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Rauchverbot in der Gastronomie: Wirte sagen ihre Meinung

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Berndt Querfeld (l.) und Peter Dobcak, Fachgruppenobmänner im Wirtschaftsbund, fordern klare Regelungen in Sachen Rauchverbot für die Gastronomie und eine Liberalisierung der Schanigartenöffnung.

„Heute ist die Rechtslage A, und morgen ist sie B, und das alles ohne, dass wir nach unserer Meinung gefragt werden“, meinte Cafetier Berndt Querfeld, Obmann der Kaffeesieder im Wirtschaftsbund Wien, im Zuge der Diskussion über den Nichtraucherschutz in der Gastronomie. Die Mitglieder unter den Gastronomen und Kaffeesiedern wurden befragt, und das Ergebnis zeigte, dass 61 Prozent der Wiener Kaffeesieder und 56 Prozent der Gastronomen die aktuelle Regelung beibehalten möchten.

Peter Dobcak, Fachgruppenobmann der Gastronomie im Wiener Wirtschaftsbund: „Ein Großteil der Gastronome erklärte uns, dass sie mit einer neuen Regelung befürchten, erneut hohe Investitionen tätigen zu müssen. Beim letzten Mal waren die Ausgaben für 47 Prozent der Wirte sehr hoch, bei den Kaffeesiedern gar bei 59 Prozent.“ 55 Prozent der Kaffeesieder und 55 Prozent der Gastronomen bauten im Rahmen der Gesetzesänderung ihre Lokale um, österreichweit wurden 100 Millionen Euro investiert.

Rauchverbot: Entscheidungsfreiheit soll gewahrt bleiben

Die überwiegende Mehrheit bei den befragten Kaffeesiedern bewertet ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie als bevormundend, jeder Unternehmer solle die Entscheidungsfreiheit haben. Auch bei den Gastronomen spricht sich für eine Mehrheit für die Entscheidungsfreiheit aus. 49 Prozent der befragten Kaffeesieder befürchten große Umsatzeinbußen, sollte ein generelles Rauchverbot eingeführt werden, weitere 21 Prozent immerhin geringe Umsatzeinbußen. 21 Prozent sehen den Umsatz durch das Nichtrauchen nicht beeinflusst, neun Prozent rechnen hingegen mit einer Umsatzsteigerung. In der Gastronomie sehen für den Fall eines generelles Rauchverbotes 38 Prozent große Umsatzeinbußen auf sich zukommen, 23 Prozent geringe, 29 Prozent keine Umsatzveränderung und zehn Prozent ein Plus an Einnahmen.

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Rechtssicherheit ist ein vorrangiger Wunsch der Gastronomie, immerhin wurden rund 100 Millionen in Umbauten investiert.

„Die Frage die sich jetzt alle stellen: Selbst wenn wir jetzt wieder umbauen und alles retourniert bekommen – was kommt danach? Wie lange haben wir Rechtssicherheit? Die Rahmenbedingungen stimmen hinten und vorne nicht“, erläuterte Dobcak. „Ruhezeiten, Anzeigenflut, Belästigungsanzeigen, unerlaubte Gastraumerweiterung – alles ungelöste Probleme an die viele Verantwortliche nicht denken!“

Querfeld sieht die Lösung in der Liberalisierung der gesetzlichen Auflagen für die Schanigärten. Bei der Einführung eines generellen Rauchverbots sieht der Großteil der befragten Kaffeesieder einen Ausweg darin, ganzjährig Stehtische mit Aschenbechern vor dem Lokal bzw. ganzjährig Tische und Stühle in Form eines Schanigartens aufzustellen.

Rauchverbot: Ein Drittel der Cafetiers sieht Existenz bedroht

Klares Ergebnis der Umfrage: Die Wirte fürchten um ihre Existenz. Bei den Kaffeesiedern glauben 35 Prozent, dass ihre Existenz bedroht wäre, weitere 32 Prozent gehen davon aus, dass sie Mitarbeiter kündigen müssten, wenn ein generelles Rauchverbot käme. „Natürlich ist diese Frage eine Existenzfrage. Viele wissen nicht, was kommt“, erläuterte Querfeld. Dobcak verwies auf die Zahlen: „Sowohl in der Gastronomie als auch bei den Kaffeesiedern wurden die neuen Regelungen als Bevormundung angeprangert. Die Unternehmer wollen Unternehmer sein, um freie Entscheidungen zu treffen!“ Das generelle Rauchverbot ohne Ausnahmen in der Gastronomie hat sich EU-weit noch nicht durchgesetzt: In Portugal, der Schweiz, Tschechien und in den meisten deutschen Bundesländern darf unter bestimmten Voraussetzungen geraucht werden.

Querfelds Wünsche für seine Fachgruppe und die ganze Gastronomie: „Klare Regeln, keine Spielerein, Rechtssicherheit und finanzielle Unterstützung.“ Dobcak in Richtung der Verantwortlichen: „Wir möchten doch nur das machen, was wir am besten können: gute Gastgeber sein!“

Weitere Informationen: www.wirtschaftsbund.at

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