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Pandemie hat Hotelbuchungs-Verhalten geändert

Hotelbuchungs Verhalten Gerade Gäste von Fernmärkten buchen ihre Quartiere gerne online.
Gerade Gäste von Fernmärkten buchen ihre Quartiere gerne online.

Die Direktbuchungen bei Hotels – per Mail, Telefon oder über die eigene Website – sind in den vergangenen zwei Jahren erstmals seit 2014 wieder leicht gestiegen. Lag der Anteil 2019 bei den Direktbuchungen in Österreich noch bei 61,5 Prozent, so liegt er aktuell bei 63,7 Prozent. Dies geht aus einer aktuellen Studie des europäischen Dachverbandes der Hotellerie und Gastronomieverbände HOTREC gemeinsam mit der Fachhochschule Westschweiz und dem Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), unter 3.900 Hoteliers aus ganz Europa hervor. Ziel der aktuellen Studie, die seit 2014 im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführt wird, ist die Entwicklung und Trends des Hotelvertriebs aufzuzeigen, wobei der Fokus besonders auf die Rolle der Online-Buchungsplattformen (OTAs) gelegt wird.


„Die Umfrage belegt einige europaweite Trends in der Hotellerie, die sich auch in den Umfrageergebnissen der rund 300 teilnehmenden österreichischen Betriebe widerspiegeln“, erklärt Hans Spreitzhofer, Obmann des Fachverbandes Hotellerie. Erfreut zeigt sich der Obmann über die Entwicklung bei den Direktbuchungen: „Corona ist und war für unsere Betriebe eine schwere Prüfung mit enormen Belastungen. Umso erfreulicher, dass wir in dieser schwierigen Zeit auch in Österreich wieder einen leichten Anstieg der Direktbuchungen verzeichnen können. Grund dafür ist sicherlich, dass Gäste während der Corona-Zeit verstärkt den direkten Draht mit den Hoteliers gesucht haben, um aus erster Hand detaillierte Informationen über die vom Hotel getroffenen Corona- Maßnahmen zu erhalten und sicherzustellen, dass alle Sonderwünsche erfüllt werden können. Ich hoffe nun natürlich, dass uns dieser Trend erhalten bleibt.“ Auch die digitalen Direktbuchungen über die hoteleigene Website steigen laut der HOTREC-Studie um acht Prozent – eine wichtige Botschaft an all jene Betriebe, die hier noch Verbesserungsbedarf bei ihren eigenen digitalen Direktbuchungsmöglichkeiten sehen!

Über ein Viertel aller Buchungen noch immer über Online-Buchungsplattformen

Trotz des leichten Anstiegs an Direktbuchungen zeigen die Ergebnisse der Studie allerdings auch auf, dass die Abhängigkeit der Hotels von den Online-Buchungsplattformen 2021 fast auf dem gleichen Niveau wie 2019 geblieben ist. Laut Studie laufen mehr als ein Viertel der Buchungen über Online-Buchungsplattformen. Konkret stehen den direkten Buchungen (63,7 Prozent) Buchung über OTAs mit einem Anteil von 25,7 Prozent gegenüber.

Einflussreichster Akteur unter den Plattformen ist – mit Abstand – Booking.com, mit einem Anteil von 71,2 Prozent am europäischen und einen Anteil von 74,7 Prozent am österreichischen Buchungsplattformen-Markt. Dahinter folgen mit großem Abstand HRS und Expedia mit 6,2 Prozent bzw. 5,1 Prozent Anteil. Bedenklich ist für Spreitzhofer, dass sich die Mehrheit der Hoteliers – 55 Prozent der Befragten – von den Plattformen unter Druck gesetzt fühlen, Geschäftsbedingungen zu akzeptieren, die sie sonst freiwillig nicht anbieten würden: „Natürlich ist es unser Ziel, die Abhängigkeit von den Buchungsplattformen weiter zu reduzieren und die Direktbuchungen zu forcieren.“ Gemeinsam mit der HOTREC werde der Fachverband Hotellerie sehr genau evaluieren, wie die neuen EU-Regularien für Online Plattformen – der Digital Market und der Digital Service Act – zu einem fairen Wettbewerb auf Augenhöhe beitragen können. Spreitzhofer: „Klar ist: Stammgäste und Gäste aus Nahmärkten sollen vor allem über Direktbuchungen angesprochen werden, bei den Fernmärkten verhelfen die Plattformen unseren Betrieben auch zu einer weltweiten Sichtbarkeit. Wie überall im Leben kommt es auf die Balance an, und an dieser müssen wir weiter arbeiten!“

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