Kaffee-WM 2010
Die Stadt an der Themse war dieses Jahr der Schauplatz, an dem sich die weltweit besten Baristi trafen, um ihre Meister zu finden. In fünf Disziplinen stritten Teilnehmer aus 57 Nationen um Gold, Silber und Bronze.
Johanna Wechselberger und Reinhard Grebien aus London.
Zauberhaft
Österreich sicherte sich durch Reinhard Grebien und Johanna Wechselberger abermals den Vize-Weltmeistertitel in der Kategorie „Cezve/ Ibrik“ – der orientalischen Kaffeezubereitung.
Sie überzeugten die Jury mit ihrer Darbietung „Jeannie in the bottle“ wie mit ihren Kaffee-Kreationen auf Zimt-, Orangen- und Löwenzahnblütenbasis sowie der Eigenkreation mit Zirbe, Fichte und Süßholz. Den Sieg in diesem Bewerb holte sich Aysin Aydogdu aus Großbritannien. Titelverteidiger Stavros Lambrinidis aus Griechenland belegte dieses mal den dritten Rang.
Barista Championships
Im Barista-Bewerb überzeugte der Amerikaner Michael Philips und verwies Rodas aus Guatemala und Scottie Callaghan aus Australien auf die Plätze. Beachtlich schlugen sich die Teilnehmer Mittelamerikas, die vier der 12 Semifinalplätze errangen. Eine Kombination aus Eleganz und Lässigkeit zeichnete den Stil von Michael Phillips aus. Seine Perfektion in der Durchführung und Professionalität in der Präsentation beeindruckte Jury, Kollegen und Publikum gleichermaßen (www. worldbaristachampionship.com).
Der amtierende österreichische Meister Goran Huber aus Innsbruck erreichte mit 451 Punkten den 32. Platz.
Schaummalerei
Dem Latte-Art-Bewerb drückte die Japanerin Haruna Murayama ihren Stempel auf. Trotz gröberer Probleme mit ihren Cappuccini, zog sie aufgrund ihrer überzeugenden Eigenkreation als Führende in die Finalrunde ein. In ihrem Tassen-Arrangement im Raku-Stil zelebrierte sie die japanische Ästhetik der Kulinarik. Die wie beiläufig platzierten Kirschblütenblätter am Tablett setzten sich in der Bildgestaltung gekonnt fort. Die farbliche Komposition entsprach ebenfalls dem strengen ästhetischen Regelwerk.
Österreichs erfahrenster Teilnehmer Georg Branny aus Wien kam in diesem Bewerb mit den Bedingungen nicht optimal zurecht und landete mit dem 18. Platz nur im Mittelfeld. In den folgenden zwei Bewerben sollte er aber sein Können noch unter Beweis stellen.
Kaffee & Alkohol
Im Coffee-in-Good-Spirits-Bewerb setzte sich der Belgier Jeroen de Corte an die Spitze. Vor dem Engländer Edmund Buston und der Titelverteidigerin Marta Pigli aus Estland. In dieser Kategorie ist die Art der Kaffeebereitung nicht festgelegt. So fanden sich auch von der French Press über die Kona-Kanne, bis hin zur klassischen Filtertechnik viele Varianten, um dem vorgeschriebenen Irishcoffee die entsprechende Charakteristik zu verleihen. Georg Branny verpasste als Neunter das Finale nur knapp.
Sensorisches
Den Abschluss bildete das Cuptasting. Der Titel ging nach Südamerika: Hector Gonzalez aus Guatemala setzte sich in einem spannenden Finale vor David Walsh aus Irland und der Süd-Koreanerin Gyoung Jin durch. Österreichs Vertreter Georg Branny belegte den 19. Rang.
Die Bewerbe:
Barista Championship
Die Baristi müssen in 15 Minuten vier Espressi, Cappuccini und Eigenkreationen auf Espressobasis zuzubereiten. Neben dem Geschmack zählen Optik, Präsentation, Technik und die Persönlichkeit.
Latte Art
Der Jury werden in 8 Minuten zwei identische warme Caffè Latte oder Cappuccini sowie zwei identische warme Espressi Macchiati serviert. Kreativität ist bei der Zubereitung der Eigenkreation gefragt.
Coffee-in-Good-Spirits
Es geht darum, in 8 Minuten zwei identische warme Irish Coffees basierend auf Whiskey, Zucker, Kaffee und Sahne, sowie zwei warme oder kalte Eigenkreationen auf der Basis von Alkohol und Kaffee zu servieren. Besonders wird auf die Balance des Geschmacks geachtet.?
Cezve/Ibrik
Die Teilnehmer müssen in 10 Minuten sechs Getränke zubereiten. Das sind zwei Ibrik-Kaffees ohne Zutaten. Ebenso zwei Kaffees mit Kräutern und Gewürzen. Und zwei Eigenkreationen. Der Kaffeecharakter muss erhalten bleiben und dennoch die anderen Zutaten herausgeschmeckt werden können.
Cuptasting
Je Cupper wird eine Serie von 8 Triangular-Sets aufgebaut. Jedes Triangular besteht aus drei Bechern, von denen jeweils zwei identischen Kaffee enthalten. Ziel ist es, jenen Becher zu benennen, der sich von den identischen unterscheidet. Der Test endet durch Handzeichen des Teilnehmers oder nach acht Minuten. Die Reihung ergibt sich daraus, wer die meisten „Ausreißer“ erkannt hat. Bei Gleichstand wird die benötigte Zeit herangezogen.
Die Baristi:
Reinhard Grebien
Der Show-Barista aus Wien offeriert seine Kreationen mit seinem GTQUR baristateam auf diversen Veranstaltungen im In- und Ausland einem interessierten Publikum www.baristateam.at
Johanna Wechselberger
Gibt ihre Erfahrung in der „Vienna School of Coffee“ an den interessierten Nachwuchs weiter und verbessert damit Österreichs Kaffeequalität nachhaltig.
www.viennaschoolofcoffee.at