in 70 Jahren wieder ganz anders sein. Aber er wird eine tragende Säule der österreichischen Wirtschaft bleiben. Unternehmen finden einen Weg.“ Das spiegelt auch die durchaus positive Stimmung wider, die zu spüren war, denn alle gehen – trotz enormer Herausforderungen – von einem normalen Tourismusjahr aus, das an die Vor-Corona Zahlen anschließen wird. Und motiviert sind sowieso alle, wie die Gespräche zeigten. Untermauert wurde das noch durch einen Vortrag von Prof. Dr. Christian Busch, Bestsellerautor, The Serendipity Mindset und Philosoph, der durchaus launig und mit plakativen Beispielen dazu aufforderte, die „Gelegenheit beim Schopf zu packen“ und das Glück im Unglück zu sehen. Ebenso wie Dr. Natalie Knapp, Philosophin, die unter dem Thema: „Warum wir mit der Unsicherheit Freundschaft schließen sollten“, Krisen als Wendepunkte sieht.

Tun, und nicht reden, so eine der wesentlichen Erkenntnisse aus dem ÖHV Kongress. www.oehv.at

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