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WK Wien: „Ja“ zu Tourismuszone

Tourismuszone Wien
Josef Bitzinger, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien, zeigt sich erfreut über das Abstimmungsergebnis: Einkaufen am Sonntag soll dank Tourismuszone möglich gemacht werden.

Über die breite Zustimmung der Wiener Wirtschaft mit 72,6 Prozent für eine Tourismuszone in der Bundeshauptstadt zeigen sich die Tourismus- und Freizeitwirtschaftsunternehmen hocherfreut. Und dass 80,9 Prozent der Wiener Unternehmer es befürworten, dass die Wiener Gastlichkeit“ in Zukunft unabhängig von vorgeschriebenen Zeiten in Schanigärten angeboten werden darf, sorgt ebenso für Begeisterung.

Ich bin sehr froh, dass sich mit dem neuen Wirtschafskammerpräsidenten auch ein deutlich spürbarer Ruck zum Thema ,Einkaufen am Sonntag‘ abzeichnet. Zuerst hat Walter Ruck die Möglichkeit zu einer kammerinternen Einigung eröffnet und jetzt die Mitgliederbefragung, die mit einem so deutlichen Ergebnis ausgegangen ist. Ich bin begeistert über so viel positive Energie, es bewegt sich etwas!“ freut sich Josef Bitzinger, höchster Interessenvertreter der Wiener Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Wien. Dass Schanigärten die Möglichkeit haben müssen, auch an warmen Wintertagen aufgestellt zu werden, ist ebenfalls ein Zeichen für eine Weltstadt. Das brauchen wir, und genau das will auch die Wirtschaft, wie das Ergebnis zeigt“, so Bitzinger.

Tourismus: Tragende Säule der Wirtschaft

Jahrelang war die Sonntagsöffnung tabu. Dabei ist es ein massiv wichtiges Thema. Mit fast 13 Millionen Hotelnächtigungen von rund sechs Millionen Touristen jährlich ist und bleibt der Tourismus eine der wirtschaftlich tragenden Säulen Wiens. Und die Konkurrenz im Städtetourismus ist hoch. Damit die Gästezahl weiterhin steigt, müssen wir jetzt die Weichen stellen. Der internationale Tourist will am Sonntag auch shoppen, das ist fix“, ist sich die Obfrau der Wiener Hotellerie, Andrea Feldbacher, sicher und freut sich über das eindeutige Votum.

Für die Umsetzung sieht die Wirtschaftskammer jetzt die Stadt am Zug. Gesprächen mit dem Bürgermeister und den Sozialpartnern sieht Spartenobmann Bitzinger optimistisch entgegen und hofft, dass die Tourismuszone besser heute als morgen auch endlich ihren Weg nach Wien findet, damit die Bundeshauptstadt auch zur Tourismusweltstadt“ wird.

ÖHV-Reitterer: „Bekenntnis zur Weltstadt Wien“

Auch Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), freut sich über die breite Zustimmung für eine Tourismuszone – eine langjährige Forderung der ÖHV: „Das Ergebnis der Urabstimmung ist ein Bekenntnis der Wirtschaft zur Weltstadt Wien“. Walter Ruck habe die Initiative aufgegriffen und mit der Urabstimmung die Weichen für die Öffnung der Geschäfte gestellt. Damit sei erwiesen, dass viele Branchen die ÖHV-Forderung mittragen: „Die Unternehmer sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und in neue Arbeitsplätze zu investieren. Noch hindert die Stadt sie daran – mitten in der Krise“, so Reitterer.

Tourismuszone Wien
GPA-djp Vorsitzender Wolfgang Katzian: „Das Ergebnis ändert nichts an unserer Haltung zu Tourismuszonen in der Wiener Innenstadt.“

Verhalten ist die Reaktion seitens der Arbeitnehmervertretung. „Nach der groß angelegten Mitgliederbefragung der Wiener Wirtschaftskammer wissen wir nun, dass etwa 10.000 Wiener Unternehmer aus sämtliche Branchen für die Errichtung von Tourismuszonen sind. Ein Rücklauf von 16 Prozent bei einer massiv beworbenen Urabstimmung ist alles andere als berauschend. Das Ergebnis ist weder überraschend noch ändert es etwas an unserer Haltung zur Tourismuszonen in der Wiener Innenstadt“, kommentiert der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Wolfgang Katzian, das Ergebnis.

Erst kürzlich hatte die GPA-djp die Handelsangestellten in der Wiener Innenstadt und der Inneren Mariahilfer Straße zur Sonntagsöffnung befragt: Dabei hat sich eine große Mehrheit von 94,3 Prozent gegen die Öffnung der Betriebe an Sonntagen ausgesprochen.

„Für uns bleiben selbstverständlich die Interessen der betroffenen Handelsangestellten im Zentrum aller Verhandlungen, und wir gehen davon aus, dass auch eine Entscheidungen der Stadt Wien nicht über die Köpfe der Wiener Handelsangestellten hinweg getroffen wird“, so der Vorsitzende des Wirtschaftsbereiches Handel in der GPA-djp, Franz Georg Brantner: „Im Übrigen gibt es bis dato keine konkreten Vorschläge unseres Verhandlungspartners, nämlich der Sparte Handel in der Wiener Wirtschaftskammer“, meint Brantner. „Jedenfalls würde es dem Wiener Handel mehr helfen, wenn sich der Präsident der Wirtschaftskammer Wien mit gleichem Engagement für eine rasche Lohnsteuersenkung einsetzen würde“, so Katzian abschließend.

Weitere Informationen sind unter www.wko.at und www.gpa-djp.at zu finden.

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