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Alles aus einem Topf

Es gibt kaum ein Lebensmittel, das nicht zu einer Suppe verarbeitet werden kann.
Es gibt kaum ein Lebensmittel, das nicht zu einer Suppe verarbeitet werden kann.

Ein Teller voll Eintopf oder Suppe, oft in nur einem einzigen Topf gekocht, überzeugt meist durch die Einfachheit. Ganz so simpel sind viele Rezept aber dann doch nicht.


Beide Gerichte zum Löffeln erfreuen sich großer Beliebtheit und für viele beginnt ein richtiges Essen erst mit einer guten Suppe. Sie wärmt den Körper, stillt den ersten Hunger und tut dem Magen gut. Suppenliebhaber schwören darauf! Eintöpfe wiederum sättigen gut und sind bereits eine vollwertige Hauptmahlzeit und darin liegt eigentlich auch der einzige große Unterschied. Suppen isst man in unseren Breiten als Einstieg, Eintöpfe kommen als Hauptgang auf den Tisch. Und wer gutes Essen schätzt, weiß auch, dass beide viel Liebe beim Kochen brauchen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Einfach alles in einen Topf zu werfen, ist eindeutig zu wenig. Auch Topköche entdecken und interpretieren die Topfküche neu, vor allem durch das verstärkte Bekenntnis zu mehr Regionalität und zu den eigenen Wurzeln. Seit den Lockdowns boomen in Restaurants Gläser mit Eingemachtem zum Mitnehmen oder liefern lassen, oft mit delikaten Suppen oder Eintöpfen für das Außer-Haus-Geschäft. In wärmespeichernden Verpackung sind sie optimal für das „to go“-Segment.

Andere Länder, andere Topfküche

Jedes Land und jede Region hat ihre eigene Suppen- und Eintopfkultur. In Fernost sind Nudelsuppen mit den unterschiedlichsten Variationen an Suppennudeln und –einlagen Tradition. Die japanische „Misosuppe“ ist eine leichte Vorspeise, Suppen mit „Sopa“, den grau-braunen Nudeln aus Buchweizen, werden gerne als Hauptgericht serviert und zu guter Letzt wird in Japan auch Suppe als Abschluss eines Essens geschlürft. „Mulligatawny“ ist eine scharfe Suppe aus Hühnerfleisch und Tomaten aus Indien, die reichlich mit Curry und Muskatblüte gewürzt wird. Oft werden zusätzlich Gemüsestreifen, Reis oder Nüsse verwendet. Da in Indien alle Speisen gleichzeitig aufgetragen werden, sind Suppen als einzelner Gang völlig unbekannt. Die Fischsuppe „Bouillabaisse“ ist in Frankreich ein Nationalgericht, Spanien kann mit der kalten Suppe aus Gurken, Paprika und Tomaten, der „Gazpacho“, aufwarten und in Norddeutschland erfreut sich die Aalsuppe größter Beliebtheit. Es gibt also kaum ein Lebensmittel, das nicht zu einer Suppe verarbeitet werden kann und kaum eine Region auf der Erde, in der es keine Suppen gibt, natürlich auch bei uns. Die zahlreichen Redewendungen spiegeln die Bedeutung wider. Wer in Österreich oder Bayern „auf der Brennsuppe daherschwimmt“, ist ein beschränkter oder unbedeutender Mensch. Wer die „Suppe auslöffeln muss, die er sich einbrockt“, muss ein Problem selbst lösen und wer immer in der Suppe ein Haar sucht und findet ist ein Mensch, der häufig nur das Negative sieht. Eintöpfe sind vor allem in Mittel- und Lateinamerika sehr beliebt. Der würzige Eintopf „Gumbo“ aus der Südstaatenküche Amerikas ist eine lange gekochte Fischsuppe mit Fleisch oder „Clam chowder“ eine über die Grenzen hinaus bekannte Muschel- und Fischeintopf mit Venusmuscheln. Auf den Philippinen ist der Eintopf „Menudo“ mit Schweinefleisch, Leber, Gemüse in Tomatensauce Tradition. Das französische „Pot-au-feu“, das irische „Stew“ oder der spanische „Cocido“ zeigen, wie abwechslungsreich Gerichte aus einem Pot sind. Aber auch die Österreichische Küche kann mit etlichen Eintopfgerichten aufwarten. Ein gutes Erdäpfelgulasch oder ein Ritschert mit Rollgerste und Selchfleisch sind Klassiker. Sie sind meist einfach, aber herzhaft und lassen sich je nach Jahreszeit variieren. Jetzt im Herbst dürfen sie ruhig etwas deftiger schmecken und bei kaltem Wetter so richtig einheizen.

Nachhaltiges Löffeln

Es gibt auch kaum ein Lebensmittel, das man nicht in Suppen oder Eintöpfen verwenden kann. Von Fisch, Fleisch und Innereien bis hin zu Gemüse, Hülsenfrüchten oder auch Obst wie Äpfel und Birnen. Vor allem preisgünstige Teile von Tier, Fisch und Gemüse passen perfekt in den Topf. So sind Suppen und Eintöpfe nachhaltige Gerichte, da im Sinne von „Nose to tail“ und Leaf to root“ beinahe alles verwertet werden kann. Die Strünke vom Brokkoli oder die Blätter der Roten Rübe, nicht so geschätzte Fleischteile wie Innereien oder Zunge, geschnitten und mit anderen Lebensmitteln gekocht, sind sie quasi im Sud versteckt und überzeugen so auch verwöhnte Gaumen.

Schlichtheit am Teller

Außer bei Cremesuppen, deren Inhalt püriert wird, ist es ein No-Go, dass die Einlagen zu weich gekocht werden. Je nach Garzeit werden die Zutaten auf Etappen in den Topf gegeben und gegart, sodass alles wunderbar harmonisch schmeckt und auch noch etwas Biss hat. Ein Eintopf ist kein Brei, die Suppeneinlage nicht nur zum Schlucken, sondern auch zum Kauen da. Und das zeigt neben der Harmonie der Zutaten und dem Würzen das eigentliche Können des Kochs. Nachdem alle Zutaten geschnitten worden sind, kommt es auf das Timing an. Alles in den Topf, aber alles zur richtigen Zeit. Das Anrichten der Gerichte ist einfach, mit dem Schöpflöffel Suppe oder Eintopf in den Teller geben, mit einigen Kräutern garnieren. Die Gerichte kommen ohne viel Schnickschnack aus, denn es sind einfach nur Suppe und Eintopf, und keine Bowls mit allerlei Toppings.

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