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Keine Mehrwertsteuer-Erhöhung im Tourismus

Mehrwertsteuer Tourismus
Spartenobfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher erwartet eine Klarstellung für alle Branchen des Tourismus: „Wir vertreten nicht nur die Hotellerie, sondern auch die Gastronomie und die Freizeitbetriebe.“

Erfreut zeigt sich Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ, über die Aussage von Finanzminister Hans Jörg Schelling, wonach der Mehrwertsteuersatz von zehn Prozent in der Beherbergung nicht angehoben werden soll. Schelling meinte in einem Interview im Mittagsjournal“ auf Ö1: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mehrwertsteuer bei Lebensmitteln, Mieten, Medikamenten und Beherbergung verändert wird.“ Schelling argumentierte, dass Österreich ein Hochtourismusland sei und sich in einem Umfeld, mit Deutschland und der Schweiz, befinde, in dem weit niedrigere Steuersätze gelten.

Nocker-Schwarzenbacher: „Wir in der Wirtschaftskammer, unsere WKÖ-Fachverbände Hotellerie und Gastronomie, haben sofort reagiert, sich als Interessensvertretung stark gemacht und waren erfolgreich!“ Gleichzeitig weist die WKÖ-Tourismusspartenobfrau darauf hin, dass sie sich nun Klarstellung für alle Branchen des Tourismus erwarte: „Wir vertreten nicht nur die Hotellerie, sondern auch die Gastronomie und die Freizeitbetriebe.“

In diesem Zusammenhang weist Nocker-Schwarzenbacher darauf hin, dass die EU ihren Mitgliedsstaaten bei arbeitsintensiven Dienstleistungen ermäßigte Mehrwertsteuersätze empfiehlt. Argumentiert wird dies seitens der EU mit der Schaffung von Arbeitsplätzen bei geringen Auswirkungen auf den Binnenmarkt. Neben Österreich verfügt die Hotellerie in weiteren 23 von 28 EU-Staaten über einen solchen ermäßigten Satz. In 14 EU-Staaten liegt dieser sogar unter dem österreichischen Wert von aktuell zehn Prozent, in Deutschland zum Beispiel bei nur sieben Prozent.

„Wir reden hier nicht von Steuerprivilegien für den heimischen Tourismus, sondern von Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und über die Arbeitsplätze für unsere über 200.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hotel- und Gastgewerbe. Auch wenn wir uns ab und zu über EU-Vorschriften ärgern, aber in dieser Frage wäre ein österreichisches Inseldenken eine totale strategische Fehlentscheidung“, so Nocker-Schwarzenbacher.

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