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Obst und Gemüse bringt‘s

Obst und Gemüse


Pflanzen haben in Millionen Jahren Wirkstoffe entwickelt, um zu überleben. Das Gute daran ist, dass der Mensch davon profitieren kann.


Er kann die gesunden Stoffe nutzen, indem er reichlich Gemüse und Kräuter isst, und dazwischen auch etwas Obst nascht. Hinter der Pflanzenpower verstecken sich nicht nur Vitamine und Mineralstoffe, sondern vor allem sekundäre Pflanzenstoffe. Tausende Verbindungen, wie etwa Flavonoide, Terpene oder Polyphenole, wirken gesundheitsfördernd und sind perfekt in unterschiedlicher Kombination in Obst und Gemüse verpackt. Sie können helfen, Entzündungen zu bekämpfen, oder Krebs vorzubeugen. Die Stoffe wirken aber nur in der natürlichen Kombination im Lebensmittel so gut, isolierte Stoffe in Form von Tabletten oder Nahrungsergänzungsmitteln können da nicht mithalten. Mit Obst und Gemüse tut man nicht nur dem eignen Körper etwas Gutes, man senkt auch den eigenen ökologischen Fußabdruck.

Pflanzliches als Öko-Spitzenreiter

Fürs Klima ist es gut, viel Obst und Gemüse zu essen. Wer einen Blick auf die CO2- Bilanz wirft, wird staunen, wie gut pflanzliche Lebensmittel im Vergleich zu tierischen abschneiden. So werden bei der Erzeugung von einem Kilogramm Käse etwa 8.350 g CO2-Äquivalente freigesetzt, bei der gleichen Menge Fleisch zwischen 3.000 g und 13.300 g, bei Eiern 1.950 g, Joghurt 1.240 g, Teigwaren 930 g, Brot 780 g und bei Obst nur 460 g. Jedoch kann durch Transport, Verpackung oder Produktionsart auch bei Obst und Gemüse die Freisetzung von CO2-Äqivalenten auf 1.200 g ansteigen. Auch der Verarbeitungsgrad wirkt sich auf die Ökobilanz aus. Obst aus der Konserve schneidet fast drei Mal so schlecht ab wie frische Ware. Heimisches Obst und Gemüse zur Saison ist nicht nur sehr ökologisch, sondern schmeckt auch am besten, wenn es reif geerntet wird.

Drei Mal am Tag

Gemüse hat besonders wenige Kalorien und Kürbis, Gurke und Salat gehören zu den kalorienärmsten Vertretern. Nicht minder gesundheitsfördernd sind Hülsenfrüchte, die reichlich Eiweiß enthalten und besonders ballaststoffreich sind. Etwa drei Portionen Gemüse sollte jeder am Tag essen. Denn wer reichlich Gemüse isst, versorgt den Körper mit genügend Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, was helfen kann, Krankheiten vorzubeugen. Das gilt aber nur, wenn das Gemüse frisch ist und noch alle Nährstoffe enthält. Auch Tiefkühlgemüse hat meist gleich viele Vitamine wie frisches Gemüse, oder sogar mehr. Es spricht somit nichts gegen den Griff zum Tiefkühlpackerl, doch gerade jetzt im Frühjahr bietet der Markt alles, was das Herz begehrt. Frische Salate, Zucchini, Radieschen, Erbsen und Karotten, aber auch das erste heimische Obst, die Erdbeeren, erfreuen den Gaumen.

Zwei Mal am Tag

Obst enthält zwar kaum Kalorien, der Gehalt an Nährstoffen ist dafür aber eher gering, denn die meisten Sorten bestehen aus 75 bis 90 Prozent Wasser. Gerade der oft hohe Gehalt an Fruchtzucker spielt eine Rolle, denn Weintrauben, Zwetschken und Feigen schmecken nicht ohne Grund verführerisch gut und süß. Das ist auch der Grund, warum mehr Gemüse als Obst auf dem Teller landen sollte, denn es ist nährstoffreicher und gleichzeitig ärmer an Fruchtzucker. Aber auch Obst hat gesundheitlich einiges zu bieten. Marillen oder Honigmelonen sind top bei Vitamin A und Karotinoiden, die antioxidativ wirken und das Immunsystem fit halten. Beeren strotzen vor Vitamin C, das sich meist direkt unter der Schale befindet. Das ist der große Vorteil von Ribisel, Himbeeren und Erdbeeren, sie werden mit der Schale genascht. Sie enthalten zusätzlich wichtige Ballaststoffe für einen gesunden Darm und für niedrige Fett- und Zuckerwerte im Blut.

Vom gesundheitlichen Standpunkt aus gesehen sollten die meisten Menschen wesentlich mehr pflanzliche Nahrung zu sich nehmen.

Erdbeere, die königliche Beere

Im Juni beginnen die ersten Beeren zu reifen. Himbeeren, Erdbeeren oder Ribisel verführen zum Naschen und zum Zubereiten köstlicher Desserts. Eines haben aber alle Beeren gemeinsam, sie schmecken frisch geerntet am besten. Die Erdbeere ist und bleibt die edelste unter den Beeren. Sie schmeckt süß aromatisch und ist nicht so säurebetont wie die Ribisel. Sie harmoniert mit Milchprodukten wie Schlagobers, Joghurt und Topfen sehr gut, passt hervorragend zu Schokolade und kann auch gut mit verschiedenen Kräutern. Wer es klassisch mag, kombiniert sie mit Vanille oder Zitronenmelisse, wer das Exotische bevorzugt, wählt Estragon oder Basilikum und wer es scharf mag, der würzt sie mit etwas Pfeffer und Balsamicoessig. Puristen bevorzugen die Erdbeere einfach pur, höchstens mit etwas Zucker und Schlagobers.

Von „Lambada“ bis „Polka“

Auf zum Tanz! Keine Sorge es geht noch immer um die Erdbeere. Was wie die Namen von Tänzen klingt, sind einfach nur verschiedene Erdbeersorten. So verbergen sich hinter „Julietta“ oder „Symphony“ – Erdbeerpflanzen. „Mieze Schindler“ gilt jedoch als die Praline unter den Erdbeeren. Die aromatische Frucht ist etwas kleiner und ähnelt durch die Erhebungen einer Himbeere. Sie wird daher auch als Himbeererdbeere bezeichnet und die dunkelroten Früchte schmecken besonders süß und werden gerne für Marmeladen verwendet. Einige Erdbeerbauern bauen in geringen Mengen die edle Sorte wieder an und auch neue Züchtungen können den Gaumen wieder verzücken. Die Sorte „Renaissance“ soll an die Mieze Schindler geschmacklich heran kommen.

Edle Artischocke

Artischocken sind ein sehr altes Gemüse, das bereits von den Ägyptern genutzt wurde. Bereits 500 Jahre vor Christus wurden sie im östlichen Mittelmeergebiet angebaut und auch die Römer schätzten die Blütenknospe. Etwa im 15. Jahrhundert wurde das Gemüse immer beliebter und auch in England, vor allem aber in Frankreich bekannt. Die Franzosen bezeichneten die Artischocke als „Königin der Gemüse“ und glaubten an ihre erotisierende Wirkung. Von Artischocken werden der Blütenboden und das Artischockenherz sowie die verdickten Innenseiten der Blattansätze verarbeitet. Das Gemüse ist nichts für „geizige“ Köche, denn es fällt viel Abfall an, alles Holzige und Fasrige wird weggeschnitten. Nach dem Putzen wird das Gemüse, das roh und gekocht genossen werden kann, sofort in Zitronenwasser gelegt, damit es sich nicht unappetitlich grau-schwarz verfärbt. Artischocken schmecken leicht bitter und das macht sie so gesund. Der Bitterstoff „Cynarin“ regt die Verdauung an und verbessert die Leberfunktion. Sie regelt auch die Blutfettwerte und den Cholesterinspiegel. Artischockenextrakte wirken entgiftend und sind gut für Leber und Galle, werden aber aus den Artischockenblättern hergestellt.

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