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TafelBox „rettet“ Essen aus der Gastronomie

Wiener Tafel TafelBox Kastner
Die TafelBox lädt ein, übrig gebliebene Köstlichkeiten vom Buffet nach Hause mitzunehmen. Mag. Martin Haiderer, Mag. Ulli Schmidt (Wiener Tafel), Mag. Christine Hochholdinger (Landwirtschaftsministerium) und Christof Kastner (Kastner-Gruppe) bei der Präsentation im Grand Hotel Wien (v.li.).

Die TafelBox soll einen großen Fortschritt in der Rettung von Lebensmitteln in Österreich einläuten: Das neue Konzept macht es möglich, übrig gebliebene zubereitete Speisen vor der Vernichtung zu bewahren und gleichzeitig den sozialen Transfer zu unterstützen. Mit der TafelBox bieten die Wiener Tafel und ihre Kooperationspartner Kastner, Pacovis und die Initiative „Lebensmittel sind kostbar“ des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft einen innovativen Lösungsansatz, um Essen zu „retten“. Ansprechpartner sind Gastronomie, Hotellerie, Cateringunternehmen und Eventagenturen: Gäste werden dazu ermuntert, zubereitete Speisen vom Buffet eigenverantwortlich in die TafelBox zu packen und zum späteren Verzehr mitzunehmen.

Der Hintergrund: Österreichweit landen jährlich rund 157.000 Tonnen an Lebensmitteln aus Privathaushalten im Wert von über einer Milliarde Euro im Restmüll. Insgesamt werden hierzulande jährlich mehrere hunderttausend Tonnen an genusstauglichen Lebensmitteln entsorgt. Einen nicht unerheblichen Anteil daran haben zubereitete Speisen, die im Rahmen von Caterings am Ende von Veranstaltungen – Konferenzen, Tagungen oder Meetings – übrig bleiben und somit entsorgt werden. Bislang war es der Wiener Tafel aus lebensmittelrechtlichen und logistischen Gründen nicht möglich, verkochte Speisen von Caterings, Buffets und Großküchen an Sozialeinrichtungen weiter zu verteilen.

Wiener Tafel: TafelBox zum Mitnehmen

Nun wird ein neuer Weg beschritten: Eine lebensmittelechte, gut verschließbare Lebensmitteltransportbox aus einem nachhaltig hergestellten und kompostierbaren Material lädt ein, köstliche Überbleibsel vom Buffet mit nach Hause zu nehmen. Die TafelBox kann direkt von Cateringunternehmen, Eventagenturen oder Veranstaltern für Events mit Buffet bei der Firma Kastner erworben werden. Bei einer Mindestabnahmezahl von 300 Stück (ein Karton) kostet die TafelBox 50 Cent. Von jeder TafelBox gehen 20 Cent als Spende für die soziale Transferarbeit an die Wiener Tafel. Mit einem Euro kann die Wiener Tafel bis zu zehn Armutsbetroffene mit Lebensmitteln versorgen.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, auch zubereitete Speisen in großem Stil davor zu bewahren, im Müll zu landen“, betont Mag. Martin Haiderer, Gründer und Obmann der Wiener Tafel. „Seit 15 Jahren rettet die Wiener Tafel erfolgreich originalverpackte Lebensmittel vor dem Müll und versorgt inzwischen 16.000 Armutsbetroffene in 99 Sozialeinrichtungen in Wien mit den Warenspenden von 168 Unternehmen.“ Mag. Haiderer weiter: „Wir stellen uns den Herausforderungen und beschreiten gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern mit dem Konzept der TafelBox Neuland: Die Rettung von bereits verarbeiteten Lebensmitteln soll im Zuge eines längerfristigen Prozesses sowohl durch das gezielte Anbieten von konkreten Lösungsansätzen als auch durch Gesetzesänderungen möglich werden. Mit dem Konzept der TafelBox schaffen wir Fakten und wollen beweisen: Mit klugen Lösungen und vereinten Kräften lassen sich auch gesellschaftlich hochkomplexe Probleme lösen“, ist Haiderer überzeugt.

„Qualitativ hochwertige, sichere und leistbare Lebensmittel sind wesentliche Grundelemente für ein lebenswertes Österreich. Die Sicherung dieser Lebensgrundlagen hat deshalb einen zentralen Stellenwert“, betont auch Ministerialrätin Mag. Christine Hochholdinger vom Landwirtschaftsministerium. „Aus diesem Grund hat das Bundesministerium die Initiative ,Lebensmittel sind kostbar!‘ gestartet“, schildert Hochholdinger. „Die TafelBox ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Projekt zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen.“

Lukas Schlosser, Bereichsleiter Kastner-Logistik betont: „Dieses einzigartige Projekt vereint gleich mehrere Themenbereiche: Bewusstseinsbildung zum sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln, Spendengenerierung für Bedürftige sowie die Möglichkeit, sich als Caterer verantwortungsbewusst zu zeigen und sich über das Anbieten von ,Green Buffets‘ vom Mitbewerb abheben zu können“. Christof Kastner, Geschäftsführender Gesellschafter der Kastner-Gruppe, schildert die Motivation zum Engagement: „Nahversorgung, qualitativ hochwertige Lebensmittel und Regionalität zählen seit der Gründung 1828 zu den Kernkompetenzen von Kastner. Bereits seit 1994 ist die soziale und ökologische Ressourcen-Schonung explizit in unserem Leitbild verankert.“ Ein starkes Signal als Leitbetrieb in der gehobenen Hotellerie setzt das Grand Hotel Wien: „Ich freue mich, dass wir die Wiener Tafel bei der Vorstellung der TafelBox – eines so sinnvollen und unterstützungswürdigen Projektes im Sinne der Nachhaltigkeit und des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen – mit unseren Räumlichkeiten unterstützen konnten“, so Generaldirektor Horst Mayer.

Nähere Informationen unter: www.wienertafel.at

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