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Rund um die Welt im VIP-Jet: „Im Flugzeug muss es gemütlich sein!“

Rund um die Welt mit dem VIP-Jet HL Travel
An Bord des Privatjets erwarten die Gäste ausgesuchte Spezialitäten, kredenzt von einem eigenem Koch.

Melanie Frühwirt, 32, ist die wohl jüngste Reiseveranstalterin innerhalb der DACH-Region, die sich auf Kreuzflüge im Luxussegment spezialisiert hat. Ihr Unternehmen HL Travel bietet spannende Reiseerlebnisse abseits der bekannten Touristenpfade. GASTRO Portal sprach mit Melanie Frühwirt über die Annehmlichkeiten an Bord eines Privatjets, den Aufwand bei der Betreuung von Kleingruppen und welche Abenteuer Reiseveranstalterinnen mitunter zu bestehen haben.

GASTRO Portal: Im November dieses Jahres veranstaltet HL Travel eine Weltreise, die in drei Wochen mit dem VIP-Flugzeug von Wien über die Karibik nach unter anderem Mexiko, Samoa, Singapur und Indien führen wird. Was erwartet die Gäste an Bord?

Melanie Frühwirt, HL Travel: Im Flugzeug muss es vor allem auf unseren Weltreisen gemütlich sein. Das Flugzeug ist natürlich ganz anders als eine Linienmaschine ausgestattet. Bei uns gibt es ausschließlich Business-Class-Sitze, und der Sitzplatzabstand ist entsprechend großzügig. Und natürlich kann man die Sitze per Knopfdruck in eine ebene Liegefläche umfunktionieren. Die Bordcrew und der Bordservice sind ebenfalls sehr wichtige Reise-Bestandteile. Bei Weltreisen sind wir jeden dritten bzw. vierten Tag im Flugzeug, und da muss man sich wohlfühlen, ohne Wenn und Aber. Daher habe ich meine eigene Bordcrew, die immer dabei ist und meine Kunden verwöhnt, wie man es nicht erwarten würde. Die Bordküche ist exzellent, dafür sorgt mein Bordkoch. Meine Kunden bevorzugen mittlerweile das Essen im Flugzeug eher als das eines Restaurants. Das sagt etwas aus!

Die Reisepreise im Luxussegment sind – nachvollziehbar – deutlich höher als bei durchschnittliche Pauschalreisen. Auf welche Zielgruppe haben Sie sich dabei spezialisiert?

Auf alle, die es sich leisten wollen und die Zeit dafür haben. Aber natürlich haben wir, aufgrund des Preises, eine hochwertige Klientel, die ein sehr gut situiertes Leben führt und sich so ziemlich alles leisten kann.

Sie reisen in Kleingruppen von max. 50 Personen. Wie sieht es da mit der persönlichen Betreuung aus?

In den zwölf Jahren als Reiseveranstalterin hat Melanie Frühwirt schon vieles erlebt – in Namibia wollte ein Gepard mit ihr spielen.
In zwölf Jahren als Reiseveranstalterin hat Melanie Frühwirt vieles erlebt – in Namibia wollte ein Gepard mit ihr spielen, glücklicherweise hat er nicht zugebissen.

Bei Weltreisen sind wir maximal 50 Personen. Meist fliegen wir mit 35 Personen, bei Kreuzflügen oftmals nur mit zehn oder 20 Personen. Ich habe ein tolles Team, das schon einige Jahre mit mir reist. Mein Bordkoch und mein Bordarzt sind seit der ersten Stunde dabei. Meine Reiselektoren suche ich entsprechend der Destination und notwendigen Spezifikation. Mein Vater und ich sind immer dabei, und wir lieben es, Dienst am Kunden zu leisten – denn das sind wir, Dienstleister auf hohem Niveau. Ich nehme das sehr ernst und halte mich auch daran. 

Als Reiseveranstalterin sind Sie viel unterwegs – möchten Sie zum Abschluss vielleicht noch eine Anekdote aus Ihrem Erfahrungsschatz mit uns teilen?

Uff, da gibt es natürlich viele! In den letzten zwölf Jahren habe ich viele Dinge erlebt, die ich wohl nie vergessen werde. Ein Gepard in Namibia wollte mit mir spielen und dachte, meine Hand sei ein Ball – zum Glück hat er nicht zugebissen, wobei unser Ranger-Guide kurzzeitig geschockt war. In Australien hat man mich bei der Einreise verhaftet und in Gewahrsam genommen, vier Stunden lang wurde ich verhört, kontrolliert, untersucht, und man hat mir meine Rechte vorgelesen. Der Grund: Es kann nicht sein, dass eine junge Frau so viel unterwegs ist, in den ungewöhnlichsten Ländern. Bis auf zwei Seiten war jede Seite meines Reisepasses voll, und so konnten die Beamten sehen, wo ich überall gewesen bin. Man sagte mir, das wäre nicht normal. Es kann unmöglich wahr sein, dass man als Reiseveranstalter so viel reist und schon gar nicht nur wegen einer Gruppe für vier Tage von Europa nach Australien fliegt, um eine Inspektion zu machen. In Papua-Neuguinea kam ich nachts um vier Uhr in Lae (der zweitgrößten Stadt des Landes) an, und nachdem ich nicht, wie versprochen, abgeholt wurde, setzte mich ein Bediensteter des Flughafens in einen gepanzerten Bus, der landeinwärts fuhr. Es war stockdunkel, und gesehen hat man gar nichts – Straßenlaternen oder ähnliches kannte man dort nicht. Glücklicherweise wurde der Bus von einem schwerbewaffneten Polizisten bewacht. Ich weiß bis heute nicht, welcher Bus das war, aber es war ein Erlebnis.

Weitere Informationen: hltravel.at

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