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9. Mostviertler Nachhaltigkeitskonferenz: Best-Practice-Beispiele für neue Tourismuskonzepte

Best-Practice-Beispiele für neue Tourismuskonzepte
Gutbesuchter Branchentreff: Markus Redl (l., NÖ-Bergbahnen), Bernhard Scheiblauer (Hotel Schloss an der Eisenstraße), Robert Steiger (Uni Innsbruck), Christoph Madl (NÖ-Werbung), Michaela Hinterholzer (Mostviertel Tourismus), Theres Friewald-Hofbauer (Club Niederösterreich) und Andreas Purt (Mostviertel Tourismus)

Mit den Auswirkungen des Klimawandels beschäftigte sich die 9. Mostviertler Nachhaltigkeitskonferenz, die in Waidhofen/Ybbs über die Bühne ging.

Rund 100 Teilnehmer waren gekommen, um gemeinsam Möglichkeiten zu erörtern, wie die globale Erderwärmung mittels nachhaltiger Tourismus- und Wirtschaftskonzepte eingedämmt werden könnte – auf internationaler wie auch vor allem regionaler Ebene.

Theoretische Inputs standen ebenso auf dem Programm wie die Präsentation einer Reihe von Beispielen aus der Praxis.

Die Konferenz wurde von Mostviertel Tourismus, vertreten durch Andreas Purt, in Kooperation mit der Niederösterreich Werbung, mit Christoph Madl und Stefan Bauer an der Spitze, sowie dem Club Niederösterreich organisiert.

Die weltweiten Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Bevölkerungsentwicklung und Migration erläuterte Universitätsprofessor Franz Josef Radermacher, Vorstand des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung in Ulm. Sein Appell: Es müsse alles getan werden, um den Klimawandel zu verhindern bzw. die Erderwärmung so gering wie möglich zu halten, denn dieser könnte gravierende Konsequenzen nach sich ziehen.

Diese lägen weniger darin, dass es in Mitteleuropa wärmer werde, sondern darin, dass man in manchen Gegenden der Welt irgendwann nicht mehr leben könne, so der Experte. In den indirekten Auswirkungen des Klimawandels sieht Radermacher die größeren Gefahrenpotenziale für den heimischen Tourismus als in den höheren Temperaturen per se.

Globale Probleme bräuchten Lösungen, die in globalen Dimensionen entwickelt werden – dennoch gebe es auch auf regionaler Ebene eine Fülle von Möglichkeiten, nachhaltiges Denken und Handeln zu etablieren. Insgesamt sehe er im Klimawandel für den Tourismus keine signifikant größere Bedrohung als für die gesamte Ökonomie, auch wenn es innerhalb der Branche vermutlich zu Verschiebungen kommen werde, die Anpassungen erfordern.

Notwendig: Schulterschluss zwischen Gastronomie und Landwirtschaft

Wie sich solche Anpassungen gestalten könnten, dieser Frage widmete sich der Robert Steiger, Assistenzprofessor an der Universität Innsbruck, der seit mehr als zehn Jahren die Zusammenhänge zwischen verändertem Klima und verändertem Tourismus erforscht.

Dass vielfach völlig neue Wege eingeschlagen werden müssen, steht für Steiger außer Zweifel: Der Klimawandel sei dabei oft nur Beschleuniger für einen schleichenden, bereits seit Jahren evidenten sozialen Wandel. Ein Pauschalrezept dafür gebe es aber nicht: Vielmehr bedürfe es individueller Alternativkonzepte, die häufig auch einen Schulterschluss einer Reihe von Akteuren benötigten – vom Tourismus und der Gastronomie, über die Regionalentwicklung und die kommunale Politik bis hin zu Land- und Forstwirtschaft.

Auf großes Interesse der Teilnehmer stießen schließlich die zahlreichen Präsentationen von Best-Practice-Beispielen aus ganz Österreich. Wie ein roter Faden zog sich dabei die Erkenntnis durch, dass bei allen erfolgreich umgesetzten Konzepten sowohl die Anpassung an wie auch die Eindämmung des Klimawandels selbst im Vordergrund standen. Nachhaltigkeit gilt dabei als oberste Maxime.

Eislaufen in den Bergen und neue Räume für Kulinarik

Geschäftsführer Karl Morgenbesser stellte „seine“ Familienarena in der Buckligen Welt und Philipp Wiedhofer, Bike-Experte auf dem Zauberberg Semmering, den Wexl-Trail vor: Beide Destinationen gelten als innovative, ökologisch wie ökonomisch sinnvolle Tourismusattraktionen, die zudem höchsten Ansprüchen von Gästen gerecht werden.

Eine Eislauf-Arena auf den Berg zu bringen und durch kreatives Marketing Interesse zu erzeugen, dafür zeichnete Martin Schobert mit der Vorstellung von „Alpine Ice“ verantwortlich.

Den engen Zusammenhang zwischen Tourismus, Gastwirtschaft und regionaler Lebensmittelproduktion zur Schaffung regionaler Wertschöpfung betonten Barbara Klein, Initiatorin von „Die kulinarischen Erben der Alpen“, sowie Harald Pollak, Vereinsobmann von „Niederösterreichische Wirtshauskultur“, in ihren Vorträgen.

Wie herausfordernd es sein kann, der Kulinarik neue Räume und Handelswege zu eröffnen, demonstrierte Michael Schuster: Seine „Marktwirtschaft“ ist ein Wiener Indoor-Markt, den er seit knapp einem Jahr betreibt – samt Restaurant sowie einem Pop-Up-Space für unterschiedlichste Events.

Regionen, die durch die Umsetzung von nachhaltigen, ganzheitlichen und gut vernetzten Entwicklungsstrategien neuen Aufschwung erleben, wurden den Teilnehmern durch Michael Fend vom Steirischen Vulkanland sowie Renate Breuß vom Werkraum Bregenzerwald näher gebracht.

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