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Neue Erfolgswege im Tourismus

Tourismusminister Reinhold Mitterlehner über aktuelle Trends und Schwerpunkte im österreichischen Tourismus.

Reinhold Mitterlehner
Reinhold Mitterlehner

 

„Als wichtige Konjunkturstütze sichert der Tourismus sowohl in ländlichen Regionen als auch im städtischen Bereich Wachstum und Arbeitsplätze. Um langfristig erfolgreich zu sein, ist es erforderlich, noch stärker neue Herkunftsmärkte zu erschließen und den Tourismusbetrieben ein Arbeiten in einem wirtschaftsfreundlichen Umfeld zu ermöglichen.“

 

 

Österreichs Tourismus bleibt auch in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld auf Erfolgskurs und bewährt sich als solide Konjunkturstütze. Inmitten der zunehmenden Globalisierung, des härter werdenden Wettbewerbs der Destinationen und der sich ändernden Reisegewohnheiten mit einem Trend zu Kurzurlauben kann diese Leistung der Tourismusbetriebe und ihrer Beschäftigten gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Den Rahmen dafür bildet unsere Tourismusstrategie, die sich seit inzwischen mehr als vier Jahren als wichtige Leitlinie bewährt hat. Denn die wesentlichen Herausforderungen lassen sich auch im Tourismus am besten gemeinsam bewältigen.

Die engere Abstimmung von Bund und Bundesländern, die verstärkte Kooperation im Marketing, bei Finanzierungen und Förderungen sowie die ständige Weiterentwicklung der Produkte und Dienstleistungen zahlen sich daher nachhaltig aus. Ein Blick auf das vergangene Tourismusjahr verdeutlicht die positive Entwicklung und zeigt positive Trends, die weiter verstärkt werden müssen. Die Nächtigungen sind 2013 um 1,2 Prozent auf 132,6 Millionen gestiegen, die Ankünfte um 1,9 Prozent auf 36,8 Millionen, was jeweils neuen Bestwerten entspricht. Dieses Wachstum ist nicht zuletzt auf unseren wichtigsten ausländischen Herkunftsmarkt zurückzuführen: Deutschland legte bei den Nächtigungen mit 2,5 Prozent wieder deutlich zu. Im langfristigen Trend steigen die Gästezahlen aus dem zentral- und osteuropäischen Raum besonders schnell, deren jährliche Wachstumsraten liegen laut Statistik Austria im Schnitt bei acht Prozent. Die in den vergangenen Jahren forcierte Internationalisierung ist auf einem guten Weg und kompensiert auch zwischenzeitliche Rückgänge in manchen traditionellen Märkten. Positiv bemerkbar machen sich zudem die von uns unterstützten Investitionen der Branche in Kultur- , Wander- und Gesundheitstourismus.

Das belebt die Nebensaisonen und erhöht die Auslastung der Betriebe. Weiter auf der Überholspur ist auch der Städtetourismus, wie beispielsweise das starke Nächtigungsplus in Wien zeigt. Der Fokus auf die in der Tourismusstrategie herausgearbeiteten Alleinstellungsmerkmale „Alpen, Donau & Seen, Städte & Kultur“ trägt entscheidend zum Erfolg bei. Als wichtige Konjunkturstütze sichert der Tourismus sowohl in ländlichen Regionen als auch im städtischen Bereich Wachstum und Arbeitsplätze. Um langfristig erfolgreich zu sein, ist es erforderlich, noch stärker neue Herkunftsmärkte zu erschließen und den Tourismusbetrieben ein Arbeiten in einem wirtschaftsfreundlichen Umfeld zu ermöglichen. Den Handlungsbedarf verdeutlicht unter anderem die Entwicklung der Tourismuseinnahmen, die zuletzt laut einer WIFOPrognose noch nicht mit dem Anstieg der Nächtigungen mithalten konnten. Wenn sich die positiven Konjunkturprognosen bewahrheiten, ist aber zumindest mittelfristig wieder eine Steigerung der Ausgaben unserer Gäste zu erwarten.

Gatsronomie und Hotelerie

Finanzierung der Tourismusbetriebe sichern

Im aktuellen Regierungsprogramm hat sich die Bundesregierung das ambitionierte Ziel gesetzt, 140 Millionen Nächtigungen im Jahr 2018 zu erreichen. Um diese Marke zu erreichen, müssen wir die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes schrittweise ausbauen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Finanzierung, weshalb wir die Tourismusbetriebe mit zinsgünstigen Krediten und Garantien bei ihren Investitionsprojekten unterstützen. Seit Jahresanfang verzeichnet die österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) eine steigende Investitionsbereitschaft, die als positives Signal für einen stärkeren Aufschwung gewertet werden kann. Damit die Tourismusbetriebe in neue Angebote investieren können, sind für Tourismusprojekte wieder 50 Millionen Euro für zinsgünstige ERPKredite reserviert. Zusätzlich bieten wir ERP-Kleinkredite an, die mit einer Bandbreite von 10.000 bis 100.000 Euro Kreditvolumen auf den Bedarf kleinerer Betriebe zugeschnitten sind. Als neues Angebot gehen wir über die ÖHT eine neue Kooperation mit der Europäischen Investitionsbank ein, um zusätzliche Kreditmittel zu sichern. Damit werden neue, innovative Projekte unterstützt, die unser Tourismus dringend braucht, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. In Kooperation mit den Bundesländern haben wir auch die Tourismusförderungen neu gestaltet. Hier hat sich insbesondere unsere Förderpyramide bewährt, die durch abgestimmte Förderungen von Bund und Land mehr Transparenz sowie eine effizientere Abwicklung mit geringeren Verwaltungskosten ermöglicht. All diese Maßnahmen schaffen wesentliche Voraussetzungen für den weiteren Erfolg der Tourismuswirtschaft.

Gesundheitstourismus ausbauen

Gesundheitstourismus

Aufgrund des demographischen Wandels mit einer steigenden Lebenserwartung wird das Thema Gesundheit immer wichtiger. Der Gesundheitstourismus ist Saison – unabhängig, bietet neue Wachstumschancen und schafft zusätzliche Arbeitsplätze. Nach dem Rekordjahr 2013 verdeutlicht auch die schwierige Wintersaison, wie wichtig wetterunabhängige Angebote sind, um den Tourismus noch krisenfester zu machen. Österreichweit waren zuletzt schon 20 Millionen Nächtigungen pro Jahr und damit ein Anteil von 15 Prozent aller Nächtigungen dem Gesundheitstourismus zuzuordnen. Diesen Anteil wollen wir künftig in Richtung 20 Prozent steigern. Dabei geht der langfristige Trend in Richtung einer stärkeren Spezialisierung – also von reinen Wellness-Angeboten, die oft nur als Zusatzangebote wahrgenommen werden, hin zu ganzheitlichen Konzepten. Umso wichtiger ist eine qualitative Vertiefung der Angebote, wofür Österreich dank seiner sauberen Umwelt und der einzigartigen Natur beste Voraussetzungen bietet. Unterstützend wirken die bei der ÖHT abrufbaren Förderungen.

Allein in den vergangenen vier Jahren hat diese mit zinsgünstigen Krediten von 130 Millionen Euro für Gesundheits- und Wellnessbetriebe ein Investitionsvolumen von 280 Millionen Euro ermöglicht. Der Gesundheitstourismus ist auch einer der Schwerpunkte in der neuen ÖW-Herbstkampagne, die unter dem Motto „Entdecke den Herbst für Dich. Urlaub in Österreich.“ steht. Neben Wellness und Regeneration geht es dabei um die Aspekte Bewegung und Genuss (Wandern, Rad, Wein) sowie Kultur in Stadt und Land. Diese Herbst – offensive zur Saisonverlängerung zielt vor allem auf den inländischen Gast ab, um noch mehr Österreicherinnen und Österreicher zu einem Urlaub im eigenen Land zu motivieren. Denn eine Stärkung der Monate September und Oktober ist ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zum Ganzjahrestourismus, für den unser Land beste Voraussetzungen besitzt. Parallel dazu unterstützt die Österreich Werbung insbesondere die Internationalisierung im Tourismus und die Erschließung neuer Herkunftsmärkte. Umso wichtiger ist es, dass wir die jährlichen Mittel für die Österreich Werbung trotz des gesamtstaatlichen Konsolidierungsbedarfs stabil halten konnten.

Fazit: Österreichs Tourismus ist Weltspitze

Dank ihrer Leistungskraft und Servicequalität zählt Österreichs Gastronomie und Hotellerie nach wie vor zur Weltspitze. Umso wichtiger ist es, dass wir im Rahmen unserer Tourismusstrategie ein positives Umfeld für den heimischen Tourismus sicherstellen und neue Wachstumsmärkte erschließen. Durch ein abgestimmtes Vorgehen stärken wir Österreichs Position im internationalen Wettbewerb und schaffen die Basis für den langfristigen Erfolg als Urlaubsdestination

Österreich WerbungDr. Reinhold Mitterlehner
Bundesminister für Wissenschaft,
Forschung und Wirtschaft

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