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Branche wehrt sich gegen verpflichtende Herkunftskennzeichnung

gegen verpflichtende Herkunftskennzeichnung Ob das Rindfleisch aus Österreich, Deutschland, Argentinien oder einer anderen Region kommt, wollen die meisten Gastronomen flexibel entscheiden können.
Ob das Rindfleisch aus Österreich, Deutschland, Argentinien oder einer anderen Region kommt, wollen die meisten Gastronomen flexibel entscheiden können.

In der heimischen Gastronomie gärt es: Grund dafür ist der jüngste Vorstoß der Grünen, eine seit Jahren diskutierte verpflichtende Herkunftskennzeichnung auch für die Gastronomie einzuführen. Es gehe um Kantinen, öffentliche Küchen, Schulen, Betreuungseinrichtungen „bis hin zu Restaurants und Catering“, so Gesundheitsminister Rudi Anschober aktuell bei einer Pressekonferenz. Gekennzeichnet werden soll die Herkunft von Fleisch, Milch und Eiern. Es gehe um mehr Regionalität, Qualität und Tierschutz, aber auch darum, dass Österreich jetzt Vorreiter in der EU sei. Der Koalitionspartner ÖVP bremst indes noch. Die Kennzeichnungspflicht für die Gastronomie sei im Regierungsprogramm bewusst als freiwillige Maßnahme vereinbart worden, meint Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger.


Vor allem in der Wirtschaftskammer will man aber von einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung nichts wissen. „Unsere Betriebe sind insgesamt seit über einem halben Jahr geschlossen, viele Wirte sind angesichts der nicht vorhandenen Öffnungsperspektive verzweifelt und im Gesundheitsministerium arbeitet man an einem europaweit einzigartigen Schritt an weiteren bürokratischen Belastungen für eine am Boden liegende Branche? Wäre die Lage der heimischen Gastronomie nicht so ernst, könnte man fast versucht sein, angesichts des heutigen Datums an einen schlechten Aprilscherz zu denken“, zeigt sich Mario Pulker, Obmann des Fachverbandes Gastronomie, über Anschobers Vorstoß verärgert.

„Bürokratiemonster“

„Das Regierungsprogramm unterscheidet unserer Ansicht nach zwischen Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung, nur hinsichtlich der letzteren wird eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung angestrebt. Für mich ist es vollkommen unverständlich, warum von dieser Vereinbarung mitten in der größten Krise der heimischen Gastronomie abgegangen wird. Gerade jetzt, angesichts der steigenden Infektionszahlen, sollte die Pandemiebekämpfung im Fokus stehen, damit die Gastronomie endlich eine Öffnungsperspektive hat, anstatt unserer Branche mit einem weiteren Bürokratiemonster womöglich den Todesstoß zu versetzen“, so Pulker weiter. Auch aus europarechtlicher Sicht sei der Vorschlag extrem bedenklich und widerspreche mit der Kennzeichnungspflicht für alle Fleischsorten eindeutig den Vorgaben des EU-Rechts, wie auch bereits ein Rechtsgut von Univ.-Prof. Dr. Walter Obwexer ausführe.

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