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Quo vadis Tourismus


Der Österreicher soll im Land bleiben! Und der „geborgte Gast“ aus dem Sommer 2020 soll zum Stammgast werden.


Um ihm das schmackhaft zu machen, müssen Anreize geschaffen werden. Zum einen versucht man, dem einheimischen Sommergast des Vorjahres Themen zu bieten, die er in „normalen“ Sommern im Ausland sucht. Erfolgreich waren dabei Angebote aus Natur, Wasser und Familie. Diese Gäste konnten den Wegfall der ausländischen Touristen zum Teil – abhängig von der Region – sogar überkompensieren. (WIFO Studie). Zudem wird Österreich als sicheres und verantwortungsvolles Gastgeberland wahrgenommen, was ein wesentlicher Faktor ist. Denn Sicherheit dominiert laut Reisenzahn das Urlaubsgeschehen. Wer hier nachvollziehbare Strategien vorweisen kann, hat gewonnen.

Die Destinationen versuchen aber auch gezielt, die Einheimischen anzusprechen. Ein exemplarisches Erfolgsmodell dafür ist die neue – personalisierte - Experience Card von Wien Tourismus, die sich explizit an Wiener richtet und für nur 25,00 ein ganzes Jahr lang Erlebnistouren und Ermäßigungen bietet. Noch vor einigen Monaten wäre so eine Karte in Wien undenkbar gewesen.

Quo vadis, Tourismus?

Wie war das doch geich mit den Zahlen? Tja, automatisches Wachstum ist vorerst einmal beendet, aber die Krise hat auch zu Umdenkprozessen geführt, die sich schon in einzelnen Strategien zeigt. Die Ferienhotellerie ist im August bereits zu 70 Prozent ausgebaucht. Aber „a gmahde Wiesn“ ist diese Branche trotz vieler Wiesen im Land trotzdem nicht. Es braucht klare Konzepte, um touristisch nicht nur wieder durchzustarten, sondern um langfristig auf der Erfolgsschiene zu bleiben. Die Frage lautet: Was hat die Pandemie wie verändert und wie müssen Destinationsmanager und Gastgeber in allen Unterkunftskategorien darauf reagieren? Eines steht fest: Ohne klarer Positionierung nützen die besten Konzepte nichts, aber genau daran arbeitet man gezielt. Auch die Zusammenlegung von – meist kleineren – Tourismusvereinen für ein gebündeltes Marketing ist ein Weg, wie es derzeit in der Steiermark der Fall ist. Hier werden aus 96 nunmehr 11 Tourismusdestinationen. Die Natur als Grundlage allen Tourismus ist unbestritten, und weil Österreich diesbezüglich klar im Vorteil ist, ist unsere Ausgangsposition eigentlich gar nicht so schlecht und die Chancen für einen langanhaltenden Tourismus-Flow ziemlich gut.

„Was macht Ihre Tourismusdestination künftig noch stärker?“„Was macht Ihre Tourismusdestination künftig noch stärker?“

Diese Frage müssen sich Touristiker gerade jetzt stellen. Die Krise hat fast alles im Tourismus verändert, von der Gästeansprache bis hin zu Marketingkonzepten. Die wichtigste Botschaft, die Schattleitner aus der Krise mitnimmt ist deshalb auch die Notwendigkeit der Flexibilität. Aus der Situation der vergangenen Monate entstanden, wird sie im touristischen Tagesgeschehen künftig über den Erfolg mitbestimmen. „Für einige Entwicklungen wurde die Krise zum fast dramatischen Beschleuniger, wie zum Beispiel die Besucherstromanalysen“, so Martin Schobert von Saint Elmos Tourismusberatung. Das Land Bayern finanziert hierzu sogar ein eigenes Forschungsprojekt mit einem stattlichen Jahresbudget. Ebenso hat die Besucherstromlenkung großen Auftrieb erhalten mit dem Ziel der Planung einer perfekten Customer Journey des Gastes. A1 und BÖTM schreiben sogar einen gemeinsamen Preis für Pilotprojekte in diesem Bereich aus.

Martin Schobert sieht die Nachfrage des Inlandsgastes sogar bis 2023 steigen, was für Destinationen zwei Rückschlüsse erlaubt: Erstens ist eine ehrliche Nahmarkt- Strategie notwendig und die muss zweitens auch abseits der großen Tourismuszentren erfolgen.

Und was macht nun eine Destination stärker? „Einen Lebensraum für Mitarbeiter und Gäste zu schaffen“, so die Erkenntnis bei den ÖTT. Das deckt sich mit der Visitor Economy Strategie aus Wien, einer Zukunftsvision für eine gedeihliche und nachhaltige Entwicklung der Destination selbst, im Einklang mit Besuchern und Bewohnern.

Sichtbar und erkennbar

Transparenz in allen Bereichen ist wesentlich, es muss für den Gast sichtbar und erkennbar sein. Hinsichtlich Kulinarik machen dies einige Leitbetriebe in der Gastronomie schon perfekt vor: Sie kaufen oft bei einem bestimmten Bauern ein, der dann mit einem Bild auf ihrer Karte prangt. „Regionalität als Trend erkennen“, ist laut BM Köstinger, wesentlich für den gesamten Tourismus. Für den langfristigen Erfolg sind eine enge Abstimmung mit dem Mitbewerber im eigenen Land genauso notwendig, wie das Verständnis für das Gesamtprojekt Tourismus. Ein gesunder Wettbewerb muss bleiben, aber mit Dumpingpreisen der Nachbarregion noch zwei Gäste abzuluchsen, soll der Vergangenheit angehören.

Nach der Öffnung am 19. Mai gingen die Buchungen in die Höhe - die Österreicher sitzen auf gepackten Koffern – sie abzuholen, ist nun Aufgabe der Touristiker.

Aus der GASTRO 05/21
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