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Michaela Reitterer, Präsidentin der ÖHV, im Interview

Michaela Reitterer InterviewWie sind die Aussichten der Hotellerie für die Sommersaison?
Mit Prognosen ist es momentan immer etwas schwierig. Gehen wir vom best case aus – die gesundheitlichen Rahmenbedingungen entwickeln sich bei uns und unseren Nachbarn weiter positiv – wird es noch immer für viele die herausforderndste Sommersaison ihrer Karriere. Das hört man im Gespräch mit Kollegen und zeigt auch eine Umfrage unter unseren Mitgliedern. Mehr als jedes zweite Hotel hat ein Auslastungsminus von 50 Prozent oder mehr. D.h. unterm Strich auch ein Minus von 50 Prozent Einnahmen und das vor dem Hintergrund von gleichbleibend hohen Kosten. Ferienhotels, vor allem jenen bei Seen, geht es etwas besser, hart trifft es die Stadthotellerie.

Wie lange braucht die Hotellerie realistisch, um wieder hochzufahren?
Kommt ganz darauf an. Hat man sein komplettes Team zusammen, kann es in der Regel relativ schnell gehen. Aber natürlich hängt das auch sehr stark davon ab, was für ein Betrieb ich bin. Als Wellness-Hotel mit Sauna-bereich werde ich mir in der momentanen Ausnahmesituation sicherlich teils auch kreativere Lösungen überlegen müssen als bereines spielsweise ein reines Businesshotel. Ich kann es nur für meinen Betrieb, das Boutiquehotel Stadthalle, sagen, da waren es 10 Tage – allerdings von Null raus – und als Stadthotel hatten wir auch noch nie geschlossen – eine völlig neues Terrain.

Wie hoch ist der Umsatzverlust aufgrund der Schließungen bereits jetzt?
Bei unseren letzten Erhebungen Ende April waren es durchschnittlich 1,2 Mio. Euro pro Betrieb. Da ist jetzt sicherlich noch ordentlich was dazu gekommen.

Welche Wünsche gibt es an die Politik?
Vorrangig muss endlich wieder die nötige Liquidität in die Betriebe kommen und die angesuchten Hilfen rasch und unbürlkratisch ausgezahlt werden. Wichtig wäre, dass die Kurzarbeit auf nachweislich vor Ausbruch der Krise vertraglich vereinbarte Arbeitsverhältnisse und Mitarbeiter mit einer Wiederbeschäftigungsgarantie ausgeweitet wird. Lohn- und Umsatzsteuersenkungen wären wichtig, damit die Konjunktur wieder anspringt.

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