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Allergenkennzeichnung: Schulung mit der Diätologin

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Krustentiere, wie hier als Zutat eines Salates, gelten als Allergene und können bei empfindlichen Menschen Beschwerden auslösen. In der Gastronomie gilt seit Dezember des Vorjahres die Kennzeichnungspflicht.

Die Kennzeichnungspflicht für Allergene, die im Rahmen der Lebensmittelinformationsverordnung seit dem 13. Dezember des Vorjahres gilt, sorgt mancherorts in der Gastronomie noch für Kopfzerbrechen. Allergie-Gourmet bietet Allergen-Schulungen über das Internet oder direkt in den Betrieben an. In der Online-Variante eignen sich die Kunden mittels Videos, zeitlich unabhängig, das notwendige Wissen an. Mittels Fragebogen wird geprüft, und nach Bestehen des Test erhalten die Absolventen ein Zertifikat.

Auf die Beine gestellt wurde die Plattform Allergie-Gourmet von der Diätologin Andrea Kasper-Füchsl und ihrem Ehemann Ronald Kasper. GASTRO Portal sprach mit der Expertin über ihre Erfahrungen mit von Allergien betroffenen Personen, über die Vorteile von Online-Schulungen und den speziellen Zusatznutzen des Projekts für Allergiker und Kunden.

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Diätologin Andrea Fuchsl-Kasper: „Ich finde es wichtig, dass die geschulten Menschen genau wissen, warum sie diesen Aufwand durchführen, um es für Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten möglich zu machen, auch ein herrliches Essen im Kreis Ihrer Familie oder Freunde zu genießen.“

 GASTRO Portal: Wie kamen Sie als Diätologin auf die Idee, diese Schulungen anzubieten? Welche Erfahrungen sammeln Sie selbst mit von Allergien betroffenen Menschen?

Andrea Kasper-Füchsl: Im Gespräch mit einer Kollegin über die Allergenkennzeichnungspflicht haben wir über die Probleme der Betriebe gesprochen, die ohne irgendeine Hilfe diese Kennzeichnung vornehmen müssen. Uns sind spontan so viele Themen und Bereiche eingefallen, dass ich mir dachte, dass ich als Diätologin hier eine sehr gute Ansprechpartnerin wäre. Ich sehe mich als Bindeglied zwischen der Gastronomie und Menschen mit Unverträglichkeiten oder Allergien. Durch meine mittlerweile zehnjährige Freiberuflichkeit habe ich viele Menschen mit Unverträglichkeiten und deren Sorgen und Probleme im Alltag kennengelernt.

Gleichzeitig arbeite ich auch mit Gastronomiebetrieben zusammen und habe so auch für deren Abläufe Verständnis. Für einen schweren Allergiker ist das Essen außer Haus immer gefährlich. Es können kleinste Spuren des Auslösers im Essen oder Trinken sein und somit kann man ein gewisses Restrisiko nicht ausschließen. Die Kennzeichnung ist trotzdem eine sehr große Hilfe für Menschen mit Allergien. Natürlich kann ich auch in gewisser Weise den Unmut der Betriebe verstehen, die nicht nur vor einem größeren bürokratischen Aufwand stehen, sondern auch vor der Tatsache, dass dieses Thema einer gewissen Informations- und Einarbeitungsphase bedarf.

In vielen Gesprächen mit unseren Kunden wird mir gesagt, dass Allergiker auch vor der Kennzeichnungspflicht fragen konnten, ob gewisse Allergene in den Speisen sind. Wenn man jedoch keine Aufzeichnungen über die Inhaltsstoffe der einzelnen Zutaten hat, tut man sich mit der Antwort für den Gast schon sehr schwer. Ich finde es besonders wichtig, dass die geschulten Menschen ganz genau wissen, warum sie diesen Aufwand durchführen, um es für Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten möglich zu machen, auch ein herrliches Essen im Kreis Ihrer Familie oder Freunde zu genießen.

Wie sieht das Schulungsangebot konkret aus?

Persönliche Schulungen bieten wir als Gruppenschulungen zu maximal zwölf Personen an. Wir möchten, dass jede geschulte Person genügend Raum für Fragen und praktische Beispiele hat. Häufig werden wir direkt in einen Betrieb eingeladen und führen die Schulung vor Ort durch. Man kann sich dann in der Praxis ansehen, welche kritischen Punkte es noch auszumerzen gibt, und die Kommunikation mit einem allergischen Gast kann beispielhaft geübt werden. In der Online-Variante kann der Kunde zwischen einer Basis-Ausführung (gesetzliches Minimum) und einer Premium-Variante wählen. In Letzterer findet man Zusatzmaterial wie Informationen zur korrekten Kommunikation mit dem Gast, eine Übung für richtiges Kennzeichnen und viele Vorschläge, wie man die Kennzeichnung in Speiseplänen, Menükarten oder Buffetaufstellern vornehmen kann. Die Schulung ist in Videos zu einzelnen Themen gegliedert.

Wo liegen die Vorteile bei der Internet-Schulung?

Der für mich klare Vorteil liegt in der Zeitunabhängigkeit! Weiters sind die Informationen in kleinen Portionen genießbar. Man muss nicht die gesamte Schulung auf einmal absolvieren, sondern kann Teile davon auch zwischendurch oder abends machen. Die Schulung schließt mit einem Fragebogen ab. Zu jedem Video gibt es per Zufallsgenerator eine Frage, die man auf jeden Fall beantworten kann, wenn man sich das Video angesehen hat. Dieser Selbstcheck hilft, um bestens für die Umsetzung gerüstet zu sein. Falls nach der Online-Schulung noch Fragen auftauchen, die im Video nicht behandelt werden, können sich die Teilnehmer auch telefonisch an mich wenden. In normalem Ausmaß ist dies kostenlos. Damit Allergiker sich in den geschulten Betrieben besonders wohl fühlen, gibt es für Premium-Kunden auch nützliche Gadgets (Sticker, Bestellkärtchen für Allergiker), um den Restaurantbesuch für beide Seiten so sicher wie möglich zu gestalten.

Ein besonderes Service für Menschen mit Allergien ist die Rubrik Betriebe“ auf Ihrer Webseite. Hier können sich Interessierte einen Überblick über Lokale in der jeweiligen Nähe verschaffen, in denen mindestens ein Mitarbeiter von Ihnen geschult wurde. Auch die Wirte profitieren davon. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Diese Idee stammt von meinem Mann, Ronald Kasper, der die Seite Allergie-Gourmet technisch umgesetzt hat. Ein Betrieb, der gut geschult ist und vielleicht sogar sein ganzes Team schulen lässt, sollte das auch stolz zeigen dürfen. Die Personalschulung ist ja bei mündlicher Auskunft Pflicht, und wir wollten ein stimmiges Paket schnüren, das den Betrieben einen wertvollen Zusatznutzen liefert.

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