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Deutschland erklärt Österreich zum Hochrisikogebiet

Deutschland erklärt Österreich zum Hochrisikogebiet


Was sich in den letzten Tagen bereits abgezeichnet hat, ist jetzt Realität geworden: Kurz vor Beginn der Wintersaison erklärt Deutschland Österreich aufgrund der explodierenden Coronazahlen wieder zum Hochrisikogebiet. Das bestätigte aktuell der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn. Alle Deutschen, die auf Besuch nach Österreich kommen, müssen sich demnach künftig digital registrieren. Wer weder geimpft noch genesen ist, muss darüber hinaus nach der Rückkehr nach Deutschland in eine zehntägige Quarantäne, aus der er sich frühestens nach fünf Tagen freitesten kann. Keine Quarantänepflicht gibt es für Geimpfte oder Genesene.


Schon im November des Vorjahres hat Deutschland Österreich auf die rote Liste gesetzt, von der man erst im heurigen Juni wieder gestrichen wurde. Bisher befanden sich auf dieser Liste, die regelmäßig vom deutschen Robert-Koch-Instititut erstellt wird, die EU-Länder Slowakei, Litauen, Rumänien, Bulgarien, Kroatien und Slowenien. Neben Österreich werden aktuell auch Tschechien und Ungarn neu hinzugefügt.

Reisewarnung trifft Tourismus hart

„Auch wenn es vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Entwicklung zu befürchten war, trifft uns die Reisewarnung aus Deutschland nach dem kompletten Ausfall der letzten Wintersaison in Mark und Bein“, bezeichnet Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Reisewarnung als Hiobsbotschaft. Bereits durch Spekulationen und Ankündigen in den vergangenen Tagen waren zahlreiche Betrieben bereits von Stornierungswelle getroffen, berichtet die Branchensprecherin.

Tatsche ist, dass üblicherweise mehr als drei Viertel der insgesamt 73. Mio. Nächtigungen von Gästen aus dem Ausland gebucht werden, rund 37 Prozent aller Nächtigungen stammen von deutschen Gästen. An zweiter Stelle im Ranking der wichtigsten Winter- Herkunftsmärkte liegen die niederländischen Gäste mit rund 6,3 Mio. Nächtigungen. Kraus Winkler: „Besonders dramatisch trifft die Reisewarnung natürlich die Betriebe in den westlichen Bundesländern, wo der Anteil ausländischer Nächtigungen bei 80 bis teilweise über 90 Prozent liegt.“

Lösung zu Quarantänepflicht für Kinder gesucht

Als ein massives Problem bezeichnet Kraus-Winkler die Auswirkungen der deutschen Reisewarnung aufgrund der damit verbundenen Quarantänebestimmungen für Kinder: „Geimpfte und Genesene dürfen zwar nach wie vor bei uns urlauben und wir hoffen inständig, dass dies viele auch in Anspruch nehmen, aber deutsche Kinder unter 12 Jahren müssen nach der Rückreise 5 Tage in Quarantäne, Kinder über 12 Jahren die noch nicht geimpft sind sogar 10 Tage. Die Weihnachts- und Schiurlaubssaison ist natürlich die Familienreisezeit schlechthin. Niemand verreist, wenn die eigenen Kinder nach dem Urlaub noch in Quarantäne müssen. Ein Großteil unserer Betriebe hat auch ihre Zielgruppen genau dort. Wir hören jetzt schon von Betrieben, die mit einem Verlust von rund 50 Prozent ihrer Buchungen rechnen, andere sogar noch viel mehr, sodass es sich für sie diesen Winter schwierig werden wird, den Betrieb überhaupt noch wirtschaftlich zu führen.“ Die Branchensprecherin drängt daher auf ein rasches Verhandlungsergebnis auf politscher Ebene: „Wir brauchen dringend eine Lösung mit dem Ziel, eine quarantänefreie Rückreise zu ermöglichen, wenn die Kinder in eine Teststrategie eingebettet sind. Dies würde auch der EU-Empfehlung entsprechen.“

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