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Nachhaltigkeitskonferenz: Wertschöpfung durch Wertschätzung

Nachhaltigkeit im Tourismus Mostviertel Konferenz
Wissenstransfer für Nachhaltigkeit im Tourismus mit Günther Leichtfried (BM Wieselburg), Thomas Weber (Referent), Andreas Purt (GF Mostviertel Tourismus), Manuela Distelberger (Mostviertel Tourismus), Theres Friewald-Hofbauer (GF Club Niederösterreich), Gregor Sieböck (Referent), Werner Roher (GF Messe Wieselburg) und Stefan Bauer (NÖ-Werbung)

„Nachhaltigkeit weiter denken“ lautete das Motto der zehnten Mostviertler Nachhaltigkeitskonferenz, die rund 120 Touristiker, Regionalentwickler und Kommunalpolitiker im niederösterreichischen Wieselburg zusammenführte. Gemeinsam wurde die Frage erörtert, wie Alltagsverhalten, täglicher Speiseplan und Reisegewohnheiten das Gesicht der Welt verändern.

Referent Thomas Weber, Autor und Journalist, wartete mit einer ganzen Reihe von alltagstauglichen Ideen für eine nachhaltige Lebensgestaltung auf. Sein Credo: Auch die größten Problemfelder brauchen kleine Schritte, begleitet von Mut zu außergewöhnlichen Ideen, zum Widerspruch, Nachmachen, Scheitern, Fordern und Fördern.

Dass gewollte gesellschaftliche Veränderungen in ganz persönlichen Verhaltensänderungen ihren Anfang haben, machte „Weltenwanderer“ Gregor Sieböck deutlich, der von seinen mehr als 20.000 erwanderten Kilometern und den dabei gewonnenen Erkenntnissen berichtete.

Mit dem „Klimaschutz am Teller“ befasste sich Ernährungsökologe Martin Schlatzer von der BOKU Wien. Er lieferte einen Überblick über aktuelle Entwicklungen auf dem Ernährungssektor und beleuchtete anhand von Zahlen und Statistiken die Klima- und Umweltfolgen von Produkten und Ernährungsweisen. So betonte er etwa, dass die Viehhaltung für 18 Prozent aller Treibhausgase verantwortlich zeichnet und biologische Produktionsweisen wesentlich geringere CO2-Emissionen als konventionelle verursachen.

Wertschöpfung durch Wertschätzung war das Motto von Melanie Franke, die seit dem Jahr 2010 das Rogner Bad Blumau leitet und dabei allem voran auf Partnerschaften mit regionalen Kleinproduzenten setzt. Dieser Weg ermöglicht es, soziale Verantwortung für die Menschen und Unternehmer in der Region zu übernehmen und dem Gast beste Qualität und nachhaltigen Genuss anzubieten.

Den Abschluss des ersten Konferenztages bildete eine anregende Podiumsdiskussion zum Thema „bio versus regional“, an der neben den Referenten auch Sebastian Felhofer von der Chefpartie, einem zertifizierten Bio-Catering-Unternehmen, teilnahm. Das Ergebnis auf den Punkt gebracht: Es braucht ein „und“ und kein „versus“ zwischen bio und regional, wobei auch auf „sozial“ nicht vergessen werden darf. Darüber hinaus sollte Regionalität auch über Staatsgrenzen hinaus gedacht werden.

Nachhaltiger Tourismus benötigt funktionierende Infrastruktur

Der Kärntner Edelgreißler Herwig Ertl, Leiter von Slow Food Alpe Adria Convivium und Intendant der Genussfestspiele, bot einen emotionalen Vortrag: Für ihn steht fest, dass die Zeit des Teilens angebrochen ist, dass es um ein besseres Leben für alle gehen muss und dass es in unserer Zeit Unbequeme brauche, die der Qualität eine Stimme geben und den Menschen in den Mittelpunkt stellen.

Bürgermeister Helmut Wallner aus der oberösterreichischen Weltcup-Gemeinde Hinterstoder zeigte sich davon überzeugt, dass erfolgreicher, nachhaltiger Tourismus nur in einem funktionierenden Dorf möglich ist. Im Zentrum seiner Ausführungen stand die Vorstellung des kommunalen Mobilitätskonzeptes, das mit dem Beitritt zu den „Alpine Pearls“ seinen Anfang nahm. Mittlerweile präsentiert es sich als ein Gesamtsystem, das Kommunikation, Besucherlenkung, Parkraumbewirtschaftung und ein Netz von lokalen Bussen umfasst.

Der Verkehrsplaner Romain Molitor regte an, sich im Bestreben um eine sanftere Mobilität auf die An- und Abreise der Gäste zu konzentrieren, zumal 75 Prozent der Co2-Emissionen im Tourismus verkehrsbezogen seien und 96 Prozent davon bei der An- und Abreise anfielen. In Zukunft werden Städter vermehrt weder Auto noch Führerschein besitzen. Der Schlüssel zum Erfolg seien Kooperationen.

Die Touristikkauffrau Brigitte Hainzer berichtete über das Projekt „Tirol auf Schiene“, das dazu anregen soll, vom Auto auf Bahn und Bus zu wechseln. Tiroler Unterkunftsbetriebe werden zu Anreisemöglichkeiten sowie zur Mobilität vor Ort informiert. Ideen und Vorschläge werden zur weiteren Verbesserung des Angebotes an die Auftraggeber ÖBB, DB, VVT (Verkehrsverbund Tirol) und Tirol Werbung zurückgespielt.

Die zehnte Mostviertler Nachhaltigkeitskonferenz wurde von Mostviertel Tourismus, angeführt durch Geschäftsführer Andreas Purt, in Kooperation mit der Niederösterreich Werbung sowie dem Club Niederösterreich organisiert. Darüber hinaus wurde erstmals auch eine Veranstaltungspartnerschaft mit der Messe Wieselburg eingegangen, die eine fruchtbringende zeitliche, räumliche und inhaltliche Verflechtung mit der Messe „Bio Österreich 2017“ ermöglichte.

Weitere Informationen: www.nachhaltigkeitskonferenz.at

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