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„Wir sind eine Bar ohne USP“


Gastronomiebetriebe mit mehreren Standorten und vielleicht noch einem Cateringangebot sind in der klassischen Gastronomie nicht ungewöhnlich. Bloß im Barbereich suchte man ein ähnliches Konzept hierzulande vergeblich – bis vor wenigen Jahren vier Profis die Kleinod- Gruppe gründeten.


Schöpfer mehrerer Kleinode der Wiener Barszene: Philipp Scheiber (liegend), Alexander Batik, David Schober und Oliver Horvath (sitzend v. l.) mit ihrer Crew. Fotos: Niko Mautner Markhof

2015 riefen Alexander Batik, Oliver Horvath, Philipp Scheiber und David Schober die Kleinod-Gruppe ins Leben, die derzeit an zwei verschiedenen Standorten in Wien mit den Bars „Kleinod“ und „Kleinod Prunkstück“ klassisches American-Bar-Ambiente verspricht. Zusätzlich bietet man mit dem „Kleinod Stadtgarten“ im Stadtpark eine der wenigen Open-Air-Bars in der Hauptstadt an, die allerdings das ganze Jahr über bespielbar ist und zusätzlich auch authentische Pizza & Co. anbietet. Dazu gibt es das Cocktail-Catering „Kleinod Überall“ und in der Tasting- Location „Kleinod Cocktail Salon“ werden schließlich auch Tageskurse im Cocktail-Mixen für Unternehmen sowie Teambuilding-Incentives angeboten. Begonnen hat alles im Oktober 2015 mit der Eröffnung des ersten „Kleinodes“ in der Singerstraße in der Wiener Innenstadt. Alexander Batik, Oliver Horvath, Philipp Scheiber und David Schober kannten sich aus verschiedenen Stationen von Wiens Bar- und Clubszene und beschlossen, ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen: Eine Bar, in der sich jeder wohlfühlt, die von der Atmosphäre und den Mitarbeitern lebt, in die man jeden Abend gehen kann. Eine Bar ohne USP! Oliver Horvath: „Ein Lokal mit einem USP ist ein anlassbezogenes Lokal und genau das wollen wir nicht sein. Wir wollen der tägliche Begleiter sein. Deswegen gibt es bei uns auch keine Ruhetage, damit man gar nicht erst überlegen muss, ob die Bar geöffnet ist.“

Barkultur an jeden Ort bringen

Das nächste Projekt war 2018 das „Kleinod Überall“, mit dem die vier Bar-Enthusiasten das erste Cocktail-Catering der Stadt ins Leben riefen. Ganz gleich, ob untertags, in der Nacht, auf einer Dachterrasse, am Schiff, im Palais, in einer Fabrikhalle oder im Park. Ziel ist es, klassische Bar- und Afterwork-Kultur temporär an (fast) jeden gewünschten Ort zu bringen, wo die Drinks vor den Augen der Gäste von Profis zubereitet werden.

Der dritte Streich folgte mit dem „Kleinod Prunkstück“, das im Jänner 2020, wenige Wochen vor dem ersten Lockdown, aus der ehemaligen „Kix Bar“ in der Bäckerstraße 4 in der Wiener Innenstadt entstand und als Symbiose aus klassischer American Bar, Tanzbar und eleganter Lounge gedacht ist. Nicht weniger als 29 Signature-Cocktails wie „Dead Rabbit“, „Red Snapper“, „Neo Cuban“ oder „Bonsai Sour“ hat Daniel Schober eigens kreiert. Architektonisch hat man hier eine Verbindung von den 1920er-Jahren zu den 20er-Jahren des 21. Jahrhunderts gesucht; ein stilistischer Brückenschlag über 100 Jahre.

Open-Air-Bar mit Gastronomie

Jüngstes Baby der Kleinod-Reihe ist der „Kleinod Stadtgarten“, eine Open-Air- Bar, die in der Vergangenheit bereits als Pop-up-Bar funktioniert hat und in den letzten Monaten deutlich überarbeitet wurde und auch einen wettersicheren Pavillon bekommen hat. Ob der Betrieb im Winter allerdings wirklich aufrecht bleibt, sei noch nicht entschieden, erklärt Horvath auf GASTRO-Anfrage. Im Gegensatz zu einer klassischen Bar denkt man im Kleinod Stadtgarten allerdings auch an die kulinarischen Bedürfnisse der Gäste und bietet mit dem Partner „l’autentico“ aus Döbling eine italienisch inspirierte Speisekarte, vor allem original neapolitanische Pizza aus dem 3,5 Tonnen schweren Pizzaofen, an.

Erfreulich ist laut Horvath jedenfalls, dass die Bars nach den Lockdowns wieder gut besucht sind, man hält bei rund 85 Prozent des Vor-Corona-Niveaus. Durch die Kurzarbeit musste man auch keine Mitarbeiter in den vergangenen Jahren abbauen, heute fehlen allerdings – wie überall in der Branche – Fachkräfte. Horvath: „Wir bräuchten deutlich mehr Leute. Und sollte dieses Problem einmal gelöst sein, könnte man sogar über weitere Projekte nachdenken.“

www.kleinod.wien

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