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Prickelnder Genuss


Je heißer es im Sommer wird, desto größer auch der Durst bei den Gästen. Eine Nachfrage, die man nicht nur mit Klassikern bedienen kann.


Wenn die Temperaturen steigen und die Schatten kürzer werden, bevorzugen die meisten Gäste leichte, spritzige, durstlöschende Getränke mit tendenziell weniger Alkohol. Aperol Spritz oder „Hugo“ sind die Klassiker, aber auch leichte Fruchtbowlen werden immer gerne genommen.

Der G‘spritzte hat hierzulande zwar immer Saison, aber bei 30 Grad aufwärts bestellen viele Gäste gerne einen Sommerspritzer – dessen Deckungsbeitrag auch nicht zu verachten sein soll. Aber auch (leichte, fruchtige) Weine werden im Sommer zunehmend gerne getrunken: „Der Sommer des Rosé ist angekommen. Ob Wein oder Sekt, Rosé von lokalen Winzern schickt sich an einer DER Renner der Saison zu werden“, weiß etwa Thomas Stölting, Bar General- Manager im Hilton Vienna Park. Gerne genommen wird nach seiner Erfahrung vor allem in den Abendstunden eine erfrischende Mischung aus Wermut&Tonic, die gegenüber dem klassischen Gin- Tonic weniger Alkohol beinhaltet.

AF-Drinks Trend Thomas Stölting vom Hilton Vienna Park setzt diesen Sommer speziell auf Mixgetränke mit hausgemachten Infusionen.
Thomas Stölting vom Hilton Vienna Park setzt diesen Sommer speziell auf Mixgetränke mit hausgemachten Infusionen.

Vom Barkeeper verschriebene Infusion

Generell seien sommerliche Mixgetränke hoch im Kurs in den Wiener Hilton- Bars, wobei Stölting die neu interpretierten Cocktails mit hausgemachten Infusionen hervorhebt: “Ob Clarified Pina Colada, Ritual Strawperol – das ist eine Aperol Spritz Variante mit hausgemachter Aperol-Erdbeer Infusion – oder unsere mittlerweile stadtbekannte Vermouth Experience; es ist für jeden Geschmack etwas dabei.” Nicht vergessen dürfe man laut Stölting auf alkoholfreie Drinks, die sich immer mehr im Kommen befänden: „Gäste ernähren sich immer bewusster und hierzu zählt immer mehr der Alkoholverzicht, bzw. noch wichtiger, der Verzicht auf zuckerhaltige Softdrinks. Daher bieten wir unseren Gästen hochwertige alkoholfreie Drinks, die nicht nur als alkoholfreie Cocktailalternative zählen, sondern ein Drink für jeden Anlass sind.“

AF-Drinks im Trend

Vor wenigen Wochen erst hat im neuen Flagship-Store von Interspar in der Wiener City das Restaurant „Mezzanin“ eröffnet. Aber auch hier ist das Angebot schon ganz auf Sommer getrimmt und man will leichte und farbefrohe Aperitifs, wie den Mirtillo Spritz sowie Gingerino Spritz anbieten. Klassiker wie Hugo und Aperol Spritz seien nach wie vor sehr stark nachgefragt und aus der Barkarte nicht wegzudenken, erklärt ein Sprecher auf GASTRO-Anfrage. „Im Trend sind aber auch alkoholfreie Alternativen – von regionalem Bier bis hin zum alkoholfreien Gin. Gerade lokale Fruchtsäfte wie jene vom Weinhof Preiß werden im Sommer im Mezzanin für Virgin Cocktails verwendet.“ Dass alkoholfreie Erfrischungen speziell unter Tags und bei hohen Temperaturen auch abseits von Limonaden, Fruchtsäften oder Mineralwasser immer stärker gefragt sind, hat dabei neue Getränkekategorien entstehen lassen, spannende Alternativen, die sich in ihrer Geschmackskomplexität nicht hinter Weinen oder Cocktails zu verstecken brauchen.

Säure trifft Süße

Ein aktuelles Trend-Getränk heißt „Shrub“ – und man ist geneigt, „Gesundheit“ zu erwidern. Tatsächlich ist „Shrub“ (ein altes arabisches Wort, das so viel wie „trinken“ bedeutet) ein traditioneller Name für essiggesäuerten Fruchtsirup, der aus den drei Grundsubstanzen Essig, Zucker und Früchten besteht. (In Großbritannien kennt man unter dem Namen auch alkoholische Drinks aus Zitrusfrüchten, Zucker und Spirituosen.) In den USA kamen alkoholfreie Shrubs dann im Zuge der Abstinenzlerbewegung und Prohibitionszeit stark in Mode. Ursprünglich war das Einlegen von Früchten in Essig eine beliebte Methode des Haltbarmachens vor dem Aufkommen der Kühlschränke. Mit Zucker und Wasser vermischt waren diese Getränke vor allem beliebte Erfrischungen im Sommer. Shrubrezepte gibt es etwa so viele wie es Köche gibt, hier hat jeder seine persönlichen Vorstellungen von Frucht- und Essigart oder Zuckermenge. Prinzipiell werden Früchte kleingeschnitten oder püriert und mit Zucker und Essig angesetzt. Danach wird die Flüssigkeit abgeseiht und der entstandene Sirup etwa mit (Soda-)Wasser verdünnt. Konkrete Tipps liefert das Internet zuhauf. Das Spannende an diesem Produkt ist außerdem seine Vielseitigkeit: Im Sommer kalt als Durstlöscher, im Winter kann man Shrub mit einer Scheibe Ingwer darin heiß wie einen Tee trinken. Und wenn man einen Schwarztee bestellt ersetzen ein paar Spritzer Shrub Zucker und Zitrone gleichzeitig – denn Zucker ist im Shrub ohnehin vorhanden und die Säure kommt dann eben vom Essig. Und: Shrubs lassen sich durch ihre unterschiedlichen Rezepturen sogar als Getränkebegleitung bei mehrgängigen Menüs einsetzen. Denn immer mehr Leute suchen auch zu einem guten Essen alkoholfreie Alternativen, die nicht süß und keine Kalorienbomben sind, aber trotzdem mit einem spannenden Eigengeschmack aufwarten können.

Säure trifft Süße

„Heumacherpunsch“

Ein weiteres Trendgetränk nennt sich „Switchel“ und ist im Grunde genommen eine erfrischende Mischung aus Ingwer, Apfelessig, Zitronensaft, Honig oder Ahornsirup und Wasser. Switchels stammen ursprünglich aus der Karibik und wurden in den amerikanischen Kolonien ein beliebtes Sommergetränk. Im 19. Jahrhundert schließlich konsumierten auch durstige amerikanische Bauern zur Erntezeit gerne einen Krug Switchel, daher auch der Spitzname „Heumacherpunsch“. Grundrezept: Ingwer schälen und in dünne Scheiben schneiden, Wasser aufkochen, Ingwer zugeben und kurz mitkochen. Vom Herd nehmen und rund 20 Minuten ziehen lassen. Essig, Zitronensaft und Honig oder Ahornsirup in eine Flasche geben und über Nacht kalt stellen. Mit Eiswürfeln, Zitronenscheibe und Minze servieren. Ebenso wie Shrubs sind auch Switchels durch ihr Süß-Säure-Spiel und ihre unterschiedlichen Zubereitungsmöglichkeiten vielseitige Getränke, egal ob pur oder als Basis für Mixgetränke. Und: Man weiß selbst, woher die verwendeten Zutaten kommen, wer also etwa Wert auf Bio-Qualität bei seinem Angebot legt, kann hier problemlos auch selbstgemachte Bio-Durstlöscher anbieten.

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