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„Fairtrade ist zu einer Säule der Nachhaltigkeit geworden!“

Nachhaltig produzierter Kaffee Gastronomie Fairtrade
„Durch einen Code auf der Verpackung oder dem Etikett kann ganz leicht nachvollzogen werden, woher der Kaffee stammt“, weiß Fairtrade Österreich-Geschäftsführer Mag. Hartwig Kirner.

Für Fairtrade Österreich war das abgelaufene Jahr 2016 ein ereignisreiches Jahr – und somit auch für die Kleinbauernfamilien, Arbeiterinnen und Arbeiter in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Besonders bei Produkten wie Kakao, Zuckerrohr, Bananen und Kaffee konnte im Vergleich zum Vorjahr ein hohes Wachstum verzeichnet werden. Die Produzentenorganisationen profitierten von geschätzten Direkteinnahmen in der Höhe von 39,4 Millionen US-Dollar (rund 35 Millionen Euro).

In den heimischen Regalen sind mittlerweile rund 1.750 unterschiedliche Fairtrade-Produkte zu finden. Immer mehr Unternehmen haben das Potenzial des fairen Handels für sich entdeckt und mit Fairtrade-Artikeln einen geschätzten Gesamtumsatz von 270 Millionen Euro erwirtschaftet – Tendenz weiter steigend.

„Fairtrade ist zu einer Säule der Nachhaltigkeit geworden und zeigt, dass ein Wandel im Handel möglich ist, wenn alle zusammenhelfen“, ist Mag. Hartwig Kirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich, überzeugt.

GASTRO Portal sprach mit dem Experten für fairen Handel über die vielen Aspekte von Fairtrade-Produkten in der Gastronomie und deren Zusatznutzen für professionelle Gastgeber. Das Interview erscheint in zwei Teilen.

GASTRO Portal: Die Umsatzverteilung nach Vertriebsschienen bei Fairtrade-Produkten zeigt, dass rund sieben Prozent des Umsatzes durch den Außer-Haus-Markt, wie beispielsweise der Gastronomie, generiert werden. Welche Produkte werden am meisten nachgefragt?

Mag. Hartwig Kirner, Geschäftsführer Fairtrade Österreich: Im Außer-Haus-Markt ist Kaffee ganz klar das wichtigste Thema. Wenn ich allerdings ausschließlich den Kaffeemarkt betrachte, zeigt sich, dass rund ein Viertel in den Außer-Haus-Markt und hier vor allem in die Gastronomie geht.

Rund 1.850 gastronomische Betriebe wie Cafés, Hotels oder Restaurants bieten österreichweit bereits Fairtrade-Produkte an. Welchen Zusatznutzen hat die Gastronomie, wenn sie auf Fairtrade-Produkte setzt?

Grundsätzlich geht es darum, dass die Lieferketten fairer werden und vor allem auch, dass die Menschen, die Fairtrade-Produkte für uns herstellen, anständig behandelt werden. Das Fairtrade-Siegel wurde vor knapp 25 Jahren entwickelt und ist heute eines der drei stärksten Siegel, die es in Österreich gibt, außerdem zählt Fairtrade hierzulande zu den Top 25-Marken. 92 Prozent der Österreicher kennen Fairtrade, neun von zehn setzen Vertrauen in das Siegel. Das sind Werte, die wirklich schwer zu erreichen sind. Dieser Vorteil bringt Gastronomen die Sicherheit, dass sie sich eine Marke ins Haus holen, die etwas bringt, weil die Gäste ihr vertrauen. Aus Marktforschungsstudien geht zudem hervor, dass sich ein hoher Prozentsatz der Befragten Fairtrade-Produkte in der Gastronomie wünscht. Durch diesen Zusatznutzen ist es möglich, sich zu differenzieren und den Stellenwert von Nachhaltigkeit zu betonen.

Storytelling bekommt im Service eine immer größer werdende Relevanz. Gut geschultes Servicepersonal kann dem Gast beispielsweise erläutern, woher der Kaffee stammt, den er gerade bestellt hat. Wie kann diese Schiene für aktiven Verkauf genutzt werden?

Unsere Produkte sind nicht anonym, und ganz eindeutig ist es möglich, Geschichten über Produkte zu erzählen. Durch einen Code auf der Verpackung oder dem Etikett kann ganz leicht nachvollzogen werden, woher der Kaffee stammt. Dieser Fairtrade-Code ist eine Zahlenkombination, den man in das grüne Suchfeld auf unserer Webseite www.fairtrade.at eingeben kann. Sofort erhalten Sie einen Überblick über die Produzentenkooperative oder die Plantage, über etwaige Partnerunternehmen, die die Produkte herstellen und Informationen zum Produkt selbst. Wir kennen unsere Lieferketten, und für uns sind die Menschen, die hinter Fairtrade stehen, wichtig. Gerade, wenn ein Gastronomiebetrieb oder ein Hotel das Thema Nachhaltigkeit hervorhebt, ist nicht nur die ökologische Nachhaltigkeit wichtig, sondern auch der soziale Faktor.

Weitere Informationen: www.fairtrade.at

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