Edel und teuer

Sie sind eine Art österreichisches Kulturgut: Birnen-, Apfel-, Zwetschkenbrände & Co. Nicht zuletzt für ausländische Gäste oft ein neues Geschmackserlebnis.

Stefan Plessl, Barchef im Hotel Sacher in Wien: „Mixgetränke mit Edelbränden sind zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, kann man aber machen.“
Stefan Plessl, Barchef im Hotel Sacher in Wien: „Mixgetränke mit Edelbränden sind zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, kann man aber machen.“

Edelbrände sind eine Spezialität, die interessanterweise fast nur im (deutschsprachigen) Alpenraum Verbreitung findet. Ob Apfel, Birne, Himbeere oder Marille: Edelbrand darf sich eine Spirituose nur nennen, wenn sie ausschließlich durch alkoholische Gärung und anschließende Destillation von reinen Früchten gewonnen wird. Der Alkohol muss zu 100 Prozent aus der namensgebenden Frucht stammen, dieser wird anschließend nur mit Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt. Weder Aroma noch Zucker oder sonstige Zusatzstoffe sind dabei erlaubt. Diese Praxis kann allerdings auch ins Geld gehen. So braucht man für einen Liter Edelbrand etwa gut 30 kg Himbeeren oder Vogelbeeren. Damit erklären sich manche Literpreise dann von selbst.

„Verbindung zu Österreich“

Trotzdem sind Frucht-Edelbrände so etwas wie heimisches Kulturgut. Das weiß auch Stefan Plessl, Barchef im Hotel Sacher in Wien. Nach seiner Erfahrung ist die Nachfrage nach Edelbränden in letzter Zeit relativ gleichbleibend – aber durchaus auf hohem Niveau: „In Österreich ist das ein klassischer Digestif. Ein Marillenbrand oder ein Williams nach dem Essen – das geht schon relativ gut. Vor allem unsere internationalen Gäste sind sehr interessiert an dem Thema, weil die kennen sowas nicht.“

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International trinkt man Whisky, Cognac, Tequila, Rum, etc. aber keine Fruchtbrände. Speziell im englischsprachigen Raum seien klare Fruchtbrände praktisch unbekannt. Edelbrände seien daher neue Geschmackserlebnisse, die gleichzeitig eine Verbindung zu Österreich herstellen könnten. Am meisten gefragt seien Klassiker wie Wachauer Marille, Williams, aber auch Spezialitäten wie Himbeere oder ein Karottenbrand etwa aus dem Haus Reisetbauer seien spannende und exquisite Angebote.

Bei den Marken setzt Plessl eher auf die bekannten Namen. „Reisetbauer, Gölles & Co. sind Institutionen, die auch international bekannt sind. Oder Rochelt mit seiner speziellen grünen Flasche. Die haben sich also auch im Ausland schon einen Namen aufgebaut.“

Mixgetränke können ins Geld gehen

Die Preisstruktur sei im Sacher nicht das ganz große Thema, im Restaurant etwa werde auch Elsbeere sehr stark nachgefragt. Sehr wohl ins Spiel komme das Preisthema aber beim Thema Cocktails mit Edelbränden. „Mixgetränke mit Edelbränden sind zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, kann man aber machen. Ich persönlich biete sowas zwar nicht an, aber ich kenne etliche Kollegen, die sehr wohl mit Edelbränden auch sehr spannende Drinks mixen.

Aber wenn man jetzt bedenkt, dass manche besondere Fruchtbrände in Richtung 300 Euro für einen halben Liter gehen und man da 4cl für einen Drink verwendet, dann wird’s mit der Kalkulation schnell mal eng, speziell in Österreich, wo für einen Cocktail etwa 15 bis 20 Euro das Maximum sind, das man verlangen kann.“

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