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Generation Y – Herausforderungen und Potential der neuen Generation am Arbeitsmarkt

Sylvia-JOEBSTLAls Unternehmensberaterin für Personalmanagement in der Gastronomie und Hotellerie bin ich oft mit dem Thema der sogenannten „Generation Y“ konfrontiert. Diese Generation ist am Arbeitsmarkt angekommen und bringt neue Herausforderungen, insbesondere an die Führung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, mit sich. Allerdings ist sie auch mit viel Potential ausgestattet, das gefördert werden sollte. Folgendes Zitat hat mich zu diesem Artikel inspiriert:

„Als Trainer hab ich klare Ansagen. Aber heutzutage ist es fehl am Platz, zu autoritär zu sein. Heute ist es wichtig, Spaß und Freude mit einer klaren Linie zu verbinden. Die Spielergeneration hat sich verändert, da musst du als Trainer reagieren.“ (Franco Foda, Trainer SK Sturm)

Was hat mich hierbei hellhörig werden lassen? Mir hat der Ansatz gut gefallen, dass der Trainer reagieren muss, da eine neue Spielergeneration am Start ist. Der Trainer reagiert, statt die Generation zu verfluchen! Das lässt sich auch 1 zu 1 auf Unternehmensleitung bzw. Führungskräfte umlegen. Die Unternehmensführung muss reagieren, sich auf neue Werte und Prioritäten der Arbeitnehmer einstellen.

fragezeichen

Wer sind die eigentlich? Die Vertreter der Generation Y?

Ich werde sehr oft auf die „Jungen“ angesprochen, die nicht mehr belastbar seien, die nicht mehr arbeiten wollen, die nur die Freizeit im Kopf haben und ständig mit dem Handy spielen. Was genau ist nun die Generation Y und wie tickt sie? Es betrifft jene, die in den 1980ern und 1990ern geboren sind. Es wird ihnen nachgesagt, dass sie über monetäre Anreize nicht mehr zu leistungswilligen, motivierten Mitarbeitern werden und auch auf autoritäre Führung allergisch reagieren. Man sagt, es sind Faktoren wie Autonomie, was die Art der Aufgabenerledigung angeht, das Erkennen einer Sinnhaftigkeit der Tätigkeiten und die Entwicklungsmöglichkeiten, die sie antreiben. Mitarbeitern dieser Generation ist das soziale Umfeld (Kollegen und Vorgesetzte) wichtig. Dies in Kombination mit Weiterbildungsmöglichkeiten und interessanten Aufgabengebieten sei ausschlaggebend für die Arbeitgeberwahl. Generell bin ich immer sehr vorsichtig und mag es nicht besonders gerne, wenn ganze Generationen über einen Kamm geschoren werden. Ich würde nicht behaupten, dass wir (JA – auch ich wurde in den 80ern geboren ☺ ) alle verweichlicht und nicht leistungsbereit sind. Ich habe ein Einzelunternehmen gegründet, was jetzt nicht unbedingt für meinen ausgeprägten Wunsch nach mehr Freizeit spricht… Auch, dass wir ohne Sorgen leben, würde ich nicht unterschreiben, wir leben in einer Welt, in der nur eines sicher ist: „der Wandel“, in einer schnelllebigen und nicht sehr stabilen Zeit, auch was politische Situationen betrifft.

Generation Y am Arbeitsmarkt arbeitsmarkt-chancen

Und was sind nun die Chancen?

Ja, die Digital Natives können anstrengend sein, ständig das Handy in der Hand, am Arbeitsplatz wollen sie Mitbestimmung, aber oftmals keine Verantwortung übernehmen. ABER, ob man es gut findet oder nicht, Unternehmen werden lernen (müssen), mit ihr umzugehen, wenn sie weiterhin erfolgreich sein wollen. Ich breche eine Lanze für sie oder besser gesagt für uns. Bei allen Herausforderungen, gibt es auch wahnsinnig viel Potential, wenn man weiß, wie man dies fördern kann. Die Generation Y ist technikaffin, sie ist es gewohnt, schneller an neue Gegebenheiten anzupassen, sie ist bereit, ihr Wissen und Können in den Betrieb einzubringen und will nicht mehr stur ihrem Anführer folgen. Vertreter dieser Generation wollen eingebunden werden und über vieles Bescheid wissen, sie wollen die Strategie des Unternehmens kennen und überlegen sich gut, für wen sie arbeiten wollen. Das liebe Unternehmer und Führungskräfte fordert ein Vielfaches an Kommunikation, aber das wird belohnt werden. Wenn man, wie Franco Foda wohl meint, Unternehmensziele (klare Linie) und Leidenschaft (Spaß und Freude) miteinander verbinden kann. Nicht zu vergessen: sie sind oftmals sehr gebildet und haben eine tolle Ausbildung hinter sich gebracht. Während meiner Tätigkeit im Recruiting habe ich mit so vielen jungen Kandidaten gesprochen. Die häufigste Antwort auf meine Frage „Was soll Ihnen ein neues Unternehmen bieten können?“ war:

„Ich möchte mich einbringen können und ich will was lernen!“

Das zu ermöglichen erfordert einige Überlegungen und die passenden Führungskräfte, aber ich bin zu tiefst überzeugt, dass jene Betriebe, die auf diese Herausforderungen positiv reagieren, die sein werden, die es schaffen, auch die Generation „chill mal“ zum Brennen zu bringen.

Logo-joebstl-personalmanagement_großSylvia Jöbstl bietet als HR Expertin strategisches Personalmanagement, sowie Workshops und Trainings für die Gastronomie und Hotellerie an. Generationsmanagement ist auch ein Teil ihrer Beratungstätigkeit. Mehr Informationen: www.joebstl-pm.at 

 

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