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2021 könnte ein traumhafter Weinjahrgang werden

Weinjahrgang 2021 Ein strahlender Herbst war die Grundlage für einen österreichischen Traumjahrgang.
Ein strahlender Herbst war die Grundlage für einen österreichischen Traumjahrgang.

Ausgereifte, kristallklare Weine aus perfektem Traubengut: Das sind die Charakteristika des Jahrgangs 2021, ist man bei der Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM) überzeugt. Ein herrlicher Herbst sorgte laut einer Aussendung für balancierte, elegante Weißweine mit tiefer Frucht und rassiger Struktur sowie für kraftvolle, spannungsgeladene Rotweine – und das in allen österreichischen Weinbaugebieten.


Nach einem eher niederschlagsarmen Winter ließ der Frühling demnach lange auf sich warten. Der verregnete Mai war von einem Wonnemonat weit entfernt. Er brachte jedoch die lange ersehnten Niederschläge. Der Austrieb der Reben und ihre Blüte verzögerten sich dadurch naturgemäß, was aber auch Vorteile hatte: Im Unterschied zu den Weinbauländern südlich und westlich des Alpenhauptkammes blieb Österreich von Spätfrösten verschont.

Goldener Herbst sorgt für höchste Erwartungen

Juni und Juli brachte schließlich Sonne und Wärme – aber auch Hagelunwetter. Der August war dafür wieder kühl und regnerisch. Pünktlich am 1. September kam jedoch der große Umschwung: Eine strahlend sonnige Wetterphase setzte ein, die volle sechs Wochen anhielt und nur von zwei Regentagen begleitet war. Die Nächte wurden bereits Mitte September recht kühl, sodass ein deutliches Gefälle zwischen Tages- und Nachttemperaturen auftrat. Das sorgte für eine ausgezeichnete Aromenbildung in den Weißweinen und Vitalität in den Rotweinen. Ende Oktober gab eine föhnige Periode den Riesling-Lagen nördlich der Donau den letzten Reifeschub. Oidium, Peronospora und unerwünschte Botrytis-Nester hatten unter diesen Bedingungen keine Chance, und in einigen Gebieten beteuerten altgediente Weinbauern, noch nie zur Lesezeit so schönes, vollkommen gesundes Traubengut gesehen zu haben.

Mit einer Erntemenge von rund 2,4 Millionen Hektoliter liegt der Jahrgang 2021 im langjährigen Durchschnitt. Das bietet Grund zur Freude, denn europaweit verlief 2021 im Vergleich weniger positiv: Manche deutsche Weinbaugebiete erlitten drastische Ernteeinbußen; ebenso mussten die großen Weinbauländer Italien, Frankreich und Spanien teils empfindliche Verluste hinnehmen, großteils aufgrund von Spätfrösten.

Niederösterreich & Wien: Brillanz in Weiß & Rot

Von der Wachau bis nach Carnuntum und vom Weinviertel bis in die Thermenregion entstanden bei hoher Zuckerreife durchwegs extraktreiche, frische Weißweine von ungewöhnlicher Aromenvielfalt und rassiger Säurestruktur. Besonders zugute kommt das der niederösterreichischen Paradesorte Grüner Veltliner. 2021 besitzt sie neben dem obligaten Pfefferl auch eine tiefe Steinobstfrucht und cremigen Schmelz. Aber auch die Rieslinge zeigen sich sehr vielversprechend und dürften in eine hellfruchtige Richtung – mehr Pfirsich als Marille – gehen. Ebenso überzeugen die vollreifen, kraftvollen Sauvignon Blancs und Chardonnays sowie die sehr aromatischen Muskateller. Auch von den Wagramer Roten Veltlinern und den Raritäten der Thermenregion wie Rotgipfler und Zierfandler darf man einiges erwarten.

Die Säure liegt analytisch deutlich höher liegt als in vergangenen guten Weinjahren; es handelt sich aber fast ausschließlich um Weinsäure und kaum um Äpfelsäure. Dadurch wirkt sie nicht spitz oder gar unreif und wird sich sehr gut in das Gesamtbild der Weine einfügen.

Im süßen Sektor gelangen nach Längerem wieder Eisweine: Im Weinviertel wurden sie schon kurz vor und kurz nach Weihnachten eingebracht; im Kamptal, Kremstal und am Wagram war es dann zwischen 12. und 16. Jänner 2022 so weit.

Burgenländisches Optimum

Nach einem Traumherbst und der spätesten Lese seit vielen Jahren sind auch Burgenlands Winzer von der exzellenten Qualität der Jungweine begeistert. Die Weißweine verbinden Frische und Vitalität mit tiefer, glasklarer Frucht. Auch die Rotweine konnten von diesen optimalen Voraussetzungen profitieren, allen voran die beiden Leitsorten Zweigelt und Blaufränkisch. Die lange Vegetationsdauer und späte Lese sowie die analytischen Daten sprechen für einen Rotweintyp wie 2019, bei dem trotz hoher Reife eine elegante Struktur und exakt definierte Frucht im Vordergrund stehen. Manche sehen sogar den vielversprechendsten Rotwein aller Zeiten in ihren Fässern heranreifen, der in Konkurrenz zu den mächtigen und extraktsüßen Ausnahmejahren 2011 und 2017 treten würde. Von den französischen Rebsorten könnte der Cabernet in seinen Varianten Sauvignon und Franc diesmal für besonderes Aufsehen sorgen.

Nach dem langen, trockenen Herbst bildete sich im November auch eine wunderschöne Botrytis heraus, die den Winzern im Seewinkel und am Westufer um Rust hochgradige Dessertweine bescherte.

Steiermark: kleine Mengen, große Weine

Auch in der Steiermark fanden Austrieb der Reben und Blüte relativ spät statt; die ersehnten Niederschläge, die im Mai endlich fielen, konnten den viel zu trockenen Winter und Frühling allerdings nicht ganz kompensieren. Dies wird auch als Hauptursache für die kleinste Weinernte seit 2016 angesehen. Die unerwartet lange herbstliche Schönwetterperiode sorgte jedoch auch dort für ein Happy End und strahlende Gesichter der Weinbautreibenden. Fruchtexpression, Eleganz und Rasse der Jungweine begeistern laut ÖWM schon jetzt. Großes ist unter anderem von den Burgundersorten zu erwarten, aber auch die vollreifen wie vielschichtigen Sauvignon Blancs und die Gelben Muskateller, die diesmal mit ihrem Rosenduft nahezu Traminer-artig erscheinen, lassen einen großen Jahrgang erwarten.

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