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Jo, wir san mitn Radl(er) do!

Radler


Das Uralt-Lied wird heute zwar seltener von der fröhlichen Jugend gesungen, dafür aber umso öfter von den Brauereien, bei denen Radler zu einem wesentlichen Teil des Absatzes beitragen. Doch Biermischgetränke gibt es auch noch andere.


Es ist gerade mal etwa 20 Jahre her, dass in der Bierbranche eine Goldgräberstimmung herrschte: Radler waren auf einmal das hippste Getränk zwischen Neusiedler – und Bodensee, beinahe im Wochenrhythmus brachten heimische Brauereien neue Radler-Varianten auf den Markt, mit Bier gemischt wurde dabei so ziemlich alles, das nicht bei 3 auf dem Baum war: vom Johannisbeer- über den Zwetschken- bis hin zum Preiselbeer-Radler. Den meisten dieser Produkte war nur ein begrenztes Leben beschieden, bis auf wenige Ausnahmen liegt der Löwenanteil bei den Biermischgetränken heute auf den typischen Zitronen- Radlern in unterschiedlichen Varianten (klassisch, naturtrüb, alkoholfrei, mit oder ohne Zucker), auch die eine oder andere Grapefruit-Variante wird heute noch angeboten. Und aus dem Ländle schwappt der Trend des „Sauren Radlers“, also eines mit Wasser aufgespritzten Bieres, immer mehr in Richtung Osten. Die Zeit der großen Sortenvielfalt ist aber trotzdem schon länger vorbei – das obwohl der Marktanteil von Radlern am heimischen Biermarkt mit rund neun Prozent unverändert hoch ist.

Attraktives Biersegment

Gerade bei Frauen kommt der im Vergleich zu einem klassischen Bier weniger herbe Radlergeschmack oft gut an.
Gerade bei Frauen kommt der im Vergleich zu einem klassischen Bier weniger herbe Radlergeschmack oft gut an.

Dass Radler nach wie vor ein lukratives Segment sind, wissen aber natürlich auch die heimischen Brauereien und richten ihr Angebot danach aus. „Ein gesunder Lebensstil mit sportlichen Aktivitäten und bewusstem Alkoholkonsum hat in den letzten Jahren für viele Menschen an Bedeutung gewonnen. Und da passt natürlich auch ‚leichterer’ Biergenuss mit erfrischenden Biermischgetränken dazu. Das sorgt für steigenden Absatz in diesem Segment. Wir sind mit unserem Radler-Absatz durchaus zufrieden und natürlich wird die Nachfrage mit den steigenden Temperaturen und in den Sommermonaten noch weiter steigen“, weiß etwa Stiegl-Chefbraumeister Christian Pöpperl. Die Kombination aus leicht-herbem Geschmack und fruchtiger Süße würde demnach auch viele Konsumenten ansprechen, die nicht unbedingt zu den klassischen Biertrinkern gehören. Stolz ist man bei Stiegl vor allem auf das „Stiegl 0,0% Zitrone“, das den Trend der letzten Jahre zu alkoholfreien Getränken aufgreift. „Zudem ist es durch seine isotonische Wirkung das optimale Erfrischungsgetränk nach dem Sport, das den Mineralstoff-Haushalt auf natürliche Weise auffüllt“, so Pöpperl. Und auch beim Marktführer Brau Union freut man sich über die Absatzzahlen in diesem Bereich: „Das Segment der Biermischgetränke – insbesondere auch ohne Alkohol – entwickelt sich gut. Nicht zuletzt mit dem steigenden Gesundheitsbewusstsein wird es unseren Landsleuten immer wichtiger, in vielen Situationen Alkohol zu reduzieren oder ganz wegzulassen, auf künstliche Zusatzstoffe und Süßungsmittel zu verzichten“, lässt man dort auf GASTRO-Anfrage ausrichten. Zudem bietet die Brau Union nach wie vor ein recht umfangreiches Radler-Spektrum an, vom klassischen Zitronen-, oder Himbeer- Rhabarber- Radler (beide Gösser), über einen Sauren Radler (Fohrenburger) bis hin zur Hops-Range (Zipfer), bei der alkoholfreies Bier mit Hopfenlimonade in verschiedenen Geschmacksrichtungen kombiniert wird. Und das Segment der Biermischgetränke wird in nächster Zeit wohl sogar noch wachsen, wie man bei der Brau Union ankündigt.

Radler and more

Attraktives Biersegment Radler and moreDoch Radler sind vielleicht die bekanntesten, aber mitnichten die einzigen Biermischgetränke auf dem Markt. Von kreativen Biercocktails einmal abgesehen kennt man in der Szene etwa noch Mischungen von hellem Bier mit Apfelcidre unter dem Namen „Snakebite“. Und unsere nördlichen Nachbarn trinken vor allem in der Region Berlin gerne mal eine „Berliner Weiße mit Schuss“. Die Berliner Weiße ist ein sehr erfrischendes, alkoholarmes, obergäriges Bier, das mit einem großen Anteil Weizenmalz gebraut wird. Wer es mag, kann diesen speziellen Typ des Weizenbieres natürlich auch pur genießen, aber der – im Gegensatz zu den fruchtigen Aromen klassischer Weizenbiere – säuerliche Geschmack wird gerne mit einem Schuss Himbeer- oder Waldmeistersirup abgemildert und entsprechend als „Berliner Weiße mit Schuss“ in rot oder grün vermarktet. Und ähnlich wie beim Radler kommt das händische Mischen auch hier immer mehr aus der Mode zugunsten von fixfertigen Versionen in der Flasche.

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