Symposium: Tourismus – quo vadis?

TitelbildFranz Neumayr

Der Tourismus gilt in Österreich als unverzichtbarer Erfolgsfaktor. Für die weitere positive Entwicklung dieser Wirtschaftssparte geht es vor allem darum, in Chancen statt in Problemen zu denken. Neben Herausforderungen wie Arbeitskräftemangel, Wettbewerbsfähigkeit und Energie sieht sich die gesamte Branche auch mit zunehmender Kritik aus der Bevölkerung in punkto „Treiber des Klimawandels“ konfrontiert. Muss man den Tourismus neu denken und wenn ja, wie? Diesen Fragen widmeten sich Touristik-Experten und Branchenvertreter beim „ZUKUNFT:TOURISMUS“-Symposium der Wirtschaftskammer Salzburg (WKS), das kürzlich im Karl-Böhm-Saal des Salzburger Festspielhauses Premiere feierte.

Die Corona-Jahre und die damit verbundenen Schließungen haben es mehr als deutlich gezeigt – der Tourismus ist für Österreichs Wirtschaft essenziell, ganze Regionen sind davon abhängig. „Doch der Tourismus steht an einer Zeitenwende, die angesichts der Themen Globalisierung und bestehender Krisen bereits voll im Gang ist. Die Entwicklung muss eindeutig in Richtung eines verantwortungsvollen Tourismus gehen, der Regionalität, neue Formen der Reise-Mobilität und nachhaltiges Wirtschaften im Einklang mit der Natur in den Fokus rückt“, bringt es Landeshauptmann Wilfried Haslauer, der auch für den Tourismus im Salzburger Land verantwortlich zeichnet, auf den Punkt.

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„Berühmte österreichische Gastlichkeit retten“

„Essenziell für die Zukunft des Tourismus in unserem Land ist die berühmte österreichische Gastlichkeit. Diese sehe ich in Gefahr, wenn wir uns nicht auf neue Wege wagen. Es ist unsere Pflicht, diese zu sichern“, so Fachgruppenobmann Georg Imlauer, der ergänzt, dass neben der Attraktivitätssteigerung des Berufes ‚Tourismuskaufmann bzw. -kauffrau‘ auch der Zugang für ausländische Arbeitskräfte erleichtert und professionalisiert werden sollte. „Dafür haben wir in der WKS zum Beispiel auch die Tourismusakademie aus der Taufe gehoben.“ Aktuell werden dort 34 Menschen bei voller Bezahlung zu Tourismus-Fachkräften ausgebildet. „So ist ein Leben auch für ausländische Arbeitskräfte in Ausbildung bei uns leistbar“, ergänzt Imlauer, dem es darum geht, junge ausländische Erwachsene mit Basis-Deutschkenntnissen dauerhaft nach Salzburg bzw. nach Österreich zu holen, um sie hier entsprechend auszubilden. Im Grunde gehe es um die Gleichstellung der Erwachsenen-Lehre mit der universitären Ausbildung, um dann die Rot-Weiß-Rot-Karte für die Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten.

Im Fokus: Mega-Trend Nachhaltigkeit

Univ.-Prof. Dr. Peter Filzmaier widmete sich in seinem Vortrag gezielt dem „Image der Tourismuswirtschaft“. Für eine positive Entwicklung der Branche gelte es zunächst, sich der wachsenden Kritik aus der Bevölkerung zu stellen. „In der öffentlichen Meinung wird der Wirtschaftssektor Tourismus immer öfter auch als ‚Umweltzerstörer‘ und ‚Treiber des Klimawandels‘ betrachtet. Die Branche muss sich mit dem eigenen Image auseinandersetzen und versuchen, dieses prägend mitzubestimmen, anstatt darüber zu jammern“, so Filzmaier. Wichtig sei in diesem Zusammenhang eine gelungene Kommunikation, um die eigene Branche sowohl bei Medien wie Gästen und Einheimischen gut zu positionieren. „Der Mega-Trend Nachhaltigkeit ist schon längst im Tourismus angekommen“, so die Salzburger Hoteliers Georg Imlauer und Albert Ebner. „Wie man anreisen kann, die Verwendung regionaler Zutaten bzw. regionale Gerichte bis zur Frage, wie mit den Ressourcen umgegangen wird, sind heute wichtige Entscheidungskriterien für Gäste“, berichtet Spartenobmann Albert Ebner.

Steuerliche Begünstigungen bei Überstunden und für Pensionisten

Antworten auf die Fragen werden von der Salzburger Tourismuswirtschaft auch von der Politik gefordert. Basis dafür ist der „Masterplan Tourismus“ des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft, der in den vergangenen Jahren bereits zukunftsweisende Konzepte für die Bereiche Nachhaltigkeit, Regionalität und Digitalisierung erstellt hat. „Jetzt gilt es, diese Konzepte umzusetzen“, so Imlauer, der für seine Branche u.a. fordert, die Arbeitnehmer steuerlich zu entlasten: „Wir müssen es für unsere Branche vor allem schaffen, die Attraktivität von Mehrarbeit zu erhöhen. Das kann dadurch gelingen, dass der bzw. die Angestellte für Überstunden keinen Arbeitnehmeranteil bezahlt. Der Arbeitgeberanteil bleibt davon unberührt.“ Und Albert Ebner ergänzt, dass es auch eine Flexibilisierung brauche: „Zum einen brauchen wir in unserem Zweig Menschen mit Erfahrung, d.h. es sollte attraktiv sein, auch in der Pension dazu zu arbeiten. Als älteres Semester zu arbeiten, sollte keine steuerlichen Nachteile bringen. Zum anderen braucht es auch entsprechende Saison-Kontingente für ausländische Arbeitskräfte. Dass das funktionieren kann, zeigt uns unser Nachbar Deutschland.“  Eine weitere Antwort könne auch in der Verlängerung der Saisonen liegen. „Hier sind wir Hoteliers und Gastronomen selbst gefordert“, resümiert Albert Ebner.

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