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Rauchverbot in der Gastronomie: Ausnahmen sind möglich

Rauchverbot Gastronomie
Generelles Rauchverbot in der Gastronomie ist nicht der Standard in Europa: Zum Beispiel gilt nur in drei von 16 deutschen Bundesländern – Bayern, Saarland und Nordrhein-Westfalen – ein absolutes Rauchverbot.

Noch vor dem Sommer soll nach Plänen von Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie im Nationalrat beschlossen werden.

Helmut Hinterleitner, Obmann der Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), stellt klar: Wir verstehen uns keinesfalls als Schutzpatron der Raucher und haben die Schädlichkeit von Zigaretten nie in Frage gestellt. Aber wir verwehren uns vehement dagegen, dass das wichtige Thema der Rauchprävention auf dem Rücken der Gastronomie ausgetragen wird, während sinnvolle, nachhaltige Maßnahmen, die ureigenste Aufgabe der Gesundheitspolitik sind, weiterhin unterbleiben“.

Tabakkonsum: Jugend über Gefahren aufklären

Insbesondere bei der erschreckend hohen Zahl an jugendlichen Rauchern in Österreich wäre ein Rauchverbot in der Gastronomie weitgehend wirkungslos, weil diese aufgrund der Jugendschutzgesetze nicht zum Publikum in den heimischen Wirtshäusern zählen. Rauchen ist ein gesellschaftspolitisches Problem, das nicht durch Verbote zu lösen ist. Die Jugend aufzuklären, erst gar nicht mit dem Rauchen zu beginnen, muss das vorrangige Ziel einer erfolgreichen Gesundheits- und Präventionspolitik sein. Dass die Gastronomie immer wieder zum alleinigen Prügelknaben gemacht wird, dagegen wehren wir uns mit allen Mitteln“, kritisiert Hinterleitner.

Das generelle Rauchverbot ohne Ausnahmen in der Gastronomie ist keinesfalls der einzige Standard in Europa“, so der Obmann der Gastronomie in der WKÖ weiter. Dies zeige ein Blick über die Grenze: So können etwa in Portugal Betreiber von Gastronomiebetrieben mit einer Fläche von bis zu 100 Quadratmeter wählen, ob sie ein Raucher- oder Nichtraucherlokal führen wollen. Trotz dieser vergleichsweisen liberalen Regelung im Gastgewerbe hat Portugal mit 23 Prozent (nach Schweden) den europaweit geringsten Anteil an Rauchern in der Bevölkerung.

Rauchverbot Gastronomie Hinterleitner WKÖ
H. Hinterleitner (WKÖ): „Rauchen ist ein gesellschaftspolitisches Problem, das nicht durch Verbote zu lösen ist.“

In der Tschechischen Republik gibt es kein generelles Rauchverbot. Es kann jeder Betrieb frei entscheiden, ob er ein Raucher- oder Nichtraucherlokal bzw. einen Mischbetrieb führen möchte. Er muss dies nur klar kennzeichnen.

In Deutschland gibt es in allen 16 Bundesländern unterschiedliche Regelungen. Nur drei Länder – Bayern, Saarland und Nordrhein-Westfalen – haben ein absolutes Rauchverbot. In allen anderen Bundesländern können Ein- Raum-Kneipen“ mit weniger als 75 Quadratmeter Gastraumfläche auch als Raucherbetriebe geführt werden. Einzige Voraussetzung: kein Zutritt für Jugendliche unter 18.

Auch in der Schweiz ist der Nichtraucherschutz in der Gastronomie Länder- bzw. Kantonssache. In allen 26 Kantonen dürfen unter bestimmten Voraussetzungen eigene Raucherräume eingerichtet werden, ein absolutes Rauchverbot gibt es in keinem einzigen Schweizer Kanton. In einzelnen Kantonen – beispielsweise Aargau, Jura, Obwalden, Thurgau – besteht darüber hinaus die Möglichkeit, auch eigene Raucherlokale zu betreiben.

Auch in Italien gibt es kein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie. Hier ist das Rauchen in abgetrennten Raucherräumen erlaubt, wenngleich an diese Räume sehr strenge technische Anforderungen gestellt werden.

Ärztekammer für generelles Rauchverbot im öffentlichen Raum

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) begrüßt die aktuellen Bemühungen um ein striktes Rauchverbot in der Gastronomie und unterstützt Gesundheitsministerin Oberhauser in ihrer Absicht, eine Novelle des Tabakgesetzes noch heuer durchzusetzen. Das generelle Rauchverbot in der Gastwirtschaft sei eine logische Konsequenz aus dem Umstand, dass Österreich beim Nichtraucherschutz europaweit den letzten Platz einnehme, so ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger.

Die ÖÄK setzt sich seit Jahren für den Ausbau des österreichischen Nichtraucherschutzes ein. Neben einem strengeren Tabakgesetz und einem generellen Rauchverbot im öffentlichen Raum stehen die Erweiterung von Präventionsmaßnahmen und umfassende Therapieangebote auf der Forderungsliste.

Die jetzigen Bemühungen um ein generelles Rauchverbot seien eine sinnvolle und klare Lösung und ein positiver Schritt in eine gesündere Zukunft. Bei Umsetzung dieser wichtigen Präventionsmaßnahme dürften laut ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger allerdings auch die wirtschaftlichen Aspekte der Gastronomie nicht außer Acht gelassen werden. Für alle jene Wirte, die bereits Geld investiert haben, um die aktuelle gesetzliche Raucherreglung umzusetzen, gelte es, seitens der Politik eine faire Lösung zu finden.

Weitere Informationen: www.wko.at und www.aerztekammer.at

8 thoughts on “Rauchverbot in der Gastronomie: Ausnahmen sind möglich

  1. Also ich als Wirt und Vater sag euch das ich durchgerechnet 99% Raucher in unserem Lokal habe und wir beim absoluten Rauchverbot zusperren können!das 1% die nicht rauchen kommen gerne zu mir denn die sagen ich muss ja nicht rein gehen.und waren selber Raucher!Eine einfache Kennzeichnung Raucher oder Nichtraucher Lokal würde doch genügen!Und ich denke einige Wirte haben sicher mehr Nichtraucher als Raucher .Also sollte das jeder Wirt mit seinen Stammgästen Entscheiden!den wir Leben nur von Stammgästen

    1. So ein Unsinn! Ist ja kein Wunder dass sie nur raucher haben weil bei dem Qualm ja kein NR kommt! Und die Raucher kommen ja trotzdem, gehen halt nur kurz zum rauchen raus!

      Eine Kennzeichnung funktioniett nicht wie man sieht.

      Und die stammkunden können ja bleiben, sie müssen nur kurz zum rauchen raus, Problem
      Gelöst!

      Warum
      Also die NR verbannen? Beide gruppen kommen, wer rauchen will geht kurz raus.
      Im Ausland stiegen die Umsätze, kein einziges
      Lokal hat zugesperrt, keines!

        1. Lol ja! Ich finds ja lustig, einen auf „Pub“ machen, dabei sind irische Pubs generell rauchfrei.

          Es ist schon armselig wenn man behauptet dass der einzige Grund warum Gäste zu einem kommen, das rauchen ist!

  2. Und der Hinterleitner glaubt Europa besteht nur aus Deutschland oder wie?
    Übrigens stellen diese 3 deutschen Bundesländer mehr als 40 Prozent der deutschen Bevölkerung.

    1. Und die anderen Bundesländern gehen ja in Richtung generelles Rauchverbot! Das ist die Zukunft und nicht wettbewerbsverzerrende Ausnahme ohne Wirkung, wie sie Herr Hinterleiterner gerne hat…

  3. Leider haben sich viele Gastronomen nicht fair verhalten und massiv gegen das Tabakgesetz verstoßen. Dazu hat auch die Wirtschaftskammer geschwiegen. Selbst der WKO Funktionär Bitzinger ist – noch nicht rechtskräftig – verurteilt worden.

  4. Die Kommentare des Herrn Hinterleitners sind überflüssig, da schon er es war, der mit seiner Ablehnung eines generellen Rauchverbotes den Wirten 100 Millionen Kosten aufgedrückt hatte – auch damals mit dem Verweis aufs „Ausland“.

    Das Rauchthema sollte nicht auf dem Rücken der Gastronomen ausgetragen werden, richtig – deswegen braucht es ja ein klares und Rechtssicheres Gesetz ohne Ausnahme.

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