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8. Mostviertler Nachhaltigkeitskonferenz:

Perspektiven für nachhaltigen Tourismus Nachhaltigkeitskonferenz
Prof. Christoph Madl (Niederösterreich-Werbung, v. li.), Theres Friewald-Hofbauer (Club Niederösterreich), Kurt Farasin (Niederösterreichische Landesausstellung), Dr. Petra Stolba (Österreich Werbung), Mag. Andreas Purt (Mostviertel Tourismus) und Prof. Dr. Werner Bätzing bei der 8. Mostviertler Nachhaltigkeitskonferenz

Unter dem Motto „Aufstieg oder Talfahrt? Herausforderungen und Perspektiven für nachhaltigen Tourismus in peripheren Regionen“ fand die 8. Mostviertler Nachhaltigkeitskonferenz in Frankenfels-Laubenbachmühle und im Steinschalerhof in Rabenstein/Pielach statt.

Zahlreiche Touristiker und Themeninteressierte nutzten die Konferenz als Treffpunkt und Netzwerkplattform. Angelehnt an den thematischen und örtlichen Schwerpunkt der Niederösterreichischen Landesausstellung „ÖTSCHER:REICH – Die Alpen und wir“ standen Vorträge nationaler und internationaler Experten am Programm. Zur 8. Mostviertler Nachhaltigkeitskonferenz luden die Niederösterreich-Werbung, Mostviertel Tourismus und Club Niederösterreich.

Landesausstellung als Chance, Alpen neu zu entdecken

Prof. Christoph Madl, Geschäftsführer der Niederösterreich-Werbung, begrüßte die Gäste in Frankenfels mit einem kurzen Rückblick auf acht Jahre Nachhaltigkeitskonferenz, die von Kontinuität, Konzentration auf Schwerpunktbereiche aber auch Erneuerung geprägt war.

Prof. Werner Bätzing, deutscher Prof. em. für Kulturgeographie an der Universität Erlangen-Nürnberg, hielt in seinem Vortrag fest, dass periphere alpine Regionen grundsätzlich durch zwei Extrementwicklungen gekennzeichnet sind: Entvölkerung und Abwanderung oder Urbanisierung und Zersiedelung. Auch die Ötscherregion wäre in jüngster Geschichte mit Abwanderung konfrontiert gewesen. Tourismus sei zwar wichtig, aber nicht einziger Begleiter einer darauf aufbauenden Regionalentwicklung.

Mit der Niederösterreichischen Landesausstellung 2015 und ihren drei Standorten wurden bereits im Vorfeld viele Akteure eingebunden. Damit ist es gelungen „vom Punkt über die Linie in die Fläche“ zu wirken, das heißt, aus einem punktuellen Ereignis eine dauerhafte, flächenwirksame Regionalentwicklung zu schaffen.

Diese Stellungnahme teilt auch Kurt Farasin, Geschäftsführer der Niederösterreichischen Landesausstellung: „Die Landesausstellung verlasse klassische Ausstellungswege und sei eine Chance, die Alpen neu zu entdecken, weil sie ein Naherlebnis bieten. Die Standorte können sich zu einem Basislager der Ostalpen entwickeln.“

Regionsspezifische Themen und überregionale Partnerschaften fördern Entwicklung

Mag. Alexandre Tischer, Leiter Öffentlichkeitsarbeit der Abteilung Kunst und Kultur im Amt der Niederösterreichischen Landesregierung in St. Pölten, resümierte über die Geschichte der Landesausstellung und dass diese zunehmend den Anspruch verfolgt, an eine nachhaltige regionale Entwicklung anzustoßen. Die Voraussetzungen für das Gelingen seien regionsspezifische Themen und ehrenamtliches Engagement sowie gute regionale und überregionale Partnerschaften.

Im Gespräch mit Johannes Kaup stellte sich heraus, dass die Niederösterreichische Landesausstellung bei den Akteuren für große Zufriedenheit sorgt. Bereits im Vorfeld wurden Netzwerke gebildet, Ideen kreiert und die Marke „ÖTSCHER:REICH“ geschaffen. In Kombination mit herrschender Aufbruchsstimmung sei auch in Zukunft vieles möglich. Wichtig dabei ist es, die (neuen) qualitätsvollen Infrastrukturen weiter zu beleben, Lust auf Neues zu wecken, authentisch zu sein und nicht nur den Touristen, sondern stets auch den Einheimischen anzusprechen und ihn von den Potenzialen zu überzeugen.

Dr. Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, präsentierte das Schwerpunktthema 2016/2017: Nature reloaded. Als Markenwerte unterstrich sie Achtsamkeit, Verbundenheit, Kreativität und Lebensfreude. Wesentliche Begleiter einer erfolgreichen Entwicklung sind Engagement und Kooperationen.

Naturpark Neusiedler See: Naturerlebnis als Abenteuer für Entdecker

Der zweite Konferenztag im Steinschalerhof stand ganz im Zeichen von Praxisbeispielen nationaler und internationaler Touristiker. Unter dem Titel „Blick über den Zaun“ wurden sehr vielfältige, auf völlig unterschiedliche Konzepte und Strategien setzende Beispiele, vorgetragen.

Den Beginn machten die periphere, aber nicht alpine Region Burgenland und die St. Martins Therme & Lodge. Hier ist die Lage im Naturpark Neusiedler See-Seewinkel das Kapital, die ein stimmiges Gesamtkonzept bietet, das abenteuerlich entdeckt werden kann – das Naturerlebnis als Abenteuer für Entdecker.

Kontrovers zu den Ansichten der Befürworter der Niederösterreichischen Landesausstellung zeigte sich die Tourismusregion Montafon, die am Beispiel Gaschurn facettenreiche, ganzheitliche Entwicklungswege darstellte. Hier werden Kraftwerk und Tourismus als Partner erkannt, sportliche Events sind Magneten für Touristen und wertvoll für Einheimische.

Den ausgleichenden Abschluss bildete eine Präsentation des Tiroler Lechtals, wo es gelungen ist, naturnahen Qualitätstourismus mit wirtschaftlichem Erfolg in Einklang zu bringen. Dazu wesentlich beigetragen hat ein rund 120 Kilometer langer Weitwanderweg von der Quelle bis zur Mündung des Lech, der durch hochalpines Gelände führt und dennoch einfach zu bewältigen ist.

Weitere Informationen: www.niederoesterreich.at

 

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