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Im Bogen: Nomen est Omen

Bistro Bogen Bozen „Die mit Blumen geschmückte Decke ist das Highlight der Inneneinrichtung. Die umgedrehten, mit Trockenblumen gefüllten Körbe sind ein suggestives Bild, das Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens symbolisiert“, erklärt Silvia Marzani, Innenarchitektin bei noa*.
„Die mit Blumen geschmückte Decke ist das Highlight der Inneneinrichtung. Die umgedrehten, mit Trockenblumen gefüllten Körbe sind ein suggestives Bild, das Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens symbolisiert“, erklärt Silvia Marzani, Innenarchitektin bei noa*.


Das Bistro „Bogen“ im Bozen spannt tatsächlich den Bogen zwischen alt und neu und wird seinem Namen damit mehr als gerecht.


In einer der ältesten Handelsstraßen Bozens, der Laubengasse, wurde aus einer ehemaligen Werkstatt mit Tonnengewölbe ein Bistro. Verantwortlich war das Südtiroler Architekturbüro noa*, das ein Gebäude schuf, in dem sich historisches Erbe und zeitgenössische Raffinesse die Waage halten. Mit zwei Stockwerken ist das Haus eines der niedrigsten in der Straße, eine Außentreppe mit offenem Gang sowie Rundbogenportale brechen die sonst geschlossene Straßenfront. Stefan Rier, Gründer von noa* und leitender Architekt des Projekts: „Mit unserem Eingriff wollten wir, dass die lebhafte Vergangenheit von Bozen als Handelsstadt durch dieses Mauern deutlich sichtbar wird“. Das Projekt des Bistros betrifft den Raum im Erdgeschoss, in dem im 19. Jahrhundert Schuhmacher, Tischler, Holz- und Obsthändler arbeiteten und in dem sich später auch das erste Restaurant der Straße befand. Für die heutigen Eigentümer, die Familie Mayr, war der Bezug zur Geschichte ein wesentliches Element, Denkmalschutz und der Anspruch, die ursprüngliche Architektur der Bögen bestmöglich hervorheben, waren die Herausforderungen. So wurde an der Außenfassade das Gebäude sorgfältig in Aschweiß neu verputzt und der Eingangsbogen vergrößert und mit einem dreiteiligen schwarzen Metallfensterrahmen eine Lösung geschaffen, die dem abgesenkten Bogen folgt und eine gute natürliche Belichtung ermöglicht. „Bei unserer Recherche über die damals so genannte Karnergasse haben wir ein Gemälde des Malers Richard Wolff über das Leben an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert gefunden. Wir waren überrascht, im Vordergrund dieser Momentaufnahme das Eingangstor zum heutigen Bistro Bogen zu sehen“, so Stefan Rier.

Bohème-Ambiente

Im Innenraum sollten die vier Bögen betont werden, die auf beiden Seiten die fast 19 Meter lange Raumtiefe rhythmisch unterbrechen. Um dies zu erreichen, wurde horizontal und vertikal agiert. Im ersten Fall wurde der vorhandene Höhenunterschied im Eingangsbereich mit einem Eichenpodest ausgeglichen, während für den Boden ein grau-beiger Estrich gewählt wurde, der keinen starken Farbkontrast zu den Wänden bildet. Andererseits wurde die Beleuchtung so konzipiert, dass die Spotlights die Kurven der Bögen sanft akzentuieren. Mit Ausnahme der beiden Tische am Ende des Raumes gibt es keine Hängeleuchten.

Eine Atmosphäre im Bohème-Stil sollte es werden, zudem wollte die Besitzerin, Roswitha Mayr, dem Raum mit ihrer künstlerischen Begabung eine persönliche Note in Form von floralen Kompositionen verleihen. noa* hat diese Anregungen aufgegriffen und das Design um ein Blumen Motiv herum entwickelt, in der eine einladende sieben Meter lange Tafel unter einer Decke aus Blumenkörben im Mittelpunkt steht. Dieser Tisch ist etwas Besonderes: Die sechs Tischbeine sind verschieden und deuten einen improvisierten Tisch an, den eine Familie für sich selbst hergestellt haben könnte. Ein Spiegel verkleidet den zentralen Sockel und lässt ihn im Raum verschwinden. Die große Blumenkomposition über dem Tisch, die von der Decke herabzufallen scheint, ist Roswithas persönliche Kreation. Die hängenden Rattanlampen, die ebenfalls das Korbmotiv aufgreifen, finden ihren Platz inmitten der Blumen.

Verschiedene Raumatmosphären

Die Gemeinschaftlichkeit der großen Tafel steht im Gegensatz zu der Intimität der kleinen Tische mit Blick auf die Gasse. In den ersten beiden Bögen sind die Sitzplätze in die Nischen eingebaut und die Wände mit einem Stoff aus Blumendruck bespannt, was die Privatsphäre noch verstärkt. In einem Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart wurden die neuen Stühle aus Holz und Stoff mit neu lackierten Vintage- Stühlen abgewechselt.

Die Toiletten sind in einer Box untergebracht, die dank der gelochten Blechverkleidung mit Blumenmotiv zum Einrichtungsgegenstand werden. Unter Berücksichtigung vieler Details ist es gelungen, ein stimmiges Design mit zeitgenössischem Charakter in einer jahrhundertealten Struktur zu schaffen. „Ein Schritt in die Gegenwart und Vergangenheit Bozens zugleich“, wie Silvia Marzani, Innenarchitektin bei noa*, meint.

www.noa.network
www.bogen.bz

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