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Küche mit sozialem Mehrwert Teil 2

ein vielköpfiges Team in magdas Küche sorgt für einen reibungslosen Ablauf in der Produktion. Schließlich gilt es, pro Woche 12.000 Portionen feinster Gerichte für unterschiedlichste Kunden zu kochen
Ein vielköpfiges Team in magdas Küche sorgt für einen reibungslosen Ablauf in der Produktion. Schließlich gilt es, pro Woche 12.000 Portionen feinster Gerichte für unterschiedlichste Kunden zu kochen

Lösung eines sozialen Problems

Der soziale Gesichtspunkt hat aber noch weitere Facetten: Das Küchenteam mit 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besteht zu einem Drittel aus Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen Herausforderungen zu meistern hatten, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen – ehemals Langzeitarbeitslose, Menschen mit Behinderung oder Fluchthintergrund. Zudem werden derzeit auch zwei Lehrlinge ausgebildet.magdas wurde im April 2012 als Tochter der Caritas der Erzdiözese Wien gegründet. Der Social-Business-Gedanke geht auf Nobelpreisträger Muhammad Yunus zurück: Alle magdas Projekte tragen sich wirtschaftlich selbst, ihr oberstes Unternehmensziel ist die Lösung eines sozialen Problems. Caritas Wien-Geschäftsführer Alexander Bodmann: „Wir wollen beweisen, dass soziales Handeln und wirtschaftlicher Erfolg kein Widerspruch sind. Wir fokussieren uns auf die Stärken unserer Mitarbeiter und nicht auf etwaige Defizite.“ Auch das magdas Hotel im zweiten Bezirk wird nach diesen Kriterien geführt – vor vier Jahren eröffnet, erfreut es sich bei Touristen großer Beliebtheit und wird auch von Wienern gerne als Grätzel-Treffpunkt, beispielsweise für den Sonntagsbrunch, genützt.

Ökologisch nachhaltig

Lösung eines sozialen Problems : Robert Kocevar, Betriebsleiter von magdas Essen, schätzt die Vorteile der vernetzten Küche. Produziert wird nach dem Cook- and Chill-Verfahren
Robert Kocevar, Betriebsleiter von magdas Essen, schätzt die Vorteile der vernetzten Küche. Produziert wird nach dem Cook- and Chill-Verfahren

Neben dem sozialen Gedanken wurde der Anspruch, einen gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen, auch beim Bau der neuen Küche konsequent weiter gedacht. „magdas Küche sollte nicht nur sozial, sondern auch ökologisch nachhaltig sein. Nachhaltiges Bauen ist zwar nicht billiger als herkömmliches Bauen, aber auch nicht teurer und schont dabei langfristig Ressourcen“, erklärt magdas Geschäftsführer Michael Kleinbichler.Um dieses Ziel zu erreichen, wurden bereits in der Planungsphase Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen involviert: Vom integralen „Planungsbüro ATP architekten ingenieure“, über die Experten für nachhaltiges Bauen „ATP sustain“, bis hin zu den Re-use- und Recycling-Initiativen „HarvestMAP eG“ und „materialnomaden“.Das Gebäude vereint neueste Umwelttechnik mit Bauteilen, die Geschichten erzählen: In der Innenraumgestaltung finden Bauelemente aus Abbruchprojekten eine neue Verwendung. Sie konnten in Zusammenarbeit mit den Experten von „materialnomaden“ rückgeführt und aufgewertet werden. So wurde etwa der Parkettboden aus einem ehemaligen Seniorenwohnhaus wiederverwendet. Die Paneelenwand in der Kantine zierte vormals als Deckenverkleidung ein OMV-Bürogebäude. Die Holzverkleidung und der Boden der Terrasse wurden aus Brettern eines alten Stadels gefertigt. E-Ladestationen, Urban Gardening auf der Dachterrasse sowie Barrierefreiheit zeichnen die Qualität des Projektes zusätzlich aus. Rund um das Haus entstand ein Obstgarten mit Blumen und Sträuchern, die für gutes Absickern des Regenwassers sorgen. Im Sommer können Obst und Gemüse in den Altholz-Hochbeeten des Gemeinschafts­gartens geerntet werden.

Catering mit Interaktion

Doch zurück zur gastronomischen Vielfalt: magdas Essen bietet seine Köstlichkeiten auch im Rahmen eines Caterings an. Nach dem Buffet wird die „Schöpfung“ serviert – Töpfe, voll mit internationalen Speisen, aus denen sich die Gäste selbst bedienen können und die zur Interaktion anregen sollen. Dazu werden Bio-Säfte und fair gehandelter Tee oder Kaffee gereicht, Blechkuchen oder Brownies sorgen für einen süßen Abschluss. www.magdas.at

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