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Besser als Heinzelmännchen


Im Küchenalltag bestimmen viele kleine Gerätschaften die Arbeitsabläufe.


Die Rationalisierung von Arbeitsabläufen beim Kochen ist durchaus keine Erfindung der Neuzeit – im beginnenden industriellen Zeitalter wurden die Grundsteine für viele moderne Küchenhelfer gelegt, die neben der Elektrifizierung nur wenig an konstruktiver Neuentwicklung bedurften, um ihre heutige Form und Funktionalität zu erreichen.

Rührwerkzeuge zählen wohl zu den ältesten Hilfsmitteln in der Küche, mit ihnen lassen sich diverse Zutaten homogen vermischen oder schaumig aufschlagen. Das geht zwar mit einem Schneebesen einwandfrei, der zeitliche Aufwand um z.B. Eischnee aufzuschlagen ist aber beträchtlich. Die Blaupause für sämtlicher Handmixer lieferte der 1870 patentierte Williams Egg Beater mit seinen beiden dickbauchigen Rührbesen, die mittels Handkurbel gegenläufig rotieren – packt man das Prinzip zusammen mit einem Elektromotor in eine Gehäuse, kommt der allgegenwärtige Handmixer heraus. Vergrößert man das Design und entwirft man ein Modell mit fixem Standfuß und einer Schüssel, hat man das Rührwerk erfunden, wie es zur Herstellung von flüssigen und pastösen Massen (Suppen, Saucen und Teigen) verwendet wird. Soweit gibt’s in der Küche nichts wirklich Neues.

Pasta & Co.

Ob Marco Polo die Nudel (und das dazugehörige Teigrezept) von seinen Reisen durch Asien nach Europa brachte oder ob ähnliche Formen, einen Teig aus Ei, Mehl und Wasser zuzubereiten und diesen in vielen Formen zu verarbeiten, sowieso ein kosmopolitisches Küchenphänomen darstellt: Nudeln sind einfach ein Bringer. Vor allem dann, wenn sie selbst hergestellt werden. Einfach und kostengünstig in der Herstellung (nur eine der Anwendungen eines professionellen Rührwerks) lassen sich schon mit einer handbetriebenen Nudelmaschine viele Variationen des Themas auf den Teller zaubern. Spannend wird die ganze G’schicht’, wenn es um gefüllte Teigwaren geht. Von Hand gekrendelte Kärntner Kasnudeln oder Mezzalune in allen Ehren – diese zeitraubende Handarbeit, die in jeder Profiküche unbezahlbar ist, lässt sich von Nudelmaschinen schneller und vor allem gewichtsgenau verrichten. Kochen muss man die Pasta natürlich auch. Dafür gibt’s zwar einen Nudeltopf, der aber den Herd dominant belegt. Abhilfe schafft – voila – der Nudelkocher. Teig & Co. lassen sich in Knetmaschinen relativ unkompliziert herstellen – das wissen nicht nur Bäcker zu schätzen, sondern alle Gastronomen, die sich der Pizza verschrieben haben. Ohne sie wäre das ursprünglich das als Arme-Leute-Essen im Ofen gebackene Brot mit Auflage nicht das kostengünstige Fastfood, das den ganzen Globus erobert hat.

Das Universalgenie

Nachdem die Arbeitszeit die teuerste aller Zutaten ist, übernehmen Küchenmaschinen viele zeitaufwändige Schneidarbeiten. Ob Zwiebel zerkleinern, Gemüse in Stücke zerteilen, Käse raspeln, Nüsse oder ähnliches wie altes Gebäck (ja, auch das macht noch immer Sinn!) zu Bröseln reiben oder einfache Farcen herstellen: das ist die Domäne der universell einsetzbaren Küchenmaschine, wo ein Markenhersteller („An K******-Chef müsst ma’ haben…“ ist eine noch immer geläufige Werbung aus den späten 1970ern) zum Synonym der ganzen Geräteklasse wurde. Eine Überfülle an Zubehör soll jede denkbare Aufgabe lösen und vor allem effizient erledigen. Profigeräte unterscheiden sich lediglich in Details von den teuersten Endkundenversionen – wobei der Einsatz in der gewerblichen Küche sicher sinnvoller ist als im Designerhaushalt. Vor allem dann, wenn die Rührschüsseln beheizbar sind – Stichwort warme, gerührte Saucen. Mit einem geeigneten Aufsatz verwandelt sich die Küchenmaschine in einen Blender, mit dem sich trefflich pürieren und homogenisieren lässt. Die Creme- Suppe lässt grüßen. Geht es nur um den letzteren Job, dann ist der Profi-Stabmixer die Waffe der Wahl. Dieser bringt Leistung ohne Ende und verfügt über extralange Aufsätze, die auch in großen Töpfen bis zum Boden reichen.

Auf kleinstem Raum

Besondere Herausforderungen stellen sich an Gestaltung und Ausstattung des Kochbereichs in Imbissbuden. Hier muss alles – Vor- und Zubereitung, Verkauf – auf engstem Raum Platz finden, wobei (nach Möglichkeit) einige Arbeiten ausgelagert stattfinden und am Stand mitunter mit Halbfertigprodukten gearbeitet wird. Fixstarter bei der Einrichtung sind Kontaktgriller, Wurstkessel, Pizzaofen, Dönergrill (Gas oder doch elektrisch?) und natürlich ein Fritter. Ohne den geht’s (wie fast überall in der Gastronomie) im Imbissbereich kaum, mögen Gastrosophen und andere Feinspitze auch noch so die feine Nase rümpfen. Ausstattungstechnisch zwar nicht unbedingt zu den Küchengeräten zählend sind Saucenspender. Formschön und aus Stahl haben sie (gleich welchen Göttern sei Dank!) die unsäglichen Plastikkübel mit ebensolcher Handpumpe abgelöst – auch weil sie wesentlich platzsparender sind, der Inhalt aufgrund der geringeren Füllmengen länger frisch bleibt und sie sich auch leichter und besser reinigen lassen.

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